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Wearables machen nur in der Cloud Sinn

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Problem: Ist das Sammeln von Daten rechtmäßig?

Jetzt aber zur Crux der ganzen Sache: Dürfen die das überhaupt? Dürfen solche persönlichen Daten überhaupt massenhaft gesammelt werden. Diese Frage ist dringend, wie man anhand des Urteils des Verwaltungsgerichts in Ansbach vom 12. August 2014 sieht. Die Richter hatten damals geurteilt, dass der Einsatz von Dashcams – also Kameras auf Armaturenbrettern von Autos, die den Straßenverkehr im Blick haben - unter bestimmten Umständen gegen den Datenschutz verstoßen.

Es dürfen keine Aufnahmen erstellt werden mit dem Zweck, sie später etwa auf Youtube, Facebook oder anderen Kanälen zu veröffentlichen – oder sie vor Gericht zu verwenden. Auch in Ländern wie Österreich, Luxemburg oder Portugal sind die Dashcams unter Androhung hoher Strafen verboten. Begründung: Datenschutz – jeder soll die Möglichkeit haben, sich im öffentlichen Raum unbeobachtet bewegen zu können.

Gilt das (vorläufige!) Verbot aber auch für Google Glass? Die Brille kann schließlich ebenfalls Aufnahmen machen. Und das ist erst der Anfang: Wissenschaftler stellen uns Kameras in Aussicht, die automatisch auf "Aufnahme" drücken, sobald unsere Hirnwellen anzeigen, dass wir etwas Interessantes beobachten. Mit dem Autographer sehen wir erste Schritte in diese Richtung.

Die Rechtsprechung in vielen europäischen Ländern tendiert dahin, solchen Aufnahmen immer mehr Rechte zuzugestehen. Vermutlich wird die deutsche Rechtsprechung sowieso von der Realität eingeholt werden. So wie heute Kameras in Handys selbstverständlich sind, so werden sie in zehn Jahren in Brillen, Ohrringen, Uhren und Hemdknöpfen selbstverständlich sein, zunächst mit dem Gesundheitsargument, später vielleicht weil man es sich gar nicht mehr anders vorstellen kann. Die Überwachung unseres Körpers und seiner direkten Umwelt wird selbstverständlich werden.

Wearebales drängen ins Unternehmen

Darauf setzt auch Salesforce.com. Der Trendsetter in Sachen Cloud glaubt fest an eine Zukunft, die von massiven Datenströmen aus unzähligen Wearables geprägt ist. Datenströme, die nur in der Cloud beherrschbar sind. Und für Firmen heute noch undenkbare Schätze bergen. Dazu hat der Konzern von Marc Benioff bereits im März die Salesforce Wear-Plattform vorgestellt.

Sie hat einen ähnlich agnostischen Ansatz wie Samsungs SAMI-Cloud und überzeugt Analysten wie Brent Blum, Lead of Wearable Technology Practice bei Accenture: "Bei Accenture sind wir der Meinung, dass Wearables nicht nur für Verbraucher – beispielsweise in den Bereichen Fitness, Gesundheitsüberwachung oder Mode – spannend sind. Auch Unternehmen können sie als leistungsfähige Anwendungen einsetzen. Beispielsweise können Wartungstechniker im Außendienst schneller Störungen erkennen oder Chirurgen können sich mit Experten vernetzen, um Unterstützung bei komplizierten Eingriffen zu erhalten", so Blum. "Durch unsere Erfahrung in der Arbeit mit führenden Anbietern, haben wir die Potenziale von Wearables, die Art und Weise, wie Menschen leben und arbeiten zu transformieren, aus erster Hand erlebt. Wie salesforce.com sehen auch wir eine vielversprechende Zukunft für Wearables und freuen uns, künftig gemeinsam passende Lösungen bereitzustellen."

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist