Automotive Clouds Teil 2 Modernste Cloud-Services bei Ford und BMW

Von Michael Matzer

Cloud-basierte Services erleichtern das Autofahren in vielerlei Hinsicht: Sie machen das Fahren selbst sicherer und bieten zusätzlichen Komfort bei der Navigation, der Parkplatzsuche oder dem Abspielen von Musik. Auch BMW oder Ford setzen zahlreiche Services ein, die Kunden in ihren jeweiligen Fahrzeugen direkt nutzen können.

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Für die Elektromobilität sind digitale Assistenzsysteme, beispielsweise für die Berechnung der Reichweite, unabdingbar (im Foto ein Modell der Baureihe Ford Mach E Mustang SUV).
Für die Elektromobilität sind digitale Assistenzsysteme, beispielsweise für die Berechnung der Reichweite, unabdingbar (im Foto ein Modell der Baureihe Ford Mach E Mustang SUV).
(Bild: Ford)

Schon 2013 begann bei Ford die Ära des modernen Infotainments, sobald Microsoft die entsprechende Software entwickelt hatte, um Sprachbefehle des Fahrers einzugeben und zu verarbeiten. NLP-Verarbeitung erfordert eine hohe Rechenleistung – und inzwischen zusätzliche KI-Funktionalität, etwa für die Sprachausgabe. Bei Ford ist heute Sync 4A der Stand der Dinge, was Kommunikation und Entertainment angeht. Dank cloud-basierter Konnektivität ist ein besonderes Fahrerlebnis mit interaktiven Funktionen erlebbar. „Dazu zählen eine optimierte Routenplanung mit Verkehrsprognosen in Echtzeit und eine intelligente Sprachsteuerung mit intuitiven Befehlen“, gibt Ford Auskunft.

Das System lerne außerdem mit der Zeit die Vorlieben des Fahrenden kennen, passe die angezeigten Funktionen automatisch an und mache dem jeweiligen Fahrenden unterwegs hilfreiche Vorschläge. Regelmäßige Ford Power-Up Software Updates über Funk sorgen zusätzlich dafür, dass Merkmale verbessert und neue Funktionen ergänzt werden können. Zusammen mit einer kabellosen Smartphone Integration, einem 15,5 Zoll großen Touchscreen (39,3 cm Bildschirmdiagonale) sowie einem übersichtlichen Lademanagement für Elektrofahrzeuge soll der Fahrende mehr Komfort erleben.

Derzeit ist Ford SYNC 4A exklusiv mit dem Ford Mustang Mach-E erhältlich, da dieses Modell über die doppelte Rechenleistung wie sein Vorgänger verfügt. Für manche Funktionen in SYNC 3, dem Vorgänger, bringen Fahrende einfach ihr jeweiliges Smartphone mit. Ford unterstützt Android Auto und Apple CarPlay.

Navigation und Sprachsteuerung

Die Cloud-basierte Konnektivität des SYNC 4A erlaubt die permanente Aktualisierung der Inhalte und Services. Durch automatische Updates ist das Kartenmaterial stets auf dem neuesten Stand. Die Cloud-Verbindung bietet auch eine intelligente Routenplanung mit Verkehrsprognosen in Echtzeit. Zusätzlich erhalten Fahrende Zugang zu weiteren Informationen, so etwa zu aktuellen Wetterprognosen und günstig gelegenen Ladestationen entlang der Fahrroute.

Im Ford Mustang Mach E3, einem E-Fahrzeug, zeigt ein Tablet die Leistungsdaten an. Wo früher das Dashboard war, sieht der Fahrende (hinterm Lenkrad) die wichtigste Kennzahl: die Reichweite der Akku-Ladung.
Im Ford Mustang Mach E3, einem E-Fahrzeug, zeigt ein Tablet die Leistungsdaten an. Wo früher das Dashboard war, sieht der Fahrende (hinterm Lenkrad) die wichtigste Kennzahl: die Reichweite der Akku-Ladung.
(Bild: Ford)

Ford SYNC 4A verfügt über einen intelligenten Sprachassistenten, dessen Sprachverständnis über die Cloud ständig weiterentwickelt wird, das heißt der Assistent lernt vom Fahrer und nicht etwa umgekehrt. Mit intuitiven Sprachbefehlen – die in einem digitalen Handbuch vorliegen – lassen sich mehrere Funktionen während der Fahrt steuern: das Navigieren, die Wiedergabe von Musik sowie das Tätigen von Anrufen.

Software-Updates wie im Fluge

Die Aktualisierung der Software erfolgt mithilfe der Cloud und der Funktion Power Up. Das „Betriebssystem“ SNYC4A wird so laufend mit Updates versorgt, was wiederum der Verbesserung der Leistung, der Qualität – etwa der Sprachverarbeitung - und des Komforts dient. Die meisten Updates lädt das Fahrzeug automatisch herunter. Größere Updates können über ein WLAN installiert werden.

Die Kompatibilität von Ford SYNC 4A mit Apple CarPlay und Android Auto soll eine kabellose Smartphone Integration (AppLink) und den Zugriff auf Smartphone Apps erlauben. Der Zugriff auf Systemfunktionen wie etwa eine Route erfolgt mithilfe einer Spiegelung des Bildschirms des Fahrer-Smartphones auf dem 20,3 cm großen Touchscreen (8 Zoll) von SYNC 3.

Die Cloud bei BMW

Im Dezember 2020 schloss die BMW Group ein Abkommen mit AWS über eine weitreichende Kooperation: „Die BMW Group und AWS arbeiten gemeinsam an der Beschleunigung datengesteuerter Innovationen in der Automobilindustrie. AWS und die BMW Group werden gemeinsam innovative Cloud-fähige Lösungen entwickeln und bis zu 5000 Software-Ingenieure in Cloud-Technologien ausbilden, die der BMW Group angehören“

„Die BMW Group treibt die Digitalisierung und Innovation in der Automobilindustrie voran“, sagte Alexander Buresch, CIO und Senior Vice President, BMW Group IT. „Wir stellen Daten in den Mittelpunkt unserer Arbeit und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit AWS, um unsere Talente zu bündeln, die Messlatte für Innovationen bei den Automobilherstellern weiter anzuheben und unseren Kunden auf der ganzen Welt aufregende neue Erlebnisse zu bieten.“

Die wichtigsten Fahrzeugsysteme, in denen sich die Cloud-Nutzung zeigt, sind BMW iDrive – für E-Autos wie iX – und BMW Connected Drive. Mithilfe von Remote Software-Updates erfolgt die Aktualisierung dieser beiden Systeme, die auf dem neuen BMW Operating System 8 basieren. Weitere Services lassen sich hinzubuchen. Das Betriebssystem unterstützt Amazon Alexa Car Integration, Android Auto und Apple CarPlay.

Persönlich und intelligent

In einem BMW iX mit iDrive lässt sich die Software während des Fahrens aktualisieren.
In einem BMW iX mit iDrive lässt sich die Software während des Fahrens aktualisieren.
(Bild: BMW)

iDrive soll ein individuell anpassbares Nutzererlebnis bieten, so etwa mit dem BMW Intelligent Personal Assistant, der die Bedienung einer Vielzahl von Funktionen per Sprachdialog erlaubt. Mit der Funktion „MyModes“ aktivieren Fahrende ein „immersives Erlebnis“ durch individuelle Abstimmung von digitalem Design, Innenlicht und Sound. Solche persönlichen Einstellungen wie „efficient“, „sport“ oder „personal“ können Fahrende sicher in ihrer BMW ID speichern und auf Wunsch in jedem BMW abrufen. Mit „Learning Navigation“ lernt das jeweilige Fahrzeug Gewohnheiten, die mit der individuellen BMW ID verknüpft sind, und antizipiert das nächste Ziel des Fahrenden. Hier ist also schon Künstliche Intelligenz am Werk.

In puncto Sicherheit hat BMW ebenfalls alles digitalisiert. Dazu gehört der BMW Digital Key Plus auf dem Smartphone, mit dem sich ein Fahrzeug bei Annäherung automatisch und exklusiv entriegeln lässt. Ein Digital Key lässt sich mit der My-BMW-App erstellen und auf einem kompatiblen iPhone speichern. Sollte mal der physische Schlüssel entwendet werden oder verlorengehen, kann man also immer noch den DigitalKey nutzen. Für die Konnektivität ist eine eSIM-Karte nötig, und mit ihr ist unbegrenztes Streamen von Musik via Spotify realisierbar. Ab Mitte 2022 soll aus dem Fahrzeug ein WLAN-Hotspot werden, der u.a. 5G-Highspeed-Internet unterstützen soll.

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