AWS Summit Berlin 2024: Impulse für Deutschland AWS gibt Startschuss für europäische Sovereign Cloud in Brandenburg

Von Dr. Jakob Jung 4 min Lesedauer

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Auf dem AWS Summit Berlin 2024 zeigte der Hyperscaler Innovationen rund um die Cloud und kündigte eine Cloud Region in Brandenburg an. Mehrere Milliarden Euro sollen in das Bundesland fließen.

Bis 2040 will Amazon rund 7,8 Milliarden Euro in die Cloud Region Brandenburg investieren – über diesen Deal freut sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (re, mit Max Peterson, Vice President of Sovereign Cloud bei AWS).(Bild:  Konrad Lange, AWS)
Bis 2040 will Amazon rund 7,8 Milliarden Euro in die Cloud Region Brandenburg investieren – über diesen Deal freut sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (re, mit Max Peterson, Vice President of Sovereign Cloud bei AWS).
(Bild: Konrad Lange, AWS)

Amazon Web Services rief und alle kamen: Auf dem AWS Summit Berlin 2024 waren die Hallen überfüllt, vor allem im Public-Sector-Bereich. Allein am ersten Veranstaltungstag machten sich über 7.000 Partner und Kunden auf den Weg in die Station Berlin.

Die wichtigste Ankündigung auf dem AWS Summit Berlin 2024 war zweifellos die geplante Ankerinvestition des Hyperscalers in Deutschland: Amazon Web Services plant den Start der ersten Region der European Sovereign Cloud für Ende 2025 und will bis 2040 rund 7,8 Milliarden Euro in Brandenburg investieren sowie 2.800 Arbeitsplätze schaffen.

Stefan Höchbauer, Managing Director Germany and Europe Central bei AWS, erläutert die Bedeutung der European Sovereign Cloud: „Die neue European Sovereign Cloud ist für Kunden aus dem öffentlichen Sektor und regulierten Branchen konzipiert und erfüllt hohe Anforderungen an den Datenschutz.“

Brandenburgs Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach (SPD) ist begeistert: „Wir sehen eine dynamische Entwicklung bei Rechenzentren. Acht Milliarden Euro sind eine Ankerinvestition für Brandenburg und Berlin. Es gibt einen Wettbewerb zwischen Brandenburg/Berlin und Bayern. Wir haben die Region München in der Dichte der Forschungs- und Hochschulstandorte überholt. Das Ausbildungsniveau unserer Fachkräfte ist ein Standortvorteil. Unsere Entwicklungsgeschwindigkeit hat sich stark beschleunigt. Von der Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz kann ganz Brandenburg profitieren. Wir bieten ein starkes Rückgrat für die gesamte Region. Die Cloud-Souveränität ist uns wichtig. Ich bin sehr besorgt, dass die Branche in Deutschland im Tiefschlaf liegt. Wir müssen unseren Bürgern bessere Dienste anbieten, damit wir unsere Versprechen halten können.“

Max Peterson, Vice President of Sovereign Cloud bei AWS, fügt hinzu: „Brandenburg bietet Vorteile in den Bereichen Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Es geht auch um die Qualität der Fachkräfte. Wir sind ein Dienstleister und arbeiten eng mit den Aufsichtsbehörden zusammen, um Compliance sicherzustellen.“

Die Kundenresonanz auf die Ankündigung war sehr gut und der Public-Sector-Bereich auf dem Cloud Summit in Berlin völlig überfüllt.

Investition in Deutschland

Mit dieser langfristigen Investition will AWS einen Multiplikatoreffekt für Cloud-Computing in Europa auslösen. Sie soll die digitale Transformation der Verwaltung und von Unternehmen vorantreiben, das AWS Partner Network (APN) stärken, die Zahl der Cloud- und Digitalfachkräfte erhöhen, erneuerbare Energieprojekte vorantreiben und eine positive Wirkung in den Gemeinden erzielen, in denen AWS präsent ist.

Insgesamt wird die geplante AWS-Investition bis 2040 voraussichtlich 17,2 Milliarden Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt und zur Schaffung von 2.800 Vollzeitstellen bei regionalen Unternehmen beitragen. Diese Arbeitsplätze in den Bereichen Bau, Instandhaltung, Ingenieurwesen, Telekommunikation und der breiteren regionalen Wirtschaft sind Teil der Lieferkette für AWS-Rechenzentren.

Das Interesse am AWS Summit war auch dieses Jahr wieder groß.(Bild:  Jakob Jung)
Das Interesse am AWS Summit war auch dieses Jahr wieder groß.
(Bild: Jakob Jung)

Darüber hinaus wird AWS neue Stellen für hochqualifizierte festangestellte Fachkräfte wie Softwareentwickler, Systemingenieure und Lösungsarchitekten schaffen, um die AWS European Sovereign Cloud aufzubauen und zu betreiben. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu beheben und sich auf die technischen Berufe der Zukunft vorzubereiten. Im vergangenen Jahr hat AWS beispielsweise gemeinsam mit der Siemens AG das erste Ausbildungsprogramm für AWS-Rechenzentren in Deutschland entwickelt. Ebenso hat das Unternehmen in Kooperation mit dem Deutschen Industrie und Handelstag (DIHK) den bundeseinheitlichen Zertifikatslehrgang zum „Cloud Business Expert“ entwickelt sowie die „AWS Skills to Jobs Tech Alliance“ in Deutschland ins Leben gerufen. AWS will gemeinsam mit lokalen Partnern daran arbeiten, Ausbildungsprogramme und Fortbildungen anzubieten, die auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten sind.

Sovereign-by-design

Der Sovereign-by-design-Ansatz von AWS soll Kunden dabei helfen, strikte Anforderungen an Sicherheit, Souveränität und Datenschutz zu erfüllen.

Mit der AWS European Sovereign Cloud entsteht eine neue, unabhängige Cloud für Europa. Die AWS European Sovereign Cloud ist vollständig getrennt von anderen AWS-Regionen. Kunden der AWS European Sovereign Cloud profitieren somit bei voller Unabhängigkeit von den bekannten Vorteilen der AWS-Infrastruktur, einschließlich der branchenführenden Sicherheit, Verfügbarkeit, Leistung und Resilienz.

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Innovation aus dem Weltraum

Aber auch über Deutschland hinaus zeigt AWS Innovationsbereitschaft. Tom Soderstrom, AWS Enterprise Strategist, war jahrzehntelang Forschungschef der NASA und will jetzt Innovation aus dem Weltraum bei AWS einbringen. Um Innovation zu fördern, müsse eine Kultur geschaffen werden, in der Experimentieren nicht nur toleriert wird, sondern die Norm ist: „Es gibt wirksame Methoden, mit denen schrittweise eine Kultur geschaffen werden kann, in der Experimente mit geringen Kosten, geringem Risiko, wenig Reibungsverlusten und großem Nutzen für das Unternehmen gefördert werden.“

Soderstrom weiter: „Ich habe gesehen, wie diese Techniken im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA funktionieren, als ich dort IT Chief Technology and Innovation Officer war. Die experimentierfreudige Kultur des JPL hat dazu geführt, dass die Teams die Cloud für die heutigen Raumfahrtmissionen nutzen und so schneller Entscheidungen treffen und bei Bedarf umsteuern können. Das schnelle Experimentieren hat auch zur Einführung vieler neuer Technologien wie Augmented Reality, 3D-Druck, Datenvisualisierung und demokratisiertes maschinelles Lernen in großem Maßstab geführt. Bestehende Mitarbeiter, Praktikanten und Berufseinsteiger führten diese Innovationen schnell und kostengünstig ein. Raumschiffe sind wie Computer am Boden und das Internet of Things wird zu Internet of Space Things.“

Obwohl die NASA eine Behörde ist, konnte sie mit dieser Methode Innovationen schneller umsetzen als die Privatwirtschaft. Soderstrom will diese Erfahrung nutzen, um Kunden aus dem Öffentlichen Sektor zu zeigen, wie sie in der Cloud ihre Innovationsgeschwindigkeit deutlich steigern können.

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