Sicherheit der Public Cloud Ansatz für Cloud Security: Hürden überwinden, Potenzial nutzen

Ein Gastbeitrag von Thorsten Henning* 4 min Lesedauer

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Die Cloud bietet enorme Chancen, birgt aber auch Sicherheitsrisiken, vor denen viele Unternehmen weiterhin zurückschrecken. Ein zentralisierter Ansatz für Cloud Security hilft ihnen, das volle Potenzial der Cloud-Infrastruktur sicher auszuschöpfen.

Um die Cybersecurity in der Cloud zu gewährleisten, ist es essenziell mit einem klaren Ansatz zu arbeiten.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Um die Cybersecurity in der Cloud zu gewährleisten, ist es essenziell mit einem klaren Ansatz zu arbeiten.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die Cloud-Nutzung hält unvermindert an, getrieben durch den Wunsch der Unternehmen, neue Kommunikationskanäle mit ihren Kunden zu erschließen und flexiblere und skalierbare digitale Prozesse voranzutreiben. Der von Fortinet gesponserte und von Cybersecurity Insiders erstellte „Cloud Security Report 2024“ unterstreicht diesen Trend: 78 Prozent der Unternehmen setzen bereits auf hybride und Multicloud-Strategien, um Flexibilität, Kontrolle und die einzigartigen Vorteile verschiedener Cloud-Diensten zu kombinieren.

Die zunehmende Verbreitung der Cloud bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich: Da die meisten Unternehmen einen hybriden oder Multicloud-Ansatz wählen, um verschiedene Anwendungsfälle und Arbeitsmodelle zu nutzen, hat sich auch die Angriffsfläche deutlich vergrößert. Die Folge: Datendiebstahl, Ransomware-Angriffe und Sicherheitslücken nehmen zu.

Cloud-Barrieren: Worauf beruht die Cloud-Skepsis?

Trotz steigender Cloud-Nutzung bleiben Sicherheitsbedenken bestehen: 44 Prozent der befragten Unternehmen sehen in der Einführung einer Public Cloud ein höheres Risiko als in lokalen Umgebungen. Sicherheits- und Compliance-Bedenken (59 %) sind die größten Hindernisse für Multicloud-Strategien. Weitere Hürden sind technische Herausforderungen wie Datensicherheit, Konfigurationsmanagement, Zugriffskontrolle und Endgerätesicherheit sowie Ressourcenbeschränkungen. Nur eine Minderheit (22 %) hat mäßige bis keine Bedenken hinsichtlich der Cybersecurity in der Public Cloud.

Neben den technologischen Herausforderungen spielen auch menschliche und prozessbezogene Faktoren eine Rolle. Insbesondere der Mangel qualifizierter Cybersecurity-Fachkräften stellt ein kritisches Problem für die Branche dar. Es fehlt vor allem an Fachkräften, die komplexe Multicloud-Umgebungen zuverlässig schützen können. Dieses Problem wird von 93 Prozent der Befragten als besorgniserregend eingestuft. Auch die wachsenden Compliance-Anforderungen und der Mangel an Transparenz und Kontrolle, insbesondere in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen, zählen zu den Cloud Security-Problemen.

Die Kombination aus tatsächlichen und gefühlten Risiken sowie die Komplexität der Absicherung von Cloud-Umgebungen erfordern von IT-Verantwortlichen eine ganzheitliche Cloud-Security-Strategie.

Best Practices für Public Cloud Security

Um Sicherheitsbedenken in der Public Cloud effektiv anzugehen und ihre Cloud-Umgebungen zu schützen, sollten Unternehmen einen proaktiven und ganzheitlichen Cybersecurity-Ansatz verfolgen. Dazu gehören folgende Strategien:

  • „Security-by-Design“-Prinzipien: Beim „Security-by-Design“-Ansatz wird die Security von Anfang an in den gesamten Lebenszyklus der Cloud-Umgebung integriert. Dieser Ansatz legt den Grundstein für eine erfolgreiche Cloud-Security-Strategie und reduziert die Anzahl und Schwere von Sicherheitslücken von vornherein.
  • Cloud-agnostische Security: Da 78 Prozent der Unternehmen hybride oder Multicloud-Umgebungen nutzen, ist es entscheidend, Strategien zu entwickeln, die den besonderen Herausforderungen dieser Umgebungen gerecht werden und einheitliche Sicherheitsrichtlinien und deren Durchsetzung gewährleisten. Cloud-agnostische Cybersecurity-Lösungen stellen sicher, dass Sicherheitsrichtlinien über verschiedene Cloud-Plattformen hinweg konsistent angewandt werden.
  • Robuste Data-Governance-Praktiken: Da Datensicherheit für 58 Prozent der befragten Unternehmen eine zentrale Herausforderung darstellt, ist die Priorisierung des Datenschutzes durch robuste Data-Governance-Praktiken und Verschlüsselung unerlässlich. Dazu gehören Due Diligence, die Bestandsaufnahme aller Unternehmensdaten, die Einrichtung von Kontrollmechanismen, die Bildung eines Data-Governance-Panels aus verschiedenen Teams, wie der Rechts-, IT- und Marketingabteilung, sowie eine transparente Kommunikation. Das heißt die Bereitstellung genauer und klarer Informationen über die Data-Governance-Richtlinien.
  • Automatisierung von Sicherheitsrichtlinien und Compliance-Management: Unternehmen sollten Systeme implementieren, die Sicherheitsrichtlinien in verschiedenen Cloud-Umgebungen automatisieren, um die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu gewährleisten. Darüber hinaus, sollten IT-Verantwortliche für ihre Netzwerkinfrastruktur und Cloud-Anwendungen einen einheitlichen Sicherheitsrahmen schaffen, der automatisierte und reaktive Cybersecurity-Maßnahmen über die gesamte Angriffsfläche hinweg ermöglicht.
  • Konfigurationsmanagement und Zugriffskontrolle: Ein verbessertes Konfigurationsmanagement ist entscheidend, um Fehlkonfigurationen zu vermeiden und Sicherheitslücken zu schließen. Die Stärkung der Zugriffskontrolle durch strenges Identitäts- und Zugriffsmanagement sowie die Implementierung von Zero-Trust-Prinzipien minimieren das Risiko unbefugten Zugriffs.
  • Cloud-spezifischer Threat Detection und Incident-Response: Durch den Einsatz fortschrittlicher Bedrohungsanalysen und automatisierter Reaktionsfunktionen können Cyberbedrohungen in Cloud-Umgebungen in Echtzeit erkannt und eingedämmt werden. Ein Beispiel für eine solche Lösung ist eine cloudnative Firewall, die als Service bereitgestellt wird und Technologien wie Universal ZTNA, Inline Sandboxing und SOC-as-a-Service umfasst. Diese Technologien erhöhen die Sicherheit, indem sie die Angriffsfläche verringern und die Erkennung von Bedrohungen beschleunigen. Diese integrierten Bausteine erhöhen den Schutz automatisch, um den Anforderungen von Cloud-Umgebungen gerecht zu werden und Bedrohungen wie Malware, Datenlecks und Botnets abzuwehren. Eine weitere Option sind cloudnative Protection-Produkte mit Resource Risk Insights (RRI)-Technologie, die Bedrohungsinformationen und Warnmeldungen von verschiedenen Cybersecurity-Diensten analysieren. Außerdem unterstützen sie Unternehmen dabei, Prioritäten bei der Risikominderung für Cloud Workloads mit hohem Risiko zu setzen.
  • Investition in cloudnative Security Skills: Da viele Unternehmen große Bedenken hinsichtlich des Cybersecurity-Fachkräftemangels äußern, ist es wichtig, die Entwicklung von Cloud-spezifischem Cybersecurity-Wissen innerhalb des Teams zu fördern, um die komplexe Cloud-Sicherheitslandschaft effektiver zu bewältigen.
  • Enge Zusammenarbeit mit Cloud-Anbietern: Unternehmen sollten nicht nur fortschrittliche Cybersecurity-Technologien einsetzen, sondern auch eng mit ihren Cloud-Anbietern zusammenarbeiten. So können sie sicherstellen, dass sie über die neuesten Sicherheitsupdates und -funktionen informiert sind und dass ihre Security-Anforderungen erfüllt werden.

Zentralisierter Ansatz für eine erfolgreiche Multicloud-Strategie

Die Komplexität unterschiedlicher Cloud-Umgebungen und die sich ständig wandelnde Bedrohungslandschaft erfordern einen zentralisierten Ansatz für Cloud Security. Dieser Ansatz reduziert nicht nur die Komplexität und die Cyberrisiken, sondern nutzt auch das volle Potenzial von Multicloud-Umgebungen für mehr Agilität, Skalierbarkeit und Innovation.

Konkret empfiehlt sich die Einführung einer einheitlichen Cybersecurity-Plattform, um die Sicherheitskontrolle und -transparenz über alle Cloud-Umgebungen hinweg zu zentralisieren, Abläufe zu optimieren und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Eine solche Cybersecurity-Mesh-Plattform bietet einen zentralen Überblick über die Cloud-Umgebungen und ermöglicht es IT-Teams, Informationen schneller auszutauschen sowie die Datensicherheit und das Zugriffsmanagement zu verbessern. Sie ersetzt mehrere Einzellösungen und ermöglicht zudem die Integration von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und fortgeschrittenen Analysen, um die Bedrohungserkennung und -reaktion weiter zu verbessern.

Indem sie die Herausforderungen der Cloud Security direkt angehen und die Möglichkeiten einer zentralen, leistungsstarken Plattform nutzen, können Unternehmen die Auswirkungen des Cybersecurity-Fachkräftemangels verringern und das Potenzial der Cloud voll und sicher ausschöpfen.


* Der Autor Thorsten Henning ist Regional Director Pre-Sales and Business Development DACH bei Fortinet.

Bildquelle: Fortinet

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