Definition: relationaler Datenbankdienst aus der Microsoft-Cloud Was ist Azure Database for PostgreSQL?

Von zeroshope 3 min Lesedauer

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Bei Azure Database for PostgreSQL handelt es sich um einen relationalen Cloud-Datenbankdienst von Microsoft. Ursprünglich wurde dabei zwischen einem einzelnen Server und einem flexiblen Angebot unterschieden. Dies hat sich jedoch geändert: heute stellt Microsoft den Service auch unter der Bezeichnung Azure Cosmos DB for PostgreSQL zur Verfügung.

Azure Database for PostgreSQL ist ein relationaler Datenbank-Service, der in der Microsoft-Cloud Azure für die auf Open Source basierenden PostgreSQL-Datenbanken zur Verfügung steht.(Bild:  frei lizenziert © Gerd Altmann /  Pixabay)
Azure Database for PostgreSQL ist ein relationaler Datenbank-Service, der in der Microsoft-Cloud Azure für die auf Open Source basierenden PostgreSQL-Datenbanken zur Verfügung steht.
(Bild: frei lizenziert © Gerd Altmann / Pixabay)

Die Verfügbarkeit großer Datenmengen in geringer Zeit ist für immer mehr Anwendungen zwingend notwendig. Sie funktionieren ansonsten nicht richtig. Genau an dieser Stelle setzt das von Microsoft stammende Angebot Azure Database for PostgreSQL an. Es beruht auf der Community Edition von PostgreSQL, bietet aber auch weitere Funktionen. Kunden können sich beispielsweise dafür entscheiden, das Angebot vollständig vom Anbieter verwalten zu lassen.

Was ist PostgreSQL?

PostgreSQL bildet trotz des erweiterten Funktionsumfangs den Kern des Angebots. Entsprechend soll diese Komponente zuerst vorgestellt werden. Es handelt sich um ein relationales Open-Source-Objekt-Datenbanksystem. Durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung von mehr als 35 Jahren genießt die Lösung den guten Ruf, besonders robust und leistungsstark zu sein.

Diese besonderen Vorteile bietet PostgreSQL

  • Zuverlässigkeit,
  • Erweiterbarkeit (unbegrenzt skalierbar, Limitierung nur durch das eingesetzte System),
  • großer Funktionsumfang,
  • eigene Funktionen erstellbar,
  • Schnittstellen für unterschiedliche Programmiersprachen,
  • Add-Ons, um die Datenbank an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Schattenseiten des Datenbanksystems

Einige Nachteile sind beim Umgang mit PostgreSQL allerdings ebenfalls zu berücksichtigen, die allerdings teilweise durch Microsoft im Rahmen des hier erklärten Dienstes direkt adressiert werden:

  • kein Hersteller-Support (Microsoft springt bei Azure Database for PostgreSQL ein),
  • keine offiziellen Administrationswerkzeuge (auch hier bietet Microsoft Hilfen),
  • Dokumentationen nur in englischer Sprache vorhanden (und dies nicht sonderlich umfangreich),
  • vergleichbar geringe Lesegeschwindigkeit (kompensierbar durch passende Konfiguration, bereitgestellt von Microsoft).

Unter dem Strich wiegen die Vorteile die Nachteile deutlich auf. Microsoft neutralisiert für Azure Database for PostgreSQL drei der Schattenseiten direkt. Die Beherrschung der englischen Sprache ist im IT-Bereich kein echtes Hindernis.

Wie ist das Azure Database for PostgreSQL-Angebot aufgebaut?

Ursprünglich gab es drei Angebotsvarianten unter dem Label Azure Database for PostgreSQL: Single Server (also ein isolierter Server), Flexible Server und Hyperscale (Citus). Über Single Server bzw. Einzelserver konnten Nutzer zwischen den Optionen „Basic“, „Allgemein“ und „Arbeitsspeicheroptimiert“ wählen. Enthalten waren die meisten Datenbankverwaltungsfunktionen wie Hochverfügbarkeit, Backups oder auch Patching. Gedacht war diese Lösung primär für cloud-native Apps.

Flexible Server bietet alles, was Einzelserver konnte, aber ist durch die höhere Zahl der Server zu mehr in der Lage. Dieser Dienst eignet sich beispielsweise ebenfalls für die Entwicklung und den Betrieb von Applikationen. Nutzer können sich zudem für verwaltete Wartungsfenster entscheiden und eine zonenredundante Hochverfügbarkeit anfordern. Hyperscale (Citus) war ein Plattform-as-a-Service-Angebot, mit dem eigene Datenbanksystem gestaltet werden konnten.

2023: Änderungen der Angebotsstruktur von Microsoft

Die Zeitformen im vorherigen Abschnitt geben es bereits preis: Das ursprüngliche Angebot existiert in dieser Form seit Frühjahr 2023 nicht mehr. Microsoft hat Single Server bzw. Einzelserver eingestellt und empfiehlt den Umstieg auf Flexible Server. In diesem Zug wurde auch die bisherige Option Hyperscale (Citus) umbenannt in Azure Cosmos DB for PostgreSQL. Funktionell hat sich trotz der neuen Bezeichnung nichts geändert.

Diese besonderen Vorteile bietet das Angebot Azure Database for PostgreSQL

  • Hochverfügbarkeit,
  • nutzungsbasierte Bezahlung,
  • vorhersagbare Leistung,
  • automatische Datensicherungssysteme (u. a. Point-in-Time-Wiederherstellungen für bis zu 35 Tage),
  • elastische Skalierungen,
  • automatisierte Wartungen,
  • umfangreicher Support,
  • einfache Migration mittels Azure Database Migration Service (DMS).

Diese Nachteile sind für die Nutzung von Azure Database for PostgreSQL zu berücksichtigen

  • viele konkurrierende Erweiterungen für PostgreSQL, dadurch höhere Komplexität,
  • aufwendiger als konkurrierende Lösungen,
  • Hochverfügbarkeit standardmäßig nicht aktiviert,
  • im vollständigen verwalteten Service nur limitierte Zahl von PostgreSQL-Versionen nutzbar.
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