Während viele Unternehmen noch darüber diskutieren, wie sie die Mammutaufgabe einer SAP-Transformation überstehen sollen, hat UiPath seine eigene Migration auf SAP S/4HANA bereits abgeschlossen. Das Unternehmen setzte auf KI-gesteuerte Automation als neues Betriebsmodell.
Um seine ERP-Landschaft auf SAP S/4HANA zu modernisieren setzt UiPath auf die Orchestrierung von über 200 Automatisierungen. Geheimnis des Erfolgs: 95 Prozent Clean Core.
Der Auslöser für die ERP-Modernisierung lag in der rasanten Entwicklung von UiPath selbst. Nach dem Börsengang und dem starken globalen Wachstum stieß das bestehende ERP-System schnell an seine Grenzen. Die Finanzprozesse waren geprägt von manuellen Abläufen, die nicht nur zeitaufwendig waren, sondern auch das Risiko von Fehlern erhöhten. Abrechnungszyklen zogen sich in die Länge, komplexe Verträge und Non-Standard-Deals erforderten zahlreiche manuelle Eingriffe.
Auch die Erstellung von Berichten für unterschiedliche Rechnungslegungsstandards band erhebliche Ressourcen. Hinzu kamen fragmentierte Systemlandschaften und eingeschränkte Skalierbarkeit, die den Handlungsspielraum des Unternehmens zunehmend begrenzten. Diese Mischung aus wachsendem Geschäftsvolumen, manueller Belastung und fehlender Agilität ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass ein moderner, integrierter ERP-Ansatz keine Option, sondern eine Notwendigkeit geworden war.
Lernen am eigenen Beispiel: „Customer Zero“
UiPath entschied sich, die eigenen Lösungen nicht nur bei Kunden einzusetzen, sondern zuerst im eigenen ERP-Projekt. Unter dem Titel „Customer Zero“ wurde die Migration als Proof-of-Concept für ein neues Vorgehensmodell konzipiert. Dabei ging es nicht darum, ein Show-Case aufzubauen, sondern darum, die Plattform in einem realen, unternehmenskritischen Szenario zu testen und weiterzuentwickeln.
Der Mehrwert liegt auf der Hand: Die Erfahrungen aus diesem Projekt fließen nun unmittelbar in die Beratung und Umsetzung bei Kunden ein. Methodiken, wiederverwendbare Automatisierungen und Governance-Modelle wurden dokumentiert und in Form eines Automation Playbooks gebündelt.
Clean Core plus Automatisierung: Architektur mit Zukunft
Ein Kernprinzip von „Customer Zero“ war die Clean-Core-Strategie. Statt umfangreiche kundenspezifische Anpassungen vorzunehmen, blieb der SAP-Kern weitgehend standardnah. Wo sich dadurch Lücken ergaben, setzte UiPath auf Automatisierung. Dieses Vorgehen reduzierte die technische Komplexität und schafft heute die Grundlage für schnellere Upgrades und eine flexible Weiterentwicklung.
Technologisch kam dabei die gesamte Bandbreite der UiPath-Plattform zum Einsatz: Von Robotic Process Automation über intelligente Dokumentenverarbeitung und Testautomatisierung bis hin zu KI-gestützter Orchestrierung. Diese Kombination machte es möglich, Datenmigrationen, Integrationen mit Systemen wie Workday oder Salesforce sowie Testzyklen weitgehend automatisiert und koordiniert abzuwickeln.
Orchestrierung als Schlüssel
Dass mehr als 200 Automatisierungen entstanden sind, ist bemerkenswert, entscheidend ist jedoch, dass sie nicht isoliert arbeiten, sondern orchestriert werden. Genau hier zeigt sich die eigentliche Stärke des Ansatzes.
Orchestrierung stellt sicher, dass Bots und KI-Agenten nicht nur Einzelschritte abarbeiten, sondern im Zusammenspiel ganze Prozessketten stabil und zuverlässig ausführen. Wenn beispielsweise in der Fakturierung eine Abweichung erkannt wird, sorgt die Orchestrierung nicht nur für einen Neustart des betroffenen Prozesses, sondern löst vordefinierte Korrekturschritte aus, informiert die zuständigen Fachbereiche und dokumentiert den Vorgang für die Revision. Damit wird Automatisierung von einer punktuellen Lösung zu einem verlässlichen Betriebsmodell.
Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Ein Clean Core von 93 Prozent spart langfristig Kosten, indem er die Probleme verhindert, die durch kurzfristige Abkürzungen in der Entwicklung oder Systemgestaltung entstehen. Über 85 Prozent der Finanzprozesse laufen vollautomatisiert, wodurch sich Durchlaufzeiten verringern und manuelle Fehlerquellen nahezu ausschließen lassen. Rund 60 Prozent der Testfälle wurden automatisiert, was die Belastung der Fachbereiche spürbar reduzierte. Und die gesamte Projektdurchführung gelang um rund zehn Prozent schneller als in vergleichbaren Rollouts.
Für IT-Entscheider sind diese Zahlen nicht nur Effizienzkennzahlen, sondern ein Hinweis auf ein neues Vorgehensmodell: weniger Risiko, mehr Agilität, bessere Auditierbarkeit und eine nachhaltige Architektur für zukünftiges Wachstum. Mihai Faur, CIO von UiPath, bringt es auf den Punkt: „Unsere Customer-Zero-Reise zeigt, wie Organisationen ihre Prozesse zukunftssicher gestalten können, indem sie Agentic Orchestration tief in ihre ERP-Landschaften integrieren.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Vom Effizienzbooster zum Unternehmensorchestrator
Auf der erreichten Basis entwickelt UiPath nun das Konzept des Agentic ERP weiter. Ziel ist es, autonome KI-Agenten noch stärker in die täglichen Abläufe einzubinden. Diese sollen Entscheidungen vorbereiten, Ausnahmen eigenständig managen und Prozesse über SAP- und Non-SAP-Systeme hinweg orchestrieren. Menschen werden dann nur noch dort eingebunden, wo Unklarheiten bestehen oder dies den größten Mehrwert bringt.
Damit geht die Automatisierung über reine Effizienzsteigerung hinaus: Sie wird zum Orchestrator eines Unternehmensbetriebs, der agil, resilient und zukunftsfähig ist. Aber: Agentic Automation ist kein Allheilmittel. Fehler in Governance, unzureichende Datensicherheit oder eine schlechte Anbindung von Schnittstellen können Automatisierungsvorhaben schnell teuer machen. Technisch sind stabile APIs, saubere Datenmodelle und Versionierung von Automatisierungen Voraussetzungen, damit das Agentic-Modell zuverlässig funktioniert. Unternehmen, die eine solche Transformation planen, sollten sich deshalb auf das Know-how von erfahrenen Experten verlassen.
Transformation als Blaupause
ERP-Modernisierung muss nicht zwangsläufig ein Kraftakt voller Sonderentwicklungen sein. Ein Clean Core, kombiniert mit einer konsequenten Automatisierung und professioneller Orchestrierung, eröffnet Unternehmen eine praktikable Alternative: weniger Risiken, geringere Betriebskosten, schnellere Ergebnisse. Die Customer-Zero-Initiative ist damit nicht nur ein interner Erfolg, sondern eine Blaupause für den Markt. Unternehmen, die ihre SAP-Transformation planen, finden hier ein Modell, das zeigt: Mit Agentic Automation lässt sich ein ERP nicht nur modernisieren, sondern in eine neue Betriebslogik überführen.
* Der Autor Saurabh Vartikar ist Area Vice President für Deutschland und Österreich bei UiPath.