Kurze Produktzyklen schaffen flexible Zahlungsmodelle

Software im Abo vereinfacht nicht nur das Lizenzmanagement

Seite: 2/2

Bei der abonnement-basierten Lizenzierung herrscht die größte Verunsicherung im Bereich des Software-Lizenzmanagements. Viele Kunden nehmen fälschlicherweise an, dass das Problem mit „Shelfware“ (Software, die nach dem Kauf ungenutzt im „Regal“ liegt) und Verstöße gegen Lizenzbestimmungen (mit Systemvermessungen und Strafzahlungen) bei einem Abonnementmodell nicht auftreten können.

Abonnement schützt nicht vor Regelverstößen

Doch eine Abo-Lizenz ist im Wesentlichen nur ein Zahlungsplan für den Zugriff auf die Software. Dies darf nicht mit dem Bereitstellungsmodell für die Software verwechselt werden – wie beispielsweise SaaS im Unterschied zur Software vor Ort (on-premises). Wenn die Software unter einem Abonnementmodell lizenziert wird, müssen Unternehmen weiterhin die Lizenzmetrik beachten und nachverfolgen. Hierbei kann es sich um Named-User- oder um nutzungsbasierte Lizenzen handeln, etwa hinsichtlich CPU-Sekunden oder der Anzahl an verarbeiteten Transaktionen.

Wenn die vereinbarte Nutzung überschritten wird, gibt es je nach Vertrag unterschiedliche Mechanismen, mit denen die Lizenzbestimmungen durchgesetzt werden – von der Service-Verweigerung bis hin zur Berechnung der Mehrnutzung. Unternehmen müssen daher weiterhin entsprechende Prozesse und Werkzeuge vorhalten, mit denen sie die Installationen und/oder Nutzung überwachen, um die so erhobenen Daten mit den Lizenzberechtigungen abgleichen zu können. Nur so ist feststellbar, wann eine Über- oder Unterdeckung vorliegt.

Intelligente Verwaltungsmodelle nötig

Auch werden die meisten Unternehmen nicht ausschließlich auf abo-basierte Software umstellen. Stattdessen werden sie Abo-Modelle mit unbefristeten Lizenzmodellen mischen, je nachdem, was für den jeweiligen Zweck am sinnvollsten ist. Hierzu werden Systeme und Technologien für das Management und die Optimierung der komplexen Softwareumgebung benötigt, damit sichergestellt ist, dass nur die Software beschafft oder gemietet wird, die tatsächlich gebraucht wird.

Ebenso müssen Werkzeuge zur Softwarelizenzoptimierung weiter entwickelt werden, damit sie die neuen nutzungsbasierten Lizenzmodelle berücksichtigen können, die den Abonnementverträgen möglicherweise zugrunde liegen. Dies schließt neue Lizenzmodellvarianten ein, die an andere Metriken als an Anzahl und Zeitdauer gebunden sind – beispielsweise an die Art und Weise der Softwarenutzung. Dies erfordert neue Definitionen der Berechtigungen und der Nutzung. Die Lösung zur Softwarelizenzoptimierung muss auch Nutzungsmuster fortlaufend berücksichtigen können – also nicht nur Momentaufnahmen der Nutzung.

Letztlich profitieren Softwarehersteller und deren Unternehmenskunden gleichermaßen von intelligenteren Lösungen zur Softwarelizenzoptimierung, die die Abonnementmodelle und speziellere nutzungsbasierte Modelle berücksichtigen. Anwender und Hersteller können sich so auf eine gemeinsame Definition des „tatsächlichen Status“ ebenso wie auf einen verbindlichen Mechanismus zur Dokumentation der Nutzung einigen. Das trägt dazu bei, Compliance herzustellen und Shelfware zu vermeiden. Der Kunde erfährt zahlreiche Vorteile und der Hersteller wird für seinen Aufwand angemessen bezahlt. Darüber hinaus gewährleisten diese Werkzeuge eine bessere Planung und Analyse, sodass Unternehmen ein aussagekräftiges Bild davon erhalten, welche Software sie tatsächlich benötigen. Diese präzise Datenbasis ermöglicht letztlich Verhandlungen, die zu optimalen Lizenzierungsmodellen führen.

Steve Schmidt, Vice President of Corporate Development, Flexera Software.
Steve Schmidt, Vice President of Corporate Development, Flexera Software.
(Bild: Flexera)
* Der Autor Steve Schmidt ist Vice President of Corporate Development für Flexera Software.

(ID:42337875)