Planbare Kosten und volle Verfügungsgewalt über Daten Für mehr Fairness in der Cloud

Ein Gastbeitrag von Daniel Arabié* 3 min Lesedauer

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Die optimale Nutzung von Daten und Cloud-Diensten ist eine Grundvoraussetzung für unternehmerische Innovation. Aktuelle Preismodelle und Praktiken der Hyperscaler erschweren dies erheblich.

Unternehmen benötigen transparente, planbare Kosten und die volle Verfügungsgewalt über ihre Daten.(Bild:  Prostock-studio - stock.adobe.com)
Unternehmen benötigen transparente, planbare Kosten und die volle Verfügungsgewalt über ihre Daten.
(Bild: Prostock-studio - stock.adobe.com)

Cloud-Dienste sind fest in den Geschäftsalltag vieler Organisationen integriert: In Deutschland nutzen nach einer Bitkom-Umfrage mittlerweile 81 Prozent der Unternehmen Cloud Computing. Gleichzeitig rücken die Anbieter dieser Services – allen voran die Hyperscaler Microsoft Azure und Amazon Web Services (AWS) – zunehmend ins Blickfeld von Wettbewerbshütern. Ihre Marktmacht und Praktiken erschweren es Unternehmen häufig, eine Multicloud-Strategie umzusetzen oder den Anbieter zu wechseln, sei es durch technische Barrieren oder durch hohe Gebühren für den Datenumzug in andere Infrastrukturen.

Im Juni 2023 sprach sich das Bundeskartellamt für eine europäische Lösung im Cloud-Markt aus, um den wachsenden Einfluss von US-Technologiekonzernen entgegenzuwirken. In der Europäischen Union bietet in diesem Zusammenhang der Digital Markets Act (DMA) eine rechtliche Grundlage, um die Marktdynamik im Cloud-Bereich zu regulieren und die Dominanz einzelner Anbieter einzuschränken. Die britische Wettbewerbshörde Competition and Markets Authority (CMA) ging bereits im Oktober 2023 einen Schritt weiter und leitete ein Verfahren zur Untersuchung des Cloud-Markts ein, nachdem die Medienaufsichtsbehörde Ofcom Bedenken hinsichtlich möglicher Wettbewerbsbeschränkungen geäußert hatte. Ihre vorläufigen Ergebnisse werden im Januar 2025 erwartet.

Cloud wird zur Kostenfalle und blockt Innovationen

Technische Barrieren, hohe Egress-Gebühren und Rabattstrukturen, die Kunden an einen Anbieter binden, stehen dabei im Mittelpunkt der Kritik. Untersuchungen zeigen, dass 47 Prozent der Cloud-Speicherkosten auf Gebühren wie API-Aufrufe, Datenabflüsse und Datenabrufe entfallen – diese sind oft höher als die Kosten für die eigentliche Speicherung.

Ein grundlegendes Prinzip sollte sein, dass Daten in Unternehmen uneingeschränkt und frei fließen können ohne versteckte Kosten oder komplizierte Preismodelle. Besonders problematisch sind Egress-Gebühren, die beim Abzug von Daten aus der Infrastruktur eines Cloud-Anbieters anfallen. Sie schränken die Flexibilität von Unternehmen beim Datenzugriff und -transfer unnötig ein.

Diese Praxis behindert nicht nur den Wettbewerb, sondern hemmt auch Innovationen. Unternehmen geraten dadurch häufig in eine Abhängigkeit von ihrem Anbieter, einem sogenannten Vendor-Lock-in. In dieser Abhängigkeit verlieren Unternehmen die Flexibilität, auf neue Anforderungen zu reagieren oder von technologischen Innovationen anderer Anbieter zu profitieren.

Transparenz und Datenhoheit als Grundprinzipien

Speichermodelle, die standardmäßig einen einfachen Datenexport und -transfer ermöglichen, sind hier entscheidend. Unternehmen sollten jederzeit auf ihre Daten zugreifen, sie verwalten und flexibel nach ihren betrieblichen Anforderungen nutzen können. Konkret heißt das: Sie sollten ihre Daten jederzeit abrufen und sie flexibel nach ihren betrieblichen Anforderungen organisieren und analysieren können.

Mithilfe von Tools und Schnittstellen zum Datenmanagement sollte es ihnen darüber hinaus möglich sein, ihre Daten nahtlos in ihre Arbeitsabläufe zu integrieren. Auf diese Weise haben Unternehmen zu jeder Zeit die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten, unabhängig von den Anbietern ihrer Cloud-Infrastruktur. Um dieses Grundprinzip der Datenhoheit in der Cloud wahren zu können, sind entsprechende Richtlinien und Empfehlungen zum Dateneigentum und zur Datenkontrolle von großer Bedeutung.

Die Gesamtkosten der Cloud-Nutzung sollten transparent und planbar sein. Cloud-Anbieter sollten Unternehmen Tools zur Verfügung stellen, mit denen sie ihre Kosten täglich, monatlich oder jährlich kalkulieren können, um ihre Datenanalysen entsprechend einzuplanen und zu optimieren. Funktionen wie automatische Hinweise bei ungewöhnlichen Ausgabenmustern und Dashboards zur Konsolidierung der Ausgabendaten helfen dabei, die Cloud-Kosten effektiv im Blick zu behalten. Unternehmen können so sicherstellen, dass ihre Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort und zu den optimalen Kosten verfügbar sind – was wiederum zu effizienteren Prozessen und einer besseren Steuerung finanzieller Risiken führt.

Eine bezahlbare und zugängliche Cloud

Für fairere Praktiken auf dem Cloud-Markt sind transparente, planbare Kosten und Leistungen sowie die uneingeschränkte Kontrolle über die eigenen Daten unabdingbar. Unternehmen erhalten so die Möglichkeit, sich umfassend über die verfügbaren Cloud-Angebote zu informieren und Entscheidungen auf Grundlage von Leistungen und Kosten zu treffen.

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Dies fördert den Wettbewerb zwischen Anbietern, unterstützt die Entwicklung neuer, Cloud-Lösungen und führt letztendlich zu einer breiteren Nutzung der Cloud über alle Branchen hinweg. Die Zusammenarbeit im Channel wird gestärkt und Unternehmen profitieren von der Möglichkeit, ihre Daten frei zu nutzen, ohne sich um versteckte Gebühren sorgen zu müssen. Eine Cloud, die bezahlbar und zugänglich ist, ermöglicht es Unternehmen, Innovationen voranzutreiben und den Wettbewerb zu fördern – genau so, wie es sein sollte.


* Der Autor Daniel Arabié ist Country Manager Central Europe von Wasabi.

Bildquelle: Wasabi

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