Mit einem symbolischen Spatenstich hat Portus Data Centers den Ausbau seines Rechenzentrums in Kirchheim bei München gestartet. Die Anlage erhält zusätzliche 5,5 Megawatt IT-Leistung. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger forderte bei der Veranstaltung schneller Genehmigungen und mehr Strom für digitale Infrastruktur.
Spatenstich für MUC2: (v.l.) Werner Theiner (German Mittelstand e.V.), Eoin Baker (Project Manager Mercury) , Beate Neubauer (2. Bürgermeisterin Gemeinde Kirchheim-Heimstetten), Marco Kain (CEO Portus Data Centers München), Hubert Aiwanger (Bayer. Staatsminister für Wirtschaft), Falk Weinreich (Group-CEO Portus Data Centers), Otto Bußjäger (stv. Landrat Landkreis München), Gerry O'Donnell (Managing Director Mercury).
(Bild: Tom Brunner - tombrunner.de)
Hubert Aiwanger, bayer. Staatsminister und stellv. Ministerpräsident, sieht in der Investition der Portus Data Centers München GmbH ein starkes Signal für die Stärkung des Digitalstandorts Bayern, für digitale Resilienz und für die europäische Datensouveränität.
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Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hob in seiner Rede die zentrale Rolle von Rechenzentren für die wirtschaftliche Entwicklung hervor. Sie seien die „Schaltzentralen für die Wirtschaft von heute und morgen“ und entscheidend für den Erfolg von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Aiwanger machte deutlich, dass Bayern eigene Kapazitäten brauche, um weniger abhängig von internationalen Standorten und Anbietern zu sein.
Aiwanger: Rechenzentren sind Schaltzentralen der Zukunft
In seiner Rede betonte Aiwanger die Rolle von Rechenzentren als „Schaltzentralen für die Wirtschaft von heute und morgen“. Bayern müsse eigene Kapazitäten aufbauen, um unabhängiger von internationalen Anbietern zu werden.
Gleichzeitig mahnte der Minister schnellere Verfahren und eine gesicherte Energieversorgung an: „Wenn wir den Strom erst in acht Jahren liefern können, weil Leitungen nicht genehmigt werden, blockieren wir die Wirtschaft. Wir müssen die eminent wichtige Bedeutung von Digitalisierung und KI erkennen und Beschleunigungsmaßnahmen ermöglichen.“
Infrastruktur für Mittelstand und KI
Portus-Geschäftsführer Marco Kain hob hervor, dass regionale Rechenzentren kurze Wege und geringe Latenzen für Unternehmen sichern. Damit könnten auch mittelständische Firmen anspruchsvolle digitale Projekte umsetzen – von hybriden Cloud-Umgebungen bis hin zu KI-Workloads. Erste zusätzliche Kapazitäten sollen ab 2027 verfügbar sein. Parallel plant Portus ein neues Rechenzentrum mit bis zu 12,8 Megawatt in Hamburg sowie Erweiterungen in Luxemburg.
Unter der Leitung von Marco Kain will Portus Data Centers in München die wachsende Nachfrage nach IT-Infrastruktur durch nachhaltige und zukunftssichere Erweiterungen decken.
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„In Kirchheim schaffen wir eine hochmoderne Plattform für Unternehmen jeder Größe – regional verankert, aber mit internationaler Anbindung”, ergänzte Falk Weinreich, Group CEO von Portus Data Centers. „Das Projekt ist ein wichtiger Meilenstein unserer Buy-and-Build-Wachstumsstrategie“, um Unternehmen in der Region München und darüber hinaus leistungsstarke, nachhaltige IT-Infrastruktur mit niedriger Latenz zur Verfügung zu stellen und so einen Beitrag zur digitalen Handlungsfähigkeit Deutschlands zu leisten.
Der Kirchheimer Standort wird zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben und erfüllt die Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes. Mit einem PUE-Wert von 1,2 oder niedriger und moderner Kühltechnologie will Portus Maßstäbe bei Energieeffizienz setzen. Aiwanger lobte das Konzept: „Portus geht bilanziell weiter als die E-Auto-Branche. Hier wird garantiert, dass der Strom aus Sonne, Wind und Co. kommt.“
„Wir bauen für die digitale Zukunft – für Verlässlichkeit und Langfristigkeit“
Interview mit Marco Kain, Geschäftsführer der Portus Data Centers in München:
Herr Kain, Portus Data Centers hat gerade den Spatenstich für den Erweiterungsbau in Kirchheim gesetzt. Was bedeutet das konkret für den Standort? Marco Kain: Wir erweitern unser Rechenzentrum von derzeit 2,5 Megawatt Gesamtleistung auf künftig 11 Megawatt. Damit vervierfachen wir die IT-Kapazität die unseren Kunden zu Verfügung steht von 1,5 MW auf 7 MW. Der Standort ist momentan zu 80 Prozent ausgelastet, allerdings ist der Bedarf an leistungsfähigen, regionalen Rechenzentren enorm. Die Nachfrage nach Kapazitäten übersteigt unser aktuelles Angebot. Die zusätzlichen Kapazitäten werden Anfang 2027 zur Verfügung stehen, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.
Rechenzentren stehen oft in der Kritik wegen ihres Energieverbrauchs. Wie gehen Sie mit dem Thema Nachhaltigkeit um? Marco Kain: Wir kaufen 100 Prozent Ökostrom und geben unseren Kunden langfristige Preisgarantien. Zudem setzen wir auf modernste und modulare Technik – Containerlösungen, die sich austauschen lassen, wenn effizientere Systeme verfügbar sind. So können wir flexibel auf technologische Entwicklungen reagieren und unsere Energieeffizienz weiter verbessern.
Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Rechenzentrum den Bedürfnissen Ihrer Kunden entspricht, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Konnektivität? Marco Kain: Ein Rechenzentrum muss maximale Verfügbarkeit garantieren. Wir betreiben unsere Anlagen dreifach redundant und bieten damit eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent. Außerdem bieten wir flexible Netzwerk- und Carrieranbindung, was für unsere Kunden essenziell ist. Seit Bestehen des Standorts hatten wir keine Kundenausfälle. Gerade mittelständische Unternehmen erkennen, dass sie diese Sicherheit und Planbarkeit alleine kaum erreichen könnten – bei uns bekommen sie das zu kalkulierbaren Kosten.
Portus ist noch eine junge Marke. Wie sieht Ihre Wachstumsstrategie aus? Marco Kain: Wir verfolgen eine Buy-and-Build-Strategie aus einer Kombination aus Greenfield-Kauf und Aus- bzw. Umbau bestehender Anlagen. Parallel investieren wir auch in die Portus-Rechenzentren in Hamburg und Luxemburg. Unser Investor Arcus hat einen klar langfristigen Fokus – wir sprechen von 15 bis 20 Jahren. Das verschafft uns die notwendige Stabilität, um unseren Kunden Planungssicherheit zu geben.
Warum setzen Sie so stark auf Deutschland und insbesondere auf München? Marco Kain: Deutschland ist ein Wachstumsmarkt, gerade im Bereich digitaler Souveränität. Viele internationale Anbieter, von Hyperscalern bis hin zu Streamingdiensten, suchen nach regionalen Kapazitäten. München ist mit seiner Hochschullandschaft und dem Technologieumfeld besonders attraktiv. Zudem bietet München eine beeindruckend stabile Infrastruktur, ideal für Unternehmen, die ebenfalls auf Verbindungsstabilität setzen. Dies macht den Standort attraktiv für internationale Spieler wie OpenAI. Die Politik unterstützt diese Entwicklung aktiv, um Unternehmen nach München zu bringen und die hiesige Wirtschaft zu stärken.
Welche Kunden richten sich an das Portus Data Center und welche Trends beobachten Sie in der Branche? Marco Kain: Unsere Kunden reichen vom gehobenen Mittelstand bis zu globalen Unternehmen, die eine Nähe zu Cloud-Plattformen benötigen. Es gibt einen klaren Trend bei kleineren Unternehmen, ihre eigenen Rechenzentren zugunsten externer zu schließen. Die Vorteile externer Rechenzentren umfassen höhere Sicherheit und geringere Kosten durch die geteilte Nutzung von Infrastruktur und Ressourcen.
Wie begegnen Sie dem technologischen Wandel und der Notwendigkeit zur Modernisierung in Ihrer Branche? Marco Kain: Wir entwickeln unsere Techniken modular, um sie bei Bedarf auszutauschen und durch effektivere Lösungen zu ersetzen, was sowohl die Flexibilität als auch die Effizienz steigert. Das ermöglicht es uns, auf technologische Entwicklungen schnell zu reagieren und entsprechende Anpassungen vorzunehmen.
Was ist für Sie das „Nonplusultra“ im neuen Rechenzentrum? Marco Kain: Neben der hohen Leistungskapazität ist es diese Kombination aus Regionalität, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Unsere Kunden – vom Mittelstand bis zu internationalen Playern – wissen, dass sie hier nicht nur Fläche und Strom bekommen, sondern eine stabile, langfristige Partnerschaft.
Neue Chancen für die Region
Die Investition von rund 100 Millionen Euro sei nicht nur ein Schritt in die digitale Zukunft, sondern auch ein Impuls für die regionale Wirtschaft, sagte Aiwanger. Mit Blick auf Arbeitsplatzverluste in der Automobilbranche seien neue Investitionen notwendig. Das Rechenzentrumsprojekt mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro sei ein wichtiger Impuls für die regionale Wirtschaft. Vom Handwerk über Bauunternehmen bis hin zu Architekten profitiere die Region. Neue Projekte dieser Art seien essenziell, um Bayern als Hightech-Standort zu stärken.
Gemeinsam mit dem irischen Generalunternehmer Mercury, einem der führenden europäischen Spezialisten im Rechenzentrumsbau, errichtet Portus Data Centers auf rund 2.200 Quadratmetern zusätzliche IT-Kapazitäten. Der Ausbau umfasst 5,5 Megawatt neue IT-Leistung, wodurch die Gesamtleistung, die Kunden zur Verfügung gestellt werden kann, am Standort auf 7 Megawatt steigt. Damit gehört das Rechenzentrum in Kirchheim künftig zu den leistungsfähigsten Standorten im Raum München.
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