Windows und Universal Apps kommen künftig nur noch als Services auf den Rechner. Die Umstellung auf Windows as a Service hat viele Vorteile, lässt aber auch Fragen offen, so etwa hinsichtlich der Sicherheit und der Lizenzierung.
Microsoft hat es bislang noch nicht wirklich geschafft, die Vorteile von Windows as a Service transparent darzustellen. Für Firmen bedeutet das neue Modell ein Umdenken, auch was die Lizenzierung angeht.
(Bild: Microsoft)
Microsoft will nach Angaben von Alexander Stüger, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, „in zwei bis drei Jahren eine Milliarde Lizenzen von Windows 10“ verkaufen. Angesichts des schleppenden Verkaufs von Windows 8.x, der real unter den Erwartung geblieben, erscheint diese Zielmarke als recht ambitioniert. Viele Unternehmen kleben noch an Windows 7, und 8 Prozent der Nutzer setzen noch immer auf Windows XP.
Berücksichtigt man jedoch, dass Windows 10 auf zahlreichen verfügbaren Hardware-Plattformen inklusive Windows Phone und Windows RT laufen soll, wächst die Erfolgswahrscheinlichkeit. Wirklich entscheidend ist jedoch, ob das neue Modell „Windows as a Service“ ein Erfolg oder von den geschäftlichen Benutzern abgelehnt wird. Großanwender wie „ein bekannter deutscher Automobilhersteller“ (Stüger) haben sich schon mal Sonderbedingungen einräumen lassen, um das Upgrade von Windows-8-Versionen auf Windows-10-Lizenzen so einfach und kostengünstig gestalten zu können.
Upgrades auf Windows 10 kosten entweder 135 Euro (Home Edition) oder 279 Euro (Professional), aber die Mehrzahl der deutschen Unternehmen dürfte auf das Volumenlizenzmodell setzen und es mit der Enterprise- oder der Education Edition fortsetzen. Für diese Anwender ist Windows as a Service besonders interessant, denn erstens müssen sie zwischen vier Update-Modellen wählen und zweitens entscheiden, ob und wie sie diese Update-Modelle mischen.
Update-Modelle für Business-User
Grundsätzlich sollte man zwischen Sicherheits-Updates (vulgo „Patches“) und Funktionserweiterungen wie etwa Add-ons unterscheiden. Windows as a Service soll beides vereinfachen. Doch es hilft, vorher Bescheid zu wissen, bevor sich der Business-Nutzer festlegt.
„Current Branch“ ist das einfachste Update-Modell, denn dabei wird einfach das vorhandene Update-Modell weitergeführt. Die Updates erfolgen automatisch und sofort. Wer das nicht will, sollte sich für „Current Branch for Business“ entscheiden. Während Patches immer sofort ausgeliefert werden, trifft dies auf Funktionserweiterungen nicht zu. Hier „sind Funktions-Updates für unterstützte Geräte erst dann verfügbar, wenn sie im Consumer-Markt ihren Mehrwert und die notwendige Kompatibilität im Unternehmenseinsatz bewiesen haben“, schreibt Microsoft.
Admins haben dann acht Monate Zeit, solche Erweiterungen testen zu lassen, etwa durch einen Windows Insider. „Mithilfe des Windows Server Update Service (WSUS) lassen sich ensprechende Update-Einstellungen vornehmen“, sagte der Microsoft-Produktmanager André Hansel.
Long Term Servicing
Als drittes Update-Modell gibt es „Long Term Servicing Branches“ (LTS). Sie werden nicht sofort installiert und lassen sich über längere Zeit hinauszögern, um beispielsweise sensible Geräte wie etwa bei der Flugsicherung, in der medizinische Notversorgung oder im Umfeld der Maschinensteuerung nicht zu stören. Solche zertifizierten Geräte könnten unter Umständen ihre Zulassung verlieren, wenn ihre Software durch ein Update verändert wird. Bei den LTS-Updates sollte sich dann der Anwender selbst um einen neuen Build von Windows 10 kümmern. Microsoft bietet Werkzeuge fürs Troubleshooting und den Roll-out an.
Als vierte Variante bieten die Redmonder schließlich noch „Windows Update for Business“ an. „Damit definieren Unternehmen Wartungsfenster, die festlegen, wann ein bestimmtes Gerät Updates erhalten soll, und kontrollieren, wann ausgewählte Gruppen im Unternehmen Aktualisierungen erhalten“, so der Hersteller.
Axel Oppermann ist IT-Marktanalyst und Gründer des Beratungs- und Analystenhauses Avispador.
(Bild: Axel Oppermann)
„Für das Update-Management und für Mobile Device Management lässt sich der Microsoft System Center Configuration Manager nutzen“, so Hansel. Der SCCM decke auch über 90 Prozent der Funktionen eines MDM-Tools wie MobileIron oder Microsoft Intune ab.
„Microsoft hat es noch nicht wirklich geschafft, die Vorteile von Windows as a Service transparent darzustellen“, kritisiert der Analyst Axel Oppermann. „Das braucht Zeit, zumal viele betroffene Anwender einen solchen Ansatz nicht gewohnt sind beziehungsweise diesen nicht erwartet haben.“ Er empfiehlt: "Insbesondere Firmen müssen sich überlegen, wie sie vorgehen wollen."
Stand: 08.12.2025
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