Qualifikationsdefizite, sogenannte Skill Gaps zählen zu den größten Herausforderungen, mit der Unternehmen der Tech-Branche heute konfrontiert sind. Einfach mehr Personal anzuheuern, ist weder eine sinnvolle noch eine realistische Lösung.
Skill Gaps: Defizite in der Qualifikation und der Fachkräftemangel allgemein machen es nötig, den Mitarbeitenden Freiraum für die Weiterbildung einzuräumen.
In Unternehmen sind Skill Gaps ein höchst individuelles Phänomen, daher gibt es auch keine pauschale Lösung.. Dennoch gibt es durchaus Strategien und Taktiken, um Wissenslücken effizient zu bekämpfen. Nichts in der IT ist so sicher wie der Wandel. Das ist einerseits positiv, denn das ständige Aufkommen neuer Technologien sorgt dafür, dass der Tech-Sektor der wohl spannendste Bereich überhaupt ist.
Andererseits laufen Administratoren und Entwickler dadurch Gefahr, nicht mehr up-to-date zu sein. Das stellt auf vielen Ebenen ein Problem dar: Unternehmen, die auf veraltete Technologien setzen, haben im zuweilen heftigen Konkurrenzkampf in der Regel einen immensen Nachteil, zudem arbeiten ihre Entwickler und Administratoren ineffizient. Im schlimmsten Fall können sich durch einen suboptimalen Tech- und Tool-Stack Sicherheitsrisiken in die Unternehmenssoftware oder kommerzielle Produkte einschleichen, die die Reputation des Produzenten schädigen.
Der Anspruch des IT-Personals einer Firma besteht darin, konstant auf dem aktuellen Stand der Technik zu operieren. Das bedeutet nicht nur, neue Technologien kennen und beherrschen zu lernen, sondern auch das breite Spektrum an obligatorischen Kenntnissen und Fähigkeiten konstant zu evaluieren und zu stärken. Gerade Softwareentwickler und Administratoren benötigen heute im Vergleich zu früher ein großes Repertoire an Standard-Skills. Die Krux ist, dass es gar nicht so leicht ist, all diesen Anforderungen gerecht zu werden: Es bedarf ständiger Weiterbildungen, um dem sogenannten Skill Gap keine Chance zu geben. Da im Mittelpunkt der meisten Tech-Unternehmen Daten stehen, für deren Sicherung Datenbanken zum Einsatz kommen, ist der technologische Wandel gerade in diesem Bereich besonders sichtbar.
Zu viele Baustellen führen zum Skill Gap
Wie stark sich die Anforderungen beispielsweise an Datenbankadministratoren verändert haben – und sich weiter verändern –, zeigt die Studie "State of the Database Landscape" von Redgate. Früher hosteten Unternehmen ihre Datenbanken vornehmlich auf eigenen Servern oder im Falle von Konzernen in privaten Rechenzentren. Die Verbreitung der Cloud-Technologie hat an dieser Stelle einen Paradigmenwechsel eingeläutet, der dafür sorgt, dass heute mehr als ein Drittel der Unternehmen ihre Datenbanken bereits vollständig in der Cloud hosten – doppelt so viele wie noch im Jahr 2020. Überwiegend oder komplett auf On-premises-Servern betreiben nur noch 31 Prozent der Firmen ihre Datenbankinfrastruktur. Auch Hybrid-Lösungen sind sehr weit verbreitet, die die Komplexität der Datenbankverwaltung noch weiter steigern.
Neben dem ursprünglichen Skill-Set für den Betrieb und die Entwicklung von Datenbanken benötigen IT-Experten dieser Tage also auch eingehendes Wissen über Cloud-Technologien. Die hoch dynamische und stark skalierbare Natur der Cloud hat zudem den Weg für Microservices-Architekturen und Container geebnet, wodurch auch Datenbankentwickler und -admins entsprechende Skills benötigen. Doch der wohl größte Faktor, der den Skill Gap begünstigt, ist der Einsatz mehrerer Datenbanktechnologien. Die Redgate-Studie belegt, dass fast 80 Prozent der IT-Teams inzwischen mehr als eine Datenbankplattform und 29 Prozent mehr als fünf verschiedene Datenbankplattformen einsetzen. Ohne umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen und spezielle Methoden zur Zusammenarbeit führt diese Entwicklung zu großen Schwierigkeiten im Betriebsalltag.
Skill Gap ist nicht gleich Skill Gap
In Anbetracht dieser Tatsachen ergibt sich eine weitere Erkenntnis: Die Definition von Skill Gap ist nicht ganz eindeutig. So kann es, um beim Beispiel der Datenbank-Experten zu bleiben, vorkommen, dass in einem Unternehmen lediglich tiefgreifende Expertise rund um eine bestimmte Datenbanktechnologie besteht. In einem anderen Team könnten hingegen Kenntnisse verschiedener Plattformen vorhanden sein, diese aber dafür weniger ausgeprägt. Und natürlich kann das Wissen auch siloartig auf zu viele unterschiedliche Mitarbeitende verteilt sein, sodass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Diese und weitere Arten von Skill Gaps machen die Behebung von Wissenslücken zu einem diffizilen Thema, an dessen Beginn immer die Evaluierung stehen muss.
Stand: 08.12.2025
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Grundsätzlich sollte das Ziel immer sein, dass IT-Teams sich möglichst tiefgreifend mit allen im Unternehmen eingesetzten Technologien auskennen, gleichzeitig aber auch ein Auge für mögliche Upgrades des Tech-Stacks oder der Workflows haben. Um das zu ermöglichen, benötigen Unternehmen zunächst eine Übersicht darüber, wo die Defizite liegen: Müssen sie ihr Wissen vertiefen oder benötigen sie gänzlich neue Kenntnisse? Wenn diese Punkte klar sind, können Unternehmen und ihre IT-Teams die weiteren Maßnahmen zum Überwinden des unternehmensspezifische Skill Gaps sinnvoll angehen.
Den Skill Gap überwinden
Das funktioniert nicht von heute auf morgen und nicht ohne ein gewisses Committment seitens der Mitarbeitenden. Doch auch Unternehmen sind in der Pflicht, etwa indem sie ein bestimmtes Zeit- und Weiterbildungsbudget für Trainings und autodidaktische Lernmethoden zur Verfügung stellen. Ein Modell könnte zum Beispiel sein, Freitagnachmittags eine oder zwei Stunden zu blocken, in der zum Beispiel die Datenbankadministratoren sich mit Cloud-, Container-, Microservices- oder KI-Technologien auseinandersetzen beziehungsweise Weiterbildungen besuchen. Fachliteratur und Online-Kurse sollte der Arbeitgeber ergänzend bereitstellen.
Ein weiter Schritt kann es sein, die Mitarbeitenden zu ermutigen, ihr Wissen weiterzugeben und zu teilen. Nicht alle Datenbankadministratoren müssen individuell für die Nutzung jeglicher Datenbank ein Zertifikat aus einer Weiterbildung erhalten: Es reicht auch, wenn ein Experte seine Kolleginnen und Kollegen schult und sein Fachwissen weitergibt. Das ist auch deshalb wichtig, weil die Belegschaft immer einer gewissen Fluktuation unterliegt und wertvolles Wissen oft genug aus den Abteilungen und dem Unternehmen ausscheidet. Indem man Fachkenntnisse teilt und Silos aufbricht, werden die Folgen dessen gemildert.
Effizienz steigern für ein höheres Zeitkontingent
Der wohl wichtigste Faktor, um den Skill Gap zu schließen, ist Zeit. Sie kann einerseits, wie oben erwähnt, vom Management „verordnet“, also geblockt werden. Andererseits kann aber auch die Steigerung der Arbeitseffizienz im Berufsalltag von Entwicklern und (Datenbank-)Administratoren wahre Wunder wirken und Zeitressourcen für die Weiterbildung freischaufeln. KI-gestützte Tools nehmen dabei eine zentrale Rolle ein, Im Hinblick auf die Datenbankverwaltung und -entwicklung sind einige Anwendungen heute dazu in der Lage, Datenbank-Code automatisch zu schreiben oder Probleme bei Abfragen zu identifizieren.
Künstliche Intelligenz hilft darüber hinaus auch beim Erstellen und Durchführen von Datenbank-Tests, die Automatisierung von Deployments ermöglichen und das Monitoring verschiedener Datenbankplattformen über On-premises- sowie Multi-Cloud-Umgebungen hinweg massiv erleichtern. Gute Tools unterstützen gleichzeitig die Einhaltung aller Compliance-Vorgaben, um die sensiblen Daten von Unternehmen und ihren Kunden zu schützen.
Die Etablierung einer Datenbankverwaltung nach dem bekannten DevOps-Modell steigert die Zusammenarbeit zwischen Entwicklern (Devs) und Administratoren (Ops), fördert den Wissensaustausch und sorgt für eine höhere Effizienz und Produktivität. Die so gewonnenen Zeitressourcen können die Experten in die Weiterbildung und die Verringerung des unternehmensspezifischen Skill Gaps investieren. Unterstützt durch Tools für die Schaffung eines End-to-End Database-DevOps-Modells ist der Skill Gap auch in Zeiten des Fachkräftemangels und schmaler Budgets eine zu bewältigende Herausforderung.