Warnung vor Transformationsfalle SAP-Systemumstellung: Unternehmen unter Zeitdruck

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Weltweit müssen sich mehrere hunderttausend Unternehmen auf einen tiefgreifenden Technologiewechsel bei SAP einstellen: Bis Ende 2027 endet der reguläre Support für das alte ERP-System ECC, der Umstieg auf das Nachfolgemodell SAP S/4HANA wird damit zur Pflicht.

Sechs Faktoren bilden das Fundament für eine erfolgreiche, wirtschaftlich tragfähige Migration und entscheiden darüber, ob S/4HANA im Unternehmen zum Innovationsmotor oder zur Baustelle wird.(Bild: ©  Thanaseth - stock.adobe.com / KI-generiert)
Sechs Faktoren bilden das Fundament für eine erfolgreiche, wirtschaftlich tragfähige Migration und entscheiden darüber, ob S/4HANA im Unternehmen zum Innovationsmotor oder zur Baustelle wird.
(Bild: © Thanaseth - stock.adobe.com / KI-generiert)

Ein kostenpflichtiger Aufschub ist nur noch bis 2030 möglich. Trotzdem ist laut der Berliner SAP-Beratung Finatycs Eile geboten: Denn die Transformation dauert oft länger als geplant und birgt erhebliche Risiken bei Ressourcen, Datenmigration und Projektsteuerung.

Besonders komplexe SAP-Landschaften sind betroffen. Eine erfolgreiche Migration erfordert sorgfältige Planung, fundierte Systemanalysen, Datenbereinigung sowie klare Architekturentscheidungen – etwa zwischen Brownfield-, Greenfield- oder Selective-Ansatz. Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand und starten zu spät, warnt Finatycs.

Mit Tools wie dem Digital Discovery Assessment (DDA) oder dem Conversion Readiness Check unterstützt SAP den Einstieg, doch laut Finatycs-Partner Maciej Galica geht es um mehr als nur Technik: „Die Umstellung ist weit mehr als ein einfaches Update – sie erfordert eine tiefgreifende Transformation der gesamten IT-Landschaft.“ Sie sei aber eine Chance, veraltete Prozesse neu zu denken – vorausgesetzt, man nutze die Möglichkeiten von S/4HANA konsequent.

Zur Wahl stehen verschiedene Betriebsmodelle – On-Premises, Private Cloud und Public Cloud – jeweils mit unterschiedlichen Anforderungen an Sicherheit, Flexibilität und Kostenstruktur. Besonders entscheidend sei laut Finatycs ein strukturiertes Change Management, das Mitarbeitende frühzeitig einbindet und neue Arbeitsweisen vermittelt.

Sechs zentrale Erfolgsfaktoren für die SAP S/4HANA-Transformation:

1. Frühzeitiger Projektstart, besonders bei komplexen Strukturen: Je größer und verzweigter die bestehende SAP-Landschaft, desto wichtiger ist ein frühzeitiger Start. Unternehmen mit vielen angebundenen Modulen, Eigenentwicklungen oder mehreren Standorten unterschätzen oft den Zeitaufwand für Analyse, Planung und Umsetzung. Ein zu später Einstieg erhöht das Risiko für Ressourcenengpässe, Budgetüberschreitungen oder einen unfreiwilligen Wechsel in den kostenpflichtigen Verlängerungszeitraum nach 2027.

2. Systemanalyse und Zielbild für fundierte Architekturentscheidungen: Am Anfang jeder Transformation steht die gründliche Bestandsaufnahme. Welche Systeme laufen wo, mit welchen Abhängigkeiten und Schwachstellen? Die Analyse dient nicht nur der technischen Orientierung, sondern ist Grundlage für ein zukunftsfähiges Zielbild – also eine neue Systemarchitektur, die modern, skalierbar und an die strategischen Ziele des Unternehmens angepasst ist. Dabei lohnt sich auch ein kritischer Blick auf veraltete Prozesse, die im Zuge der Umstellung optimiert werden können.

3. Datenbereinigung zur Vermeidung von Altlasten und Fehlern: Unvollständige, doppelte oder inkonsistente Daten stellen eine der größten Hürden bei der Migration dar. Insofern riskieren Unternehmen, die ihre Daten nicht rechtzeitig in Ordnung bringen, Verzögerungen, Integrationsprobleme oder fehlerhafte Auswertungen im neuen System. Sie sollten daher frühzeitig klären, welche Daten überhaupt migriert werden müssen, welche archiviert werden können und wie sie die Datenqualität dauerhaft sichern.

4. Geeigneter Migrationsansatz – Brownfield, Greenfield oder selektiv: Die Wahl des Migrationspfads beeinflusst den gesamten Projektverlauf. Beim Brownfield-Ansatz wird das bestehende System samt Daten und Anpassungen übernommen – ressourcenschonend, aber mit wenig strukturellem Wandel. Der Greenfield-Ansatz setzt auf einen kompletten Neuaufbau, bietet maximale Gestaltungsmöglichkeiten, ist aber deutlich aufwendiger. Die Selective Data Transition kombiniert beide Wege und erlaubt die gezielte Mitnahme relevanter Daten und Prozesse – ein Mittelweg für Unternehmen mit komplexen Anforderungen.

5. Betriebsmodellwahl zwischen Cloud-Varianten und On-Premises: S/4HANA kann klassisch On-Premises, in der Private Cloud oder als Public-Cloud-Modell betrieben werden. Entscheidend ist, welche Anforderungen an Kontrolle, Flexibilität, Wartung und IT-Ressourcen bestehen. Während On-Premises maximale Eigenverantwortung erlaubt, bietet die Public Cloud schnellere Einführung und geringeren Verwaltungsaufwand. Die Private Cloud richtet sich an Unternehmen, die hohe Anpassungsfähigkeit mit ausgelagerter Infrastruktur kombinieren möchten.

6. Change Management und Schulung für Akzeptanz und Produktivität: Technologie allein garantiert keinen Projekterfolg. Nur wenn die Mitarbeitenden abgeholt, geschult und aktiv in die Umstellung eingebunden werden, kann die S/4HANA-Transformation nachhaltig gelingen. Neben klassischen Schulungsmaßnahmen empfehlen sich offene Kommunikationsstrategien, gezielte Change-Kampagnen und die frühzeitige Einbindung von Key Usern, um Akzeptanz zu sichern und Produktivitätseinbrüche zu vermeiden.

Unternehmen, die zu lange zögern, riskieren nicht nur Engpässe bei Partnern und Fachkräften, sondern auch steigende Kosten und technische Schulden. Eine frühzeitige, ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem Umstieg – inklusive strategischer Beratung und datengetriebener Vorbereitung – ist daher unumgänglich.

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