Die Nutzung von Open Source-Software, -Frameworks und/oder -Programmiersprachen steigt weiter, enthüllt „State of Open Source Report 2024“ von OpenLogic, einer Geschäftssparte von Perforce Software. Dieser Trend betrifft insbesondere große Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern.
Quelloffene Tools und Komponenten genießen in der Software-Entwicklung einen sehr großen Stellenwert.
Die begehrtesten Kategorien von quelloffenen Lösungen im Hinblick auf die investierte Projektzeit, Budget und sonstige Ressourcen: Programmiersprachen und Frameworks (32 Prozent), DevOps/GitOps/DevSecOps (27 Prozent) und sogar SDLC (14 Prozent) liegen vor KI/ML/DL (11 Prozent).
(Bild: Perforce Software (OpenLogic))
Die Studie basiert auf einer Umfrage unter mehr als 2.000 Teilnehmern, die OpenLogic in Zusammenarbeit mit der Open Source Initiative (OSI) und der Eclipse Foundation durchgeführt hat. 95 Prozent der Befragten haben demnach binnen zwölf Monaten ihre Nutzung von Open Source erhöht oder zumindest auf dem gleichen Niveau behalten.
Ihre verstärkte Nutzung von OSS begründeten viele Teilnehmer mit den niedrigeren Lizenzgebühren; für 37 Prozent der Organisationen waren geringere Lizenzkosten das Hauptmotiv. Höhere Entwicklungsleistung und die Verfügbarkeit stabiler Technologien mit langfristigem Community-Support zählten ebenfalls zu den Beweggründen für die Nutzung von Open Source.
Die beliebtesten quelloffenen Infrastruktur-Technologien.
(Bild: Perforce Software (OpenLogic))
Als Hauptinvestitionsbereiche in Open Source nannten Teilnehmer Datenbanken und Datentechnologien, gefolgt von Cloud- und Container-Technik. Betriebssysteme und DevOps/GitOps-Investitionen blieben im Vergleich zum Vorjahr auf ungefähr dem gleichen Niveau und zählten nach wie vor zu den Top fünf Investitionsbereichen. Interessanterweise sind die Ausgaben für SDLC-Software (Software Development Life Cycle) dramatisch zurückgegangen; diese Kategorie von Open Source-Lösungen fiel vom ersten auf den elften Platz.
Die Frage nach der „geschäftskritischsten“ Open-Source-Software lieferte Antworten, die sich weitgehend mit den Top-5-Investitionsbereichen deckten. Die Umfrageteilnehmer nannten als geschäftskritisch unter anderem Docker, Python, Eclipse, Jakarta EE und Kubernetes. Die Nutzung von Docker stieg gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Prozentpunkte auf 44,6 Prozent und nahm in allen geografischen Regionen zu. Die Akzeptanz von Kubernetes hat in den letzten drei Jahren ebenfalls stetig zugenommen. Sie stieg von 18 Prozent im Jahr 2021 auf 22,5 Prozent im Jahr 2022 und 33,6 Prozent (ein Drittel der Umfrageteilnehmer) im Jahr 2023.
Die beliebtesten quelloffenen Technologien für Cloud-native Anwendungsbereitstellung.
(Bild: Perforce Software (OpenLogic))
Prometheus, eine Software zum Erfassen von Metriken einer Anwendungsbereitstellung in einer Zeitreihendatenbank, verzeichnete in den letzten 12 Monaten einen Anstieg der Nutzung um 8 Prozent. Während bei OpenStack im letzten Jahr die Puste aus zu sein schien, hat sich die Plattform in diesem Jahr auf gesunde 17,7 Prozent erholt, knapp hinter Prometheus.
Die quelloffenen Kubernetes-Alternativen OKD und Rancher sind in allen Regionen nahezu gleichauf, mit einem Unterschied von weniger als 1 Prozent. In Europa und Großbritannien hat Rancher jedoch die Nase vorne.
Entwickeln mit Open Source
Python hat JavaScript als die meistgenutzte Programmiersprache abgelöst. React.js bleibt derweil das beliebteste Framework, gefolgt von jQuery und .NET Framework/Core. Die Verbreitung von Angular in Version 2 oder neuer ist gestiegen, während Spring Boot einen Rückgang verzeichnen musste. React.js kommt bei knapp 26 Prozent der befragten Organisationen zum Einsatz und ist damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr aufgestellt.
Die beliebtesten quelloffenen Frameworks für die Erstellung von Anwendungen.
(Bild: Perforce Software (OpenLogic))
Viele Organisationen betreiben weiterhin Anwendungen mit Open-Source-Software, die das End-of-Life erreicht hat. Ein prominentes Beispiel ist Angular.js. Das Framework in der JavaScript-Edition gilt nun seit bereits zwei Jahren als End-of-Life-Technologie. Dennoch verwenden es 16 Prozent der befragten Organisationen immer noch weiter.
Unter den größten Unternehmen liegt die Nutzung von Angular.js bei knapp 22 Prozent und damit nahezu unverändert im Vergleich zum letzten Jahr (20 Prozent) und dem Jahr davor (21 Prozent). Dies betrifft hauptsächlich Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister (27 Prozent); Technologieunternehmen (21 Prozent) sowie Bildung und Forschung (16 Prozent).
Inzwischen hat Angular auf der neuen Domain angular.dev die Versionsnummer v18 erreicht. Fast die Hälfte (49 Prozent) jener Organisationen, die noch Angular.js verwenden, nutzen auch React.js und fast ein Drittel (31 Prozent) machen auch von Angular v2 oder neuer Gebrauch. Die Analysten schlussfolgern, dass Unternehmen in ihren neuesten Anwendungen auf neuere Technologien setzen und sich gleichzeitig mit der Migration oder Stilllegung ihrer Angular.js-Altlasten schwertun.
Auf die Frage nach Maßnahmen, die sie einleiten würden, sollten neue Sicherheitslücken (CVEs) in Angular.js auftreten, wussten nahezu 29 Prozent der Befragten keine Antwort. Bei nahezu einem von zwei dieser Teilnehmer (45 Prozent derjenigen, die „Ich weiß nicht“ sagten) handelte es sich um Softwareentwickler oder -Ingenieure.
Stand: 08.12.2025
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Nur knapp 16 Prozent der Nutzer von Angular.js gaben an, bereits einen Anbieter für Patches zu haben; genauso viele böten internen Support für CVEs. Die verbleibenden 68 Prozent würden entweder nichts patchen (12 Prozent), die Codebasis nicht scannen, oder auf eine kritische CVE warten, um den Anbieterbeschaffungsprozess zu starten, oder „nicht wissen“, was sie unternehmen würden, wenn es mal doch noch einmal soweit kommen sollte.
Herausforderungen von OSS
Die Umfrage beleuchtet nebenbei die wichtigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Entwicklung und der Nutzung von OSS. Sicherheitsrichtlinien und Compliance-Anforderungen stellen für 79 Prozent der Befragten ein ernstzunehmendes Problem dar. 42 Prozent der Organisationen berichteten von Schwierigkeiten mit der Wartung von End-of-Life-Versionen. Zwei Fünftel sahen sich mit Installations- und Konfigurationsproblemen konfrontiert.
Die beliebtesten quelloffenen Sprachen für die Erstellung von Anwendungen.
(Bild: Perforce Software (OpenLogic))
Ein weiteres relevantes Thema für die Organisationen stellt demnach der Fachkräftemangel im Zusammenhang mit Open Source dar. Fast die Hälfte der Befragten (rund 45 Prozent) setzen auf Schulungen, um den Mangel an qualifiziertem Personal zu beheben. Über ein Drittel der Organisationen (38 Prozent) stellt vorzugsweise erfahrene Fachkräfte direkt ein, um den Schulungsaufwand gering zu halten.
Der „State of Open Source Report 2024“ zeigt deutlich, dass Open Source Software weiterhin eine zentrale Rolle in der Technologielandschaft spielt.