Wirtschaftspolitik in Europa

Wirtschaftswachstum durch Stärkung des IT-Sektors

Seite: 2/5

Anbieter zum Thema

Alle Wirtschaftsbereiche in der EU, die heute einen gemeinsamen Lebensraum für mehr als 500 Millionen Menschen umfasst, sind zur Bewältigung ihrer millionenfachen und komplexen Trans- und Interaktionen im extremen Ausmaß auf hoch verfügbare, sichere und leistungsstarke Kommunikationsnetze und auf die Nutzung von intelligenten IT-Services angewiesen.

Die vernetzte Zusammenarbeit im Banken- und Finanzsektor, chipgesteuerte industrielle Fertigungsanlagen, eine bürgernahe und effiziente Verwaltung in der Union, zeitgemäße eHealth- und Ambient-Assisted-Living-Anwendungen im Gesundheitswesen, Smart Metering und Sensor-kommunikation (Internet of Things) im Energiesektor, ein modernes Transportwesen für den Umbau urbaner Ballungszentren zu Smart Cities, der grenzüberschreitende Online-Handel, aber auch die multimediale Informationsverbreitung in den Medien oder die Bewahrung des kulturellen Erbes sind ohne innovative und sichere digitale Informations- und Kommunikationstechnologien nicht mehr möglich.

Für die Bürger verhält es sich nicht anders. Smartphones und Tablets sind aus der persönlichen Lebensgestaltung nicht mehr wegzudenken. Diese miniaturisierten Computer und die heute für sie verfügbaren Apps sind in einer Always-on-Gesellschaft längst zu persönlichen Organisationstools gereift, die sozialen Zusammenhalt und zeitgemäßes Infotainment nach individuellen Vorlieben miteinander verbinden.

Gerade bei dieser so bedeutenden Querschnittstechnologie hat Europa seine Hoheit fast komplett eingebüßt. US-amerikanische Internet- und Software-Unternehmen dominieren die Weltmärkte nach Belieben, sowohl im Hinblick auf die Börsenkapitalisierung als auch im Hinblick auf Umsatz und Gewinn. Apple, Microsoft, Google & Co oder der Internet-Händler Amazon werden allenfalls aus dem asiatischen Raum bedrängt, angeführt von Samsung aus Korea.

Das Geschäft mit Informationstechnologie wird 2014 weiter wachsen und einen Umsatzrekord von 2,84 Billionen Euro erreichen. In der IKT-Branche wird die weitere Marktentwicklung steil von den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) getrieben. Die Gesamt-EU wird ihren zweiten Platz hinter den USA (27,1 Prozent) mit 21,3 Prozent Weltmarktanteil trotz einer Einbuße von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zwar halten können, aber die BRIC-Staaten kommen der Union mit 18,7 Prozent gefährlich nahe.

Das Dilemma an diesem Szenario ist fehlende Autonomie. Wenn europäische Unternehmen, aus welcher Branche auch immer, sich in der Weltspitze positionieren wollen, sind sie vielfach auf IT-Systeme aus Amerika angewiesen.

Dabei ist gleichgültig, ob es sich um zeitgemäße Hardware wie stationäre Großrechner und PCs oder um mobile Lifestyle-Devices, um funktionale Software, um Datenbanken oder innovative IT-Bereitstellungsformen wie Cloud Computing, um Netzkomponenten wie Router und Gateways oder Vermittlungs- und Transporteinrichtungen in Netzknoten beziehungsweise um Services für Web 2.0 wie (semantische) Suchmaschinen, Social Network-Portale oder Location-based Services handelt.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:42588615)