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Kommunikation: Soviel Zeit muss sein
Flexible Strukturen bringen Unsicherheit mit. Die Aufgabenverteilung und den Projektfortschritt wird täglich im Scrum-Meeting neu diskutiert: Was setzen wir, wann und wie genau um. Scrum erfordert daher eine sehr direkte Kommunikation und ein gutes Arbeitsklima. Die Zusammenarbeit muss besonders eng und zeitnah sein. Absprachen finden häufig ad-hoc statt, über E-Mail, Chat oder von Angesicht zu Angesicht. Der Entwickler sollte möglichst direkten Kontakt zum Product Owner oder dem Fachverantwortlichen auf Kundenseite haben.
Fragen sollten sofort geklärt werden können. Ist dies nicht möglich, kann der Entwickler unter Umständen nicht weiterarbeiten. Dies verschlingt wertvolle Zeitressourcen, die innerhalb der kurzen Entwicklungszyklen, wie sie in agilen Vorgehensmodellen üblich sind, nur bedingt kompensiert werden können. „Auf dieses Kommunikationsmodell müssen sich beide Seiten – Kunde und Hersteller – einlassen. Der Entwickler muss Informationsansprüche durchsetzen, muss nachfragen, bis er die umzusetzende Aufgabe verstanden hat. Und ein weiterer wichtiger Punkt: Den Projektmitarbeitern auf Kundenseite muss ein entsprechendes Zeitbudget eingeräumt werden. Wer denkt, ich mache mal Scrum, weil das gerade modern ist, der ist bei Scrum nicht gut aufgehoben“, fasst Scrum-Master Hellinga zusammen.
Gerade Unternehmen, die Scrum zum ersten Mal einsetzen, würden den zeitlichen Mehraufwand dieser agilen Methodik sehr häufig unterschätzen, berichtet Tim Hellinga. Während ein Projektleiter in einem ‚klassischen‘ Projekt vor allem am Anfang des Projektes und zu den Abnahmen sehr stark eingebunden ist und in der übrigen Zeit sein Tagesgeschäft erledigt, ist der Product Owner in allen Projektphasen stark gefordert. Er muss für Fragen zur Verfügung stehen, das Backlog pflegen, Priorisierungen ständig neu vergeben und den Projektfortschritt beobachten.
Transparenz und Vertrauen: Alles ist zu jeder Zeit für alle sichtbar
Agile Vorgehensweisen machen ein Software-Projekt sehr transparent: Jeder Schritt ist zu jeder Zeit für alle sichtbar. Das hat den Vorteil, dass jedes Teammitglied und auch der Kunde stets wissen, wo sie stehen. Damit ein Projekt aber zu jeder Zeit transparent bleibt, braucht es eine große Portion Vertrauen auf Kunden- und Herstellerseite, beispielsweise bei Fehlern: „Fehler passieren auch in einem Scrum-Projekt und sind zudem sofort für den Product Owner ersichtlich. Mit dieser Tatsache müssen beide Seiten konstruktiv umgehen können. Der Kunde sollte uns Entwicklern soweit vertrauen, dass er bei einem Problem das Entwicklerteam dies erst einmal in Ruhe lösen lässt“, berichtet Alexandra Junghans.
Vertrauen ist nicht von Anfang an da. Die Teammitglieder müssen jeden Tag daran arbeiten, Vertrauen und damit ein gutes Kommunikationsklima zu schaffen. „Nur wenn zu jeder Zeit vertrauensvoll und fair miteinander umgegangen wird, haben Scrum-geführte Projekte Aussicht auf Erfolg“, weiß Tim Hellinga.
weiter mit: Kultur und Sprache: Oft sind Nuancen entscheidend sowie ein kurzes Fazit
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