Toms Wochentipp: Sicherheit in Google Drive Ransomware in der Google-Cloud vermeiden

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Ransomware zählt zu den gravierendsten Bedrohungen für Unternehmensumgebungen. Analysen aus der Incident-Response-Praxis zeigen, dass ein signifikanter Anteil aller beobachteten Sicherheitsvorfälle auf Ransomware oder Erpressung zurückgeht und pro Vorfall Schäden im Millionenbereich verursacht.

Google Drive verfügt über einen KI-basierten Schutz vor Mal- und Ransomware.(Bild:  Joos / Google)
Google Drive verfügt über einen KI-basierten Schutz vor Mal- und Ransomware.
(Bild: Joos / Google)

Von Ransomware betroffen sind nicht nur klassische IT-Umgebungen, sondern auch produktionsnahe Systeme in Industrie, Gesundheitswesen, Verwaltung und Handel. Dateibasierte Angriffe auf Arbeitsplatzrechner und File-Synchronisationsmechanismen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Google Drive verfügt über einen Schutzansatz über klassische Malware-Erkennung hinaus und ermöglicht KI-gestützte Ransomware-Erkennung direkt in Drive for desktop unter Windows und macOS.

Native Workspace-Dokumente wie Google Docs oder Google Sheets bleiben von solchen Angriffen unbeeinflusst, da sie nicht lokal verschlüsselt werden können. Risiken bestehen jedoch weiterhin bei lokal synchronisierten Dateiformaten wie PDF oder Microsoft-Office-Dateien sowie auf Desktop-Betriebssystemen mit breiter Angriffsfläche.

Abkehr vom rein signaturbasierten Ansatz

Herkömmliche Schutzmechanismen fokussieren primär auf die Erkennung schädlichen Codes vor dessen Ausführung. Dieser Ansatz adressiert bekannte Malware-Signaturen, greift jedoch zu kurz, sobald Ransomware neue Varianten einsetzt oder legitime Prozesse zur massenhaften Dateiveränderung missbraucht. Ransomware beeinträchtigt unmittelbar Geschäftsprozesse, Lieferketten und kritische Dienste.

Die KI-gestützte Erkennung in Google Drive identifiziert charakteristische Muster eines Ransomware-Angriffs auf Dateiebene, insbesondere großflächige Verschlüsselung oder Korruption von Dateien in kurzer Zeit. Ziel ist die Unterbrechung der Ausbreitung über Synchronisations­mechanismen. Drive for desktop analysiert kontinuierlich Dateiänderungen auf dem lokalen System. Ein spezialisiertes KI-Modell, trainiert mit Millionen realer Ransomware-Samples, bewertet Veränderungen hinsichtlich ihrer Schadenssignale. Die Erkennungslogik passt sich dynamisch an neue Angriffsmuster an und bezieht aktuelle Bedrohungsinformationen aus VirusTotal ein.

Google Drive pausiert bei Ransomware-Befall automatisch

Sobald das System eine verdächtige Aktivität erkennt, pausiert Drive automatisch die Synchronisation der betroffenen Dateien in die Cloud. Dadurch wird verhindert, dass verschlüsselte oder manipulierte Dateien organisationsweit repliziert werden. Diese Schutzmaßnahme isoliert den Angriff effektiv auf das kompromittierte Endgerät und bewahrt die Integrität der in Google Drive gespeicherten Daten.

Wiederherstellung ohne komplexe Notfallprozesse

Nach der Erkennung informiert Drive betroffene Nutzer über eine Desktop-Benachrichtigung sowie per E-Mail. Die Wiederherstellung erfolgt über eine webbasierte Oberfläche, in der mehrere Dateien gesammelt auf einen zuvor konsistenten Zustand zurückgesetzt werden.

Zusätzlich ergänzt die integrierte Malware-Erkennung in Google Drive, Gmail und Chrome diesen Schutz, indem sie die Weiterverbreitung schädlicher Dateien auf andere Endpunkte unterbindet. Dadurch sinkt das Risiko einer lateralen Ausbreitung innerhalb größerer Netzwerke.

Transparenz und Steuerung für die Administration

Administratoren erhalten bei erkannten Ransomware-Aktivitäten strukturierte Benachrichtigungen über die Admin-Konsole. Das Security Center stellt Audit-Logs mit detaillierten Informationen zu betroffenen Dateien, Zeitpunkten und Aktionen bereit. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert, kann jedoch organisationsweit oder für einzelne Nutzergruppen konfiguriert oder deaktiviert werden. Kundendaten bleiben von einer Nutzung zu Werbezwecken oder zum Training generativer KI-Modelle ausgeschlossen, sofern keine explizite Freigabe erfolgt.

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