Podcast: Digitale Souveränität oder digitale Kolonie? „Unternehmen gefährden ihre Existenz!“

Von Elke Witmer-Goßner 2 min Lesedauer

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In der aktuellen Ausgabe des Podcasts CLOUD ON AIR ist Prof. Dr. Harald Wehnes, Informatiker an der Universität Würzburg und Sprecher der Arbeitsgruppe „Digitale Souveränität“ der Gesellschaft für Informatik, zu Gast, um über eines der drängendsten Themen unserer Zeit zu sprechen: digitale Unabhängigkeit.

Digitale Souveränität oder totale Abhängigkeit? – Die neue Podcast-Folge mit Prof. Dr. Harald Wehnes dreht sich um Datenmacht, Cloud-Monopole und Europas digitale Zukunft.(Bild:  Vogel IT-Medien / Harald Wehnes)
Digitale Souveränität oder totale Abhängigkeit? – Die neue Podcast-Folge mit Prof. Dr. Harald Wehnes dreht sich um Datenmacht, Cloud-Monopole und Europas digitale Zukunft.
(Bild: Vogel IT-Medien / Harald Wehnes)

Wie unabhängig ist Europa wirklich in der Cloud? Und lässt sich die digitale Souveränität Europas überhaupt noch herbeiführen? Die Nutzung großer Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services (AWS), Google Cloud oder Microsoft Azure bringt Unternehmen laut Prof. Dr. Harald Wehnes in eine gefährliche Lage: Sie verlieren die Kontrolle über ihre Daten und riskieren, durch die Plattformen selbst vom Markt gedrängt zu werden.

Cloud-Abhängigkeit: Cloud Act, Kostenfalle, Monopolmacht

„Wer heute noch seine sensiblen Daten in US-Rechenzentren speichert, handelt fahrlässig“, warnt Wehnes. Die technologische Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern könne nicht nur zum Kostenrisiko, sondern zur Existenzbedrohung für Unternehmen werden – denn Big Tech werde immer mehr zur Konkurrenz auch in IT-fernen Branchen.

Daten, die in US-Clouds gespeichert sind, unterliegen US-Gesetzen – selbst wenn sie in Europa liegen. Wehnes warnt daher, die Marktingbotschaften der großen US-Anbieter zu hinterfragen. Weitere Gefahren: plötzliche Preiserhöhungen und Vertragskündigungen ohne Vorwarnung. Unternehmen bräuchten deshalb dringend Exit-Strategien aus der Cloud, um ihre IT-Sicherheit zu gewährleisten.

BSI und Google: Strategische Fehlentscheidung?

Für Aufsehen sorgt auch die Entscheidung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Partnerschaften mit Google und AWS einzugehen. Prof. Wehnes kritisiert das scharf: Der Schritt sei ein „Skandal ersten Ranges“ und untergrabe den Aufbau souveräner IT-Strukturen in Deutschland. Die nationale Cybersecurity sei damit in die Hände von US-Konzernen gelegt.

Unser Gast bei CLOUD ON AIR, Folge 13
Prof. Dr. Harald Wehnes verfügt über 30-jährige IT-Praxiserfahrung (Wirtschaft, Öffentliche Verwaltung, Großforschung). Er lehrt am Institut für Informatik der Universität Würzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind modernes Projekt­management, digitale Unternehmensgründungen und digitale Nachhaltigkeit. Er ist Mitglied des Präsidiums der Gesellschaft für Informatik e.V. und Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises „Digitale Souveränität“.

Bildquelle: Wehnes (priv.)

Strategien für mehr digitale Unabhängigkeit in Europa

Wehnes plädiert für eine aktive und mutige Digitalstrategie für Europa. Denn er ist überzeugt: Digitale Souveränität ist machbar – wenn wir es wollen. Deutschland und Europa hätten genug eigenes Know-how, um eine souveräne digitale Infrastruktur aufzubauen. Was fehle, sei der politische Wille – und der Mut, sich von den Narrativen der Cloud-Giganten zu lösen.

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