Automatisierte Selbstbewertung nach dem EU-Rahmenwerk Suse stellt Bewertungs-Tool für digitale Souveränität bereit

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Der Open-Source-Anbieter Suse hat ein webbasiertes Selbstbewertungs-Tool veröffentlicht, mit dem Unternehmen ihren Reifegrad gemäß dem Cloud Sovereignty Framework der EU prüfen können. Die Analyse könne in rund 20 Minuten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen liefern.

Das Tool ordnet Organisationen einem von fünf „Sovereignty Effective Assurance Levels“ (SEAL 0–4) zu.(Bild:  Suse)
Das Tool ordnet Organisationen einem von fünf „Sovereignty Effective Assurance Levels“ (SEAL 0–4) zu.
(Bild: Suse)

Die browserbasierte Anwendung von Suse richtet sich an Organisationen, die ihre IT-Infrastruktur auf Konformität mit dem europäischen Rahmenwerk für digitale Souveränität überprüfen wollen. Das Framework gewann zuletzt an Bedeutung, da laut EU-Vorgaben künftig bestimmte öffentliche Aufträge einen Nachweis digitaler Souveränität voraussetzen könnten.

Automatisierte Bewertung ersetzt manuelle Analyse

Das Tool bewertet IT-Umgebungen entlang der acht Ziele des Cloud Sovereignty Framework (Stand Oktober 2025) und vergibt einen „Sovereignty Effective Assurance Level“-Score (SEAL). Dieser Wert ordnet Organisationen auf einer fünfstufigen Skala von SEAL-0 bis SEAL-4 ein. Nach Angaben von Suse liefert die webbasierte Lösung innerhalb von rund 20 Minuten Ergebnisse – ein Vorgang, der bislang manuell und mit erheblichem Aufwand verbunden gewesen sei.

Die Bewertung erfolgt gewichtet: Besonders kritisch betrachtet das System Lieferkettenaspekte (20 % Gewichtung) sowie operative Autonomie (15 %). Weniger stark priorisiert werden laut Anbieter andere Souveränitätsziele. Aus der Analyse soll hervorgehen, an welchen Stellen der größte Handlungsbedarf besteht.

Lokale Datenspeicherung im Browser

Anders als klassische SaaS-Anwendungen speichert das Tool keine Daten auf externen Servern. Sämtliche Ergebnisse verbleiben ausschließlich im Browser des Nutzers – ein Ansatz, der sich laut Suse insbesondere an sicherheitskritische Organisationen richtet. Die ermittelten Lücken und Handlungsempfehlungen lassen sich als PDF-Report exportieren.

„Ohne eine klare Bewertung der digitalen Souveränität können IT-Verantwortliche den notwendigen Budgetbedarf für entsprechende Initiativen kaum begründen“, erläutert Andreas Prins, Head of Global Sovereign Solutions bei Suse. Das Tool solle zudem aufzeigen, wie sich identifizierte Schwachstellen mit Lösungen von Suse und dessen europäischen Partnern schließen ließen.

Hintergrund: Wachsende Nachfrage nach Private Cloud

Das Marktforschungsunternehmen Forrester prognostiziert für 2026 eine deutliche Zunahme bei Private-Cloud-Lösungen. Als Treiber nennt Forrester u.a. die Themen digitale Souveränität und KI-Souveränität. Für das laufende Jahr rechnen die Analysten mit einer Verdopplung des Wachstums gegenüber 2025.

Die Universität Luxemburg hat das Tool nach eigenen Angaben bereits getestet. Markus Scherer, Ingenieur für Infrastruktur und Architektur an der Hochschule, hebt hervor, dass die Ergebnisse sich „gegenüber der Unternehmensleitung nachvollziehbar darstellen lassen“ und eine Grundlage für IT-Investitionsentscheidungen bildeten.

Das Selbstbewertungs-Tool steht ab sofort kostenfrei zur Verfügung und kann ohne Registrierung genutzt werden.

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