Branchenübergreifendes Naturschutzprojekt in Hessen Amazon und Microsoft finanzieren Renaturierungsprojekt

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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Amazon und Microsoft Deutschland planen ein Wasserrückführungsprojekt in Hessen. Der NABU soll es mit regionalen Partnern und Behörden umsetzen. Es unterstützt das Ziel von Amazon, bis 2030 mehr Wasser zurückzuführen, als seine Rechenzentren im Betrieb verbrauchen.

Gemeinsam für die Wasserversorgung: Im hessischen Vogelsberg realisieren Amazon und Microsoft gemeinsam mit dem NABU ein Projekt zur Sicherung des Trinkwassers. Auf 40 Hektar sollen dafür Feuchtgebiete renaturiert werden.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Gemeinsam für die Wasserversorgung: Im hessischen Vogelsberg realisieren Amazon und Microsoft gemeinsam mit dem NABU ein Projekt zur Sicherung des Trinkwassers. Auf 40 Hektar sollen dafür Feuchtgebiete renaturiert werden.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Amazon und Microsoft, die im Cloud-Geschäft miteinander konkurrieren, unterstützen gemeinsam ein Renaturierungsprojekt im hessischen Vogelsberg. Das Projekt soll die Wiederherstellung von Feuchtgebieten im hessischen Vogelsberg unterstützen. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) möchte sich mit anderen regionalen Partnern und Behörden an dessen Umsetzung beteiligen.

Auf 40 Hektar sollen natürliche Bedingungen für Feuchtgebiete wiederhergestellt werden. Der Vogelsberg ist ein wichtiges Gebiet für die Wassergewinnung und liefert einen erheblichen Teil des Frankfurter Trinkwassers. Das Projekt soll dazu beitragen, das Ziel von Amazon, bis 2030 mehr Wasser an Gemeinden zurückzuführen, als das Unternehmen im direkten Betrieb seiner Rechenzentren verbraucht, zu unterstützen.

Dass Microsoft und Amazon hier gemeinsam mit dem NABU investieren, zeigt, dass wir als Branche Verantwortung übernehmen und mit konkreten Projekten vor Ort einen messbaren Unterschied machen können.

Christian Schätz, COO von Microsoft Deutschland

Renaturierung soll Grundwasserversorgung stärken

Amazon und Microsoft finanzieren das Vorhaben: Amazon steuert mehr als 2,9 Millionen Euro bei. Nach Abschluss soll das Projekt voraussichtlich jährlich mehr als 750 Millionen Liter Wasser in die lokale Grundwasserversorgung zurückführen und so die Wasserressourcen Frankfurts und umliegender Gemeinden stärken.

„Wasser ist eine gemeinsame Ressource und damit auch eine gemeinsame Verantwortung. Deshalb braucht es Partnerschaften, die lokale Expertise, Wissenschaft und die Möglichkeiten der Privatwirtschaft zusammenbringen“, betont Microsoft COO Schätz.

Der Vogelsberg, die größte zusammenhängende Vulkanregion Mitteleuropas, berge erhebliches Potenzial für die Grundwasserneubildung. Denn die Grundwasserreserven der Region sind eine zentrale Trinkwasserquelle für die Stadt Frankfurt und umliegende Gemeinden. Da der Bedarf steigt und sich Klimamuster verändern, wird die Wiederherstellung der natürlichen Fähigkeit der Landschaft, diese Reserven aufzufüllen, zunehmend wichtiger für die langfristige Resilienz der regionalen Wasserversorgung. Gleichzeitig wächst in den Gemeinden der Frankfurter Region das Bestreben, die natürliche Fähigkeit der Landschaft zur Wasserspeicherung und -filterung wiederherzustellen. Ziel ist es, die Folgen von Entnahme, künstlicher Entwässerung und intensiver Landwirtschaft rückgängig zu machen.

Mehr zum Projekt:

In Zusammenarbeit mit rund zehn lokalen Grundstücksbesitzern wird der NABU ab 2026 schrittweise insgesamt 80 Hektar Land in den Projektgebieten „Alte Hasel“ und „Eisenbachaue“ bei Herbstein erwerben. Geplant sind außerdem weitere Flächenkäufe bis Ende 2028. Durch naturbasierte Ansätze sollen im Rahmen des Projekts auf 40 Hektar die natürlichen Bedingungen wiederhergestellt werden. Das umfasst die Entfernung künstlicher Entwässerungssysteme, die Schaffung von Flachwasserzonen und Mulden, die den Wasserabfluss verlangsamen und die Versickerung erhöhen, sowie die Etablierung extensiver Grünlandbewirtschaftung, um Nährstoffeinträge in Gewässer zu verringern. Durchgeführt werden die Arbeiten in Zusammenarbeit mit der Stadt Herbstein und örtlichen Landwirten.

Der NABU verspricht sich vom Projekt noch weit mehr als nur die Wiederherstellung natürlicher Wassersysteme. Entsprechend erklärt Ingo Ammermann, Bundesgeschäftsführer des NABU: „Diese Investition ermöglicht es uns, unsere Initiative deutlich auszuweiten. Das Projekt wird jährlich Hunderte Millionen Liter Wasser in den Boden zurückführen und zugleich Lebensräume für Arten wie das Braunkehlchen schaffen, die aus Deutschlands Tiefebenen verschwinden.“

Amazons Engagement für den Naturschutz:

Amazon hat weltweit mehr als 70 Projekte zur Wasserrückführung angekündigt, die jährlich voraussichtlich mehr als 40 Milliarden Liter Wasser an Gemeinden und Wassereinzugsgebiete zurückführen sollen. Amazon unterstützt unter anderem Projekte zur Leckage-Erkennung, Feuchtgebietsrenaturierung und effizienteren Bewässerung. Nach Unternehmensangaben ist der Konzern zudem Europas größter privatwirtschaftlicher Abnehmer CO₂-freier Energie.

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