CloudFest 2025 Auf dem Weg zur lückenlosen Cloud-Sicherheit

Von Dipl.-Phys. Oliver Schonschek 4 min Lesedauer

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Security gehörte zu den Top-Themen des CloudFest 2025. Kaum eine der vorgestellten Lösungen hatte keinen Security-Bezug. Die reinen Security-Provider aber machten deutlich, wo die Cloud oftmals noch angreifbar ist und wie sich die Komplexität der Cloud-Sicherheit verringern lässt. Dabei spielt auch künstliche Intelligenz (KI) eine wichtige Rolle.

Ein starkes Netz und dreimal doppelter Boden – auf dem CloudFest 2025 zeigten viele Anbieter, wie Cloud-Sicherheit auf allen Ebenen ansetzen muss.(Bild:  Oliver Schonschek)
Ein starkes Netz und dreimal doppelter Boden – auf dem CloudFest 2025 zeigten viele Anbieter, wie Cloud-Sicherheit auf allen Ebenen ansetzen muss.
(Bild: Oliver Schonschek)

Die Cloud hat (noch) viele Schwachstellen

Schützen, bis der Patch kommt, so kann man die Sicherheitsfunktion Virtual Patching beschreiben. Genau das bietet Patchstack an, einer der Security-Aussteller auf dem CloudFest 2025 im Europa-Park Rust. Patchstack stellt automatisch Schutzregeln (virtuelle Patches) für Schwachstellen mit hoher und mittlerer Priorität bereit, ohne dass Änderungen am vorhandenen Code erforderlich sind. Damit werden die Sicherheitslücken abgeschirmt, bis die Fehlerbehebung des zuständigen Anbieters vorlegt, die Anwender darüber informiert wurden und die Schwachstelle beheben konnten.

Der Bedarf für Virtual Patching ist offenkundig, denn die Zahl der Sicherheitslücken, die es zu fixen gilt, wird eher größer, da die Installationen in der Cloud immer komplexer werden. Aus dieser Komplexität folgt, dass zum einen bestimmte, eigentlich notwendige Schutzfunktionen nicht im Blickfeld der Anwender sind. Zum anderen ist die Administration der Cloud-Sicherheit sehr aufwändig und kompliziert, bei gleichzeitigem Fachkräftemangel für Security und für Cloud Computing.

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Auf dem CloudFest 2025 hatte man Gelegenheit, spezialisierte Sicherheitslösungen und übergreifende Security-Plattformen näher kennenzulernen.

Entführungsfälle in der Cloud erkennen und verhindern

Ein Beispiel für notwendige Sicherheitsfunktionen: Hosting-Provider und Anwenderunternehmen benötigen IP-Adressen, unterschätzen aber die erforderliche Überwachung und Kontrolle. Bei IP-Adressen können nicht nur Fehler bei der Provisionierung auftreten, IP-Adressen können auch entführt, missbraucht und entsprechend zu schwach geschützt sein, wodurch Verstöße gegen Compliance-Vorgaben auftreten können.

Der CloudFest-Partner IPXO zeigte, wie man eine Übersicht über die IP-Reputation erhalten und vor möglichem IP-Missbrauch gewarnt werden kann. Bei den Security- und Compliance-Warnungen und dem IP-Monitoring kommen auch KI-Dienste zum Einsatz, die die Vielzahl an sicherheitsrelevanten Daten verdichten und analysieren.

Und KI, das zentrale Thema des CloudFest 2025, kommt in vielen, weiteren Lösungen zum Einsatz, die für Cloud-Security relevant sein können.

Die ganze Cloud-Lieferkette braucht mehr Schutz

Linux-Server zum Beispiel kommen häufig bei Cloud-Lösungen zum Einsatz und müssen deshalb zentraler Teil eines Cloud-Sicherheitskonzepts sein. BitNinja war wieder auf dem CloudFest vertreten und zeigte unter anderem, wie KI dabei helfen kann, Malware und andere Zero-Pay-Attacken aufzuspüren und abzuwehren. Schnellere Scans werden mit KI ebenso möglich wie eine Absenkung der unerwünschten False Positives (Falschalarme).

Bei der Absicherung vergessen werden darf auch nicht, dass Malware wie zum Beispiel Ransomware über die Datensicherung in die Cloud kommen kann, also versteckter Teil in einem Cloud-Backup sein kann. Um auch diese Sicherheitslücke zu schließen, zeigte Druva, wie sich Ransomware in den gesicherten Daten aufspüren und bereits befallene Datenbestände aus der Erpressungsfalle befreien lassen.

Plattformansätze vereinfachen die Cloud-Sicherheit

Die bisherigen Beispiele für wichtige Funktionen der Cloud Security machen deutlich, wie vielfältig der notwendige Cloud-Schutz sein kann. Anwenderunternehmen, die sich eigentlich eine Vereinfachung ihrer IT durch die Cloud-Nutzung erhofft hatten, sind schnell überfordert, aus Security-Sicht ein hohes Risiko.

„Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, die überwältigende Menge an Risikobefunden zu bewältigen, die über isolierte Tools verteilt sind“, erklärt Qualys. Dies führe zu Ineffizienzen und übersehenen Bedrohungen. Um dieses Problem zu lösen, hat Qualys das Risk Operations Center (ROC) auf Basis von Enterprise TruRisk Management eingeführt. Diese Lösung konsolidiert unterschiedliche Risikoeinblicke in einer einheitlichen Ansicht, quantifiziert und kommuniziert Cyberrisiken anhand des Business Value at Risk (potenzieller Verlust von Geld, Vertrauen und Produktivität) und automatisiert und orchestriert die Risikominderung, um die Sicherheit eines Unternehmens zu verbessern, so der Anbieter.

Ebenfalls auf dem CloudFest vertreten war auch Hornetsecurity. Der Security-Spezialist bietet mehrere Ebenen der Cloud-Sicherheit in Paketen an, cloudbasierte Sicherheits-, Compliance-, Backup- und Security-Awareness-Lösungen. 365 Total Protection beispielsweise versteht sich als umfassende Cloud-Sicherheitslösung für Microsoft 365, wobei eine übergreifende Plattform zum Einsatz kommt und dadurch Silos und Insellösungen verhindert. Solche Plattformansätze können die in der Security gefürchtete Komplexität senken.

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Das Ziel ist umfassende Security und Souveränität

Wie weit man Security aus einer Hand treiben kann und welche Rolle dies auch für die so wichtige digitale Souveränität hat, zeigte Yorizon. Gegründet von der Hochtief-Tochter Hochtief PPP Solutions zusammen mit dem deutschen Server- und Speichersysteme-Hersteller Thomas-Krenn AG will das Start-up sichere und nachhaltige Cloud-Computing-Lösungen anbieten. Das langfristige Ziel ist es, ein Netzwerk nachhaltiger, dezentraler und lokal integrierter Rechenzentren in Europa aufzubauen.

Die dafür eigens auf die Cloud-Architektur und Umgebung des Rechenzentrums abgestimmte Software stammt aus Deutschland, ein wichtiger Punkt, wenn es um Sicherheit und Compliance geht. Das gemeinsame Angebot bringt Cloud- und Server-Lösungen auf den europäischen Markt, bei denen alle Bestandteile aus einer Hand angeboten werden, erklärt Yorizon.

Lückenlose Cloud-Sicherheit und durchgehende Souveränität ist ein zentrales Ziel im deutschen und europäischen Cloud-Markt. Wie dies möglich werden kann, zeigte sich an vielen Stellen auf dem CloudFest 2025. Hardware, Software, Cybersicherheit, Domain Name Services, Open Source, Start-ups, vieles wirkt hierbei zusammen. Das wurde auf dem CloudFest 2025 wieder sehr deutlich sichtbar und erlebbar.

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