Gartner Research über den Wandel von BPM hin zu Process Excellence Trends und Strategien für Business Process Management bis 2014
Bis 2014 werden einige der Global 2000-Unternehmen über nicht erkannte Schwächen in ihren Geschäftsprozessen straucheln, prophezeien die Analysten von Gartner. Als Gegenmittel gegen diese Fehler rangieren in ihren BPM-Empfehlungen für die nächsten Jahre Ablaufanalyse und -simulation sowie die Einsicht in die gesamte Prozesskette ganz oben.
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Innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre wird die BPM-Kompetenz zum erfolgsentscheidenden Faktor für die Global 2000 Unternehmen werden, sagt der Gartner-Analyst John Dixon. Diese Vorhersage klingt nicht neu, doch jetzt haben sich die Voraussetzungen geändert: Die für eine Prozessoptimierung erforderlichen Werkzeuge seien nun verfügbar, so der Analyst, und auch das Geschäftsumfeld sehe nun nach dem weltweiten Wirtschaftsabschwung anders aus. Eine Kombination aus gesetzlichen Regularien, technologischen Neuerungen und nicht zuletzt auch Naturkatastrophen machen schnelle Reaktionen nötig, und BPM stelle eine Möglichkeit dar, diese zu gewährleisten.
„Mittlerweile beschäftigen sich die allermeisten Global 2000-Unternehmen mit dem Geschäftsprozessmanagement, wenn auch nicht immer über alle Abteilungen und Organisationen hinweg“, stellt Dixon fest. Auch gebe es Unterschiede in der Unterstützung durch die IT. Manche nutzen immer noch lediglich Visio für das Mapping von Prozessen, andere wiederum setzen die BPM-Suiten großer Hersteller ein.
Auch haben die meisten Organisationen einen guten Einblick in die Aufgaben ihrer Abteilungen und auch in das jeweilige Endprodukt, sagt Dixon. Weniger gut jedoch ist bei vielen die Einsicht in den Gesamtprozess – von Anfang bis zum Ende. Der Grund dafür liegt laut Gartner in der Tatsache, dass Teile des Ablaufs nicht sichtbar sind, weil sie in Anwendungen, Prozeduren oder gar lediglich in den Köpfen der Verantwortlichen versteckt sind.
Die Visualisierung des gesamten Prozesses lässt sich mithilfe von BPM-Technologie erreichen. Und obwohl die benötigten Techniken und BPM-Practices vorhanden sind, zeigte eine Umfrage unter etwa 600 Unternehmen aus dem September letzten Jahres, dass 59 Prozent der Projekte keine Geschäftsprozessmodellierung umfassten, obwohl dies von elementarer Bedeutung für die Sichtbarkeit der Prozesse ist. 64 Prozent der Unternehmen verwenden kein Regelmanagement und 68 Prozent beschäftigen sich nicht mit der Simulation und Optimierung ihrer Abläufe, um Defizite aufzudecken. Schließlich setzen Drei Viertel der Anwender zur Messung ihrer Prozesse noch kein Business Activity Monitoring (BAM) ein.
„Doch all diese Techniken und Tools sind unverzichtbar, damit Unternehmen eine End-to-End-Sicht auf ihre Geschäftsprozesse erhalten. Denn nur so lassen sich auch Defekte oder Brüche in den Prozessen aufspüren und beseitigen beziehungsweise die Abläufe optimieren“, warnt der Analyst. „Passiert dies nicht, so werden viele Unternehmenslenker in den nächsten Jahren schlaflose Nächte haben.“
Auf dem Weg zu Process Excellence
Leistungsfähige Prozesse, auch als Process Excellence bezeichnet, lassen sich nur erreichen, wenn BPM und Business Intelligence zusammenarbeiten, so Dixon. Über BI-Tools können Anwender nicht nur die laufende Leistung ihrer Abläufe messen, sondern auch sehen, was passiert und dies in Beziehung zu anderen Prozessen und Arbeitsumgebungen setzen. Ändert sich etwas an der Umgebung, so zeigen die Tools dies an, und die Prozesse können an die Änderungen angepasst werden. Dazu müssen Unternehmen aber, so der Analyst, in Skills und Rollen investieren, denn das Vorhaben kann nur gelingen, wenn BI- mit BPM-Spezialisten und idealerweise auch mit den Enterprise Architecture-Experten zusammenarbeiten.
Mit anderen Worten, es empfiehlt sich, Competence Center ins Leben zu rufen. Hier sollten dann die laufenden Prozesse einem „Stress-Test“ unterworfen und die Lücken zwischen den Teilabläufen untersucht werden, um eine End-to-End-Sicht auf das Geschäft zu erhalten.
weiter mit: Unterteilung von wettbewerbsrelvanten und so genannten Commodity-Prozessen
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