Die Auswirkungen der Pandemie waren bei allen OEMs und Zulieferern der Automobilindustrie zu spüren und betrafen nahezu alle Elemente ihrer Geschäftsprozesse. Die Herausforderung liegt für die Branche nun darin, sich dieser Entwicklung bewusst zu werden und sich zukunftsfähig aufzustellen.
Angesichts eines Umfelds mit Unterbrechungen der Lieferkette und unvorhersehbaren Kundenwünschen müssen Automobilunternehmen sich schnell an den sich verändernden Markt anpassen können.
Im Juli 2021 senkte der Verband der Automobilindustrie (VDA) den Forecast für die Produktion von 13 auf drei Prozent – Gründe hierfür waren unter anderem Lieferkettenprobleme, die etwa zu einer Knappheit an Halbleitern führten. In Großbritannien fiel die Fahrzeugproduktion im September 2021 um 42 Prozent. Dies verzeichnete den stärksten Rückgang innerhalb eines Monats seit 1982. Die Kosten, die durch die Chip-Knappheit entstanden sind, summieren sich damit weltweit auf 2,81 Milliarden Euro.
Für die Branche wird nun deren Fähigkeit entscheidend sein, sich schnell anzupassen und sowohl lokale als auch globale Marktherausforderungen zu bewältigen, beispielsweise Materialknappheit oder neue Umweltvorschriften. Bei der Transformation und einhergehenden Stärkung der Industrie spielen besonders digitale Technologien – und hier insbesondere die Cloud – eine tragende Rolle. Die Cloud bildet die Basis für andere digitale Innovationen wie künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) und ermöglicht Unternehmen damit, intuitive Entscheidungen zu treffen und reaktionsfähige Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die Branche befand sich bereits vor der Pandemie im Umbruch, angetrieben von den sogenannten ACES-Trends (Autonomous driving, Connected, Electrification, Shared mobility). Die Krise sorgt nun für eine Beschleunigung dieser Trends, auch F(Faster)ACES genannt.
Die Branche muss schnellstmöglich die folgenden Hürden meistern, um sich zu erholen und fit für die Zukunft zu sein:
Mehr Transparenz innerhalb der Lieferkette
Traditionelle Forecast-Mechanismen greifen in der aktuellen Situation nicht – aus diesem Grund sind keine präzisen Prognosen für Lieferketten möglich. Die unerwarteten Unterbrechungen während der Pandemie machten eine transparente Lieferkette zu einer unternehmenskritischen Priorität. Und auch Aufsichtsbehörden mussten digitaler werden. Einige der Herausforderungen des vergangenen Jahres waren beispiellos, jedoch unterstreicht die Situation die entscheidende Rolle von Technologie.
Eine aktuelle Studie von Infosys zeigt: Digitale Produktion und intelligente Lieferketten bestimmen die Trends der Fertigungsbranche. Eine wichtige Erkenntnis dabei: Fertigungsunternehmen setzen bei ihrer Transformation hin zu einer intelligenteren, personalisierteren, schnelleren und kundenorientierteren Organisation zunehmend auf digitale Technologien, insbesondere auf Cloud Computing. Technologie hat das Potenzial, eine Schlüsselrolle bei der Prognose oder Abschwächung von Herausforderungen zu spielen sowie dafür zu sorgen, dass Automobilhersteller gut vorbereitet sind.
Eine transparente Lieferkette trägt beispielsweise dazu bei, Engpässe bei globalen Lieferungen zu erkennen und innerhalb der Lieferkette frühzeitig zu identifizieren. Eine KI leitet dann die notwendigen Schritte ein, um die Engpässe zu adressieren oder für alternative Bezugsquellen zu planen.
Die Transformation von IT-Systemen stellt Unternehmen oftmals vor große Herausforderungen, da die meisten Systeme in der Regel ausgereift und stabil sind. Noch komplexer wird dies durch die Vernetzung mit Zulieferern und anderen Partnern. Die Mehrheit der Systeme im Automobilsektor basiert auf klassischen ERP-Applikationen sowie einer Vielzahl spezialisierter kundenspezifischer Lösungen. Um die „neue Normalität“ zu adressieren, führten Firmen Lösungen und Systeme ein, die auf offenen Cloud-Technologien basieren – diese lassen sich schnell implementieren und einsetzen. Sie liefern außerdem die erforderlichen, effektiven Funktionen. Darüber hinaus ermöglicht eine offene Cloud-Umgebung eine unkomplizierte Übernahme von Funktionen wie API-Integration und KI.
Einige ERP-Anbieter nutzten diesen Anlass und ermöglichten eine Systemintegration mithilfe externer Cloud-basierter offener Technologien. Teilweise mussten gar neue Plattformen integriert werden, die mit auf offenen Technologien basierenden Anwendungen erweitert werden können – dies geht konträr zum bisherigen Standardansatz, der kundenspezifischen Anwendungsentwicklungs-Layer umfasst. Es hat sich gezeigt, dass offene, Cloud-basierte Technologien viel schneller angenommen werden. Dies gilt nicht nur für Automobilunternehmen, sondern auch für Anbieter von IT-Systemen und das Ökosystem im Allgemeinen.
Organisationen waren während der Pandemie und der einhergehenden Beschränkungen wie Lockdowns und Social Distancing gezwungen, ihre Interaktionen mit Kunden, Partnern und Zulieferern anzupassen – die Digitalisierung der Geschäftsprozesse wurde dabei schnell zum Schlüsselelement. Beispielsweise führten Hersteller Click-and-Buy-Modelle für den Online-Kauf von Autos ein, um den Rückgang der Besucherzahlen in den Autohäusern zu kompensieren.
Auch wenn die Pandemie in den kommenden Jahren allmählich abklingt, werden diese Veränderungen voraussichtlich bleiben – denn sie bescheren Kunden ein komfortableres Einkaufserlebnis und ermöglichen gleichzeitig Unternehmen mehr Schnelligkeit und Agilität. Die Automobilindustrie hatte in der Vergangenheit bereits oft mit Herausforderungen zu kämpfen, etwa mit Umweltproblemen, neuen Kundenanforderungen und technologischen Innovationen.
Stand: 08.12.2025
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Ritu Raj Sharma, Infosys Technologies.
(Bild: Infosys)
Die Pandemie hat die Schwachstellen eines unkalkulierbaren Umfelds mit Unterbrechungen der Lieferkette und unvorhersehbaren Kundenwünschen noch deutlicher gemacht und gezeigt: Automobilunternehmen müssen die Fähigkeit haben, sich schnell an einen sich verändernden Markt anzupassen. Die Cloud sowie Cloud-native und offene Technologien spielen hier eine entscheidende Rolle.
* Der Autor Ritu Raj Sharma ist Vice President and Head of Europe, SAP Digital Sales, bei Infosys.