Big Data und der Aspekt der Ethik: Die Zusammenführung zahlreicher Datenquellen ermöglicht den gläsernen Kunden. Dies ist ganz besonders leicht in Big Data Analyse-Anwendungen, seien sie nun im eigenen Haus oder aus der Cloud bezogen - entscheidend ist der Umfang der Datenbasis.
Die IT-Disziplin der Information Governance legt fest, wer in einem Unternehmen oder einer Organisation was wann wie mit den vorhandenen Daten tun darf.
Die Sorge, wie Datenbestände im Umfang von Petabyte geschützt werden können, ist verknüpft mit der Expertenforderung nach einer neuen Ethik im Umgang mit solchen Daten.
Der Aspekt der Datensicherheit wirft mehrere Fragen auf. Den ersten offensichtlichen Aspekt, nämlich Sicherung und Schutz von Massendaten bei einem Cloud-Provider, wäre Gegenstand eines gesonderten Buches: Zu zahlreich sind die nutzbaren Technologien, um sie hier in genügendem Maße darstellen zu können.
Der zweite Aspekt betrifft die Nutzung von Big Data selbst, um große Datenmengen auf Gefahren und Risiken hin zu untersuchen. Diese Technologie wird beispielsweise von EMC/RSA, Splunk, HP oder IBM angeboten, ist aber unter dem Stichwort "System Information and Event Management" (SIEM) bei Herstellern von Security-Technologien im Angebot.
Der dritte, nicht ganz so offensichtliche Aspekt, betrifft Information Governance. Sowohl der Cloud-Provider als auch seine Kunden sind durch deutsche Gesetze verpflichtet, über die Schutzvorgaben hinsichtlich personenbezogener Daten zu wachen. Darum geht es in diesem Beitrag.
Information Governance
Die IT-Disziplin der Information Governance legt fest, wer in einem Unternehmen oder einer Organisation was wann wie mit den vorhandenen Daten tun darf. In einer Zeit, in der sowohl die gesetzlichen Vorgaben steigen als auch Gefahren von außen und innen zunehmen, kommt dieser Disziplin wachsende Bedeutung zu. "Sie ist für manche Szenarien leider noch eine Grauzone", moniert Holger Kisker, Berater bei der Forrester Group. Die Unternehmen seien verunsichert, was die Umsetzung angehe. "Das führt zu einer erheblichen Investitionsblockade, insbesondere in Deutschland, viel mehr als in USA."
Aufgaben des Chief Data Officers
Um wenigstens in den Unternehmen selbst die Unsicherheit zu beseitigen, fordert Kisker mit einem Chief Data Officer (CDO) die Einrichtung eines Vorstandsmitglieds, das für alle Belange des Datenschutzes im Sinne der Information Governance zuständig ist. Der Unternehmensberater Wolfgang Martin definiert dessen Rolle so: "Die Aufgabe eines CDOs besteht darin, die Wertschöpfung von Daten und Informationen im Unternehmen zu optimieren." Er stelle sicher, dass im Unternehmen die richtigen Daten gesammelt, analysiert und zum Entscheiden genutzt werden können. Er stelle ebenfalls sicher, "dass dazu eine Ethik im Unternehmen entwickelt wird und im Rahmen der Unternehmens-Compliance eingehalten wird."
Sowohl Martin als auch Kisker merken an, dass eine solche Ethik derzeit vielfach nicht vorzufinden sei. "Wir sind an einem sehr kritischen Punkt der Informationsgesellschaft angekommen, was die Grundsätze für die Datennutzung anbelangt", gibt Wolfgang Martin zu bedenken. Als Blocker bei der Nutzung von Social-Media-Daten erweise sich etwa die große Unsicherheit in den deutschen Unternehmen bezüglich der Nutzung dieser Daten. "Hier ist der Gesetzgeber gefordert. Die Gesetze stammen ja noch aus dem letzten Jahrhundert", moniert er.
"Im Falle der Big Data Analytik muss sich der Bürger auch wehren und es darf nicht sein, dass beispielsweise Krankenkassen Zugriff auf Gesundheitsdaten bekommen", so Martin weiter. "Umgekehrt halte ich es für lebensrettend, wenn Ärzte Zugriff auf die Gesundheitsdaten bekommen. Stellen Sie sich vor, Sie sind herzkrank und haben einen Verkehrsunfall, dann ist es entscheidend über Leben und Tod, dass sofort festgestellt wird, ob Sie irgendwelche blutverdünnenden Mittel nehmen oder nicht."
Martin erinnert aber auch an das Beispiel der Polizei von Santa Cruz, Kalifornien. Dort finden die Gesetzeshüter mit Hilfe von Predictive Analytics heraus, wo sich Verbrecher am wahrscheinlichsten zu bestimmten Zeiten aufhalten werden, um eventuell Straftaten zu begehen. Der Erfolg dieser Methode hat Schlagzeilen gemacht. "Die Frage lautet inzwischen: Ist die Privatsphäre von Verbrechern oder der Schutz der Bürger wichtiger?" Er empfiehlt: "Die Rolle eines Datenschützers sollte nicht die eines Polizisten sein, sondern die eines Beraters, eines Helfers, der einem hilft, den Weg zu finden, wie man mit Informationen umgehen kann, so dass einerseits die Privatsphäre geschützt ist, andererseits der Kunde und Bürger in den Genuss und der Vorteile dieser Information kommt und geführt wird."
Stand: 08.12.2025
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