Schnell, einfach, einsatzbereit: Nextcloud All-in-One (AIO) macht die Einrichtung von Nextcloud zum Kinderspiel – ideal für für Test- und Entwicklungsumgebungen, aber auch den produktiven Betrieb. Wie die Installation und Konfiguration gelingt.
Nextcloud All-in-One: Schnell installiert und direkt einsatzbereit.
(Bild: BritCats Studio - stock.adobe.com)
Nextcloud All-in-One ist eine Installationsmethode für Nextcloud, welche die private Cloud sehr schnell einsatzbereit macht. Hierfür ist kein Hintergrundwissen notwendig. Basis für die Installation ist Docker, da die Bereitstellung als Container erfolgt. Dabei sind Docker- und Linux-Kenntnisse von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.
Die Installation ist einfach gehalten, sodass die Bereitstellung auch von weniger erfahrenen Admins erfolgen kann. Basis der Installation muss ein Server sein, der Docker betreiben kann. Dabei kann es sich um Windows, macOS oder Linux handeln. Bei Windows muss darauf geachtet werden, dass der Zugriff auf die Cloud Clientzugriffs-Lizenzen (CALs) für Windows benötigt. Daher ist die Installation auf Linux meistens die beste Variante.
Die Umgebung unterstützt bis zu 100 Benutzer, was für die meisten KMU und Privathaushalte ausreichend ist. Für einen reibungslosen Betrieb wird jedoch empfohlen, sie produktiv mit höchstens 15 bis 20 Nutzern zu nutzen. Bei mehr Nutzern lohnt es sich die kostenlose Cloud-Umgebung auf herkömmlichen Wegen zu installieren. Vor allem für kleinere Umgebungen eignet sich Nextcloud AIO. Die Umgebung lässt sich nach der Installation beliebig erweitern, sodass das Hinzufügen weiterer Dienste problemlos möglich ist. Es ist allerdings nicht möglich einfach von einer AIO-Installation zu einer manuellen Einrichtung zu wechseln.
Funktionsumfang und Installation von Nextcloud All-in-One
Grundsätzlich entspricht die Installation von Nextcloud AIO einer Nextcloud-Installation, die bereits eingerichtet ist. Enthalten sind Container für die Volltextsuche sowie für die Videokonferenz-Lösung Talk, die Teil von Nextcloud ist. Zudem steht ein Dokumenten-Server zur Verfügung, der die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten durch mehrere Nutzer ermöglicht. Hier können zum Beispiel mehrere Benutzer gleichzeitig an Dokumenten arbeiten.
Für den Betrieb von Nextcloud-All-in-One ist ein Server notwendig. Dabei kann es sich natürlich auch um kleinere Hardware wie Mini-PCs oder kompakte Server handeln. Wichtig ist es dabei auf die Ausfallsicherheit zu achten und genügend Speicherplatz zur Verfügung zu stellen. Die Installation ist auch auf einem Server im Internet möglich.
Als Basis-Betriebssystem nutzen wir in diesem Beitrag Ubuntu 24.04 LTS. Kommt eine andere Variante zum Einsatz, muss darauf geachtet werden, dass der Support der Linux-Distribution ausreichend lang ist. Ansonsten kann es passieren, dass die Distribution aktualisiert werden muss, wenn Nextcloud bereits installiert ist. Dies kann vor allem für weniger erfahrene Linux- oder Docker-Admins eine Herausforderung darstellen. Generell kann es sinnvoll sein, per SSH auf den Linux-Server zugreifen zu können. Am Beispiel von Ubuntu geht das mit:
sudo apt install openssh-server
Danach ist es möglich mit Tools wie Putty auf den Server zuzugreifen, um Installationen und Einstellungen durchführen zu können. Für den Zugriff aus dem Internet sind Portfreigaben in der Firewall notwendig, damit Anwender auch von unterwegs auf Nextcloud zugreifen können. Sinnvoll ist an dieser Stelle der Einsatz einer statischen IP-Adresse.
Den Zugriff auf die private Cloud von extern konfigurieren
Für die Einrichtung ist noch die Eingabe einer Domäne notwendig. Für den externen Zugriff mit einem DNS-Namen sollte auf einer eigenen Domäne gearbeitet werden. Durch das Erstellen eines A-Eintrags können alle externen Zugriffe wie auf cloud.thomas-joos.com zur externen IP-Adresse der Unternehmensfirewall umgeleitet werden. Hier erfolgt danach die Konfiguration einer Portweiterleitung zur Nextcloud-All-in-One-Installation. Diese Weiterleitung ist später auch notwendig, um die Installation abzuschließen.
Docker installieren
Für die Installation von Nextcloud-All-in-One sind Root-Rechte notwendig. Daher kommt vor der Installation der privaten Cloud der Befehl „sudo -s“ zum Einsatz. Danach kommt die Installation von Docker. Das geht zum Beispiel mit den Befehlen:
Hier muss die Ausgabe „active“ erfolgen. Mit „docker --version“ zeigt das Terminal die installierte Docker-Version an. Der Befehl „docker --help“ zeigt eine Hilfe des Docker-Befehls an und „docker ps -a“ zeigt die laufenden Container an. Hier ist es wichtig, dass keine Fehlermeldung mit „Permission Denied“ angezeigt wird. In diesem Fall sollte überprüft werden, ob die Root-Shell noch aktiv ist („sudo -s“).
Mit dem folgenden Befehl lässt sich das jeweilige Benutzerkonto auch in die Docker-Gruppe aufnehmen:
sudo usermod -aG docker ${USER}
Danach ist aber ein Neustart der SSH-Verbindung oder des Terminals notwendig. Die Installation in einer Sudo-Shell ist bei Nextcloud-All-in-One aber der einfachere Weg. Wenn Docker einsatzbereit ist, beginnt der nächste Teil der Installation.
Stand: 08.12.2025
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Die Einrichtung von Nextcloud-All-in-One geht über einen einzelnen Befehl. Hier sollte die aktuelle Version von der Nextcloud-GitHub-Seite verwendet werden. Der Befehl sieht folgendermaßen aus:
Auf der Seite sind auch weiterführende Informationen, wie sich die Installation anpassen lässt, zum Beispiel bezüglich des verwendeten Ports. Meistens reicht das Standardskript aus. Nachdem der Befehl gestartet ist, beginnt der Download der Dateien und Container. Im Terminal ist danach die URL zu sehen, über die Nextcloud AIO aufgerufen werden kann. Beim ersten Start erfolgt noch die Einrichtung der Umgebung. Hier zeigt die Oberfläche auch den Passphrase für den Zugriff zur Verwaltung an. Dieser sollte schnellstmöglich gesichert werden.
Funktioniert die Einrichtung nicht, ist es möglich mit dem folgenden Befehl alle vorhandenen Container zu stoppen, zu löschen und so die Umgebung zu bereinigen. Danach kann die Einrichtung erneut gestartet werden:
docker stop $(docker ps -q)docker rm $(docker ps -aq)docker rmi $(docker images -q)docker system prune -a
Sobald die Webseite für den Zugriff funktioniert, kann man diese mit der lokalen IP-Adresse und den Port 8080 öffnen. Da Nextcloud AIO selbst signierte Zertifikate nutzt, erscheint eine Zertifikatswarnung, diese kann ignoriert werden. Danach kann man die eigene Domäne für den externen Zugriff eintragen. Danach öffnet sich die Seite zur Einrichtung der einzelnen Container. Wichtig ist, dass die Firewall die Zugriffe auf Port 443 zum Nextcloud-Server per Portweiterleitung durchlässt. Ansonsten zeigt der Einrichtungsassistent einen Fehler. Im Fenster lassen sich jetzt die einzelnen Dienste zur Installation auswählen. Danach steht Nextcloud AIO zur Verfügung. Die Anmeldung erfolgt mit dem Benutzername „Admin“ und dem angegebenen Kennwort. Danach ist die Installation abgeschlossen. Es gibt allerdings noch keine Backup-Lösung. Hier sollte bei einem produktiven Einsatz die Datensicherung eingerichtet werden.