Die Anbindung von PLM-Systemen an das ERP fristet oft ein eher stiefmütterliches Dasein: Stücklisten und Konstruktionsdaten fließen vom PLM zum ERP, doch nur selten profitiert die Konstruktion vom Wissen aus dem ERP. Das verschenkt viel Potenzial, wie der Business-Software-Spezialist BE-terna und PLM-Hersteller Bluestar PLM zeigen.
Der Datenaustausch zwischen PLM und ERP sowie umgekehrt kann in Unternehmen die Effizienz und Wirtschaftlichkeit steigern.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
„Wenn wir uns mit Unternehmen im Markt unterhalten, zeigt sich in gut 80 bis 90 Prozent der Fälle ein ähnliches Bild: In der täglichen Praxis kommt ein regelrechtes Sammelsurium aus externen Tools für Aufgaben wie CAD, Variantenmanagement oder Change Management zum Einsatz, die per Schnittstelle an ein zentrales PLM-System angebunden sind. Dieses ist dann wiederum mithilfe einer zweiten Schnittstelle an das ERP angeschlossen“, berichtet Matthias Kraus, Project Manager & Sales Engineer bei Bluestar PLM. „Keine Frage, so ist es den Unternehmen möglich, Konstruktionsdaten wie Stücklisten automatisch an das ERP-System zu übergeben, um dann unmittelbar mit Materialbeschaffung oder Fertigung beginnen zu können. Damit ist für die meisten Unternehmen ihr wichtigstes Soll erfüllt – und sie machen sich gar nicht bewusst, welches Potenzial sie damit eigentlich verschenken.“
Entscheidungen mit Halbwissen
Jeder Konstruktionsprozess bringt eine Fülle von Entscheidungen mit sich: Wie soll eine bestimmte Kundenanforderung konkret realisiert werden? Welche Komponente, welches Bauteil soll dazu zum Einsatz kommen? Fließt der Informationsfluss stets nur von der Konstruktion in die operativen Bereiche, nie jedoch zurück, arbeiten die Ingenieure in ihrem Silo, ihre Entscheidungen basieren vorwiegend auf technischen Kriterien.
Für eine optimale Fertigung wären jedoch auch andere Überlegungen relevant: Welches Bauteil liegt bereits auf Lager, welches müsste erst bestellt werden? Welche Komponente lässt sich am günstigsten beschaffen? Solche Fragen manuell zu klären, ist mit einem hohen Abstimmungsaufwand verbunden, den die Ingenieure in der Praxis gerne vermeiden. So werden viele Entscheidungen mit halbem Wissen getroffen – Optimierungsmöglichkeiten bleiben ungenutzt.
Auch aus technischer Sicht ist der in den meisten Fertigungsunternehmen vorherrschende Status quo nicht ideal, denn die steigenden regulatorischen Anforderungen – nicht zuletzt der Digitale Produktpass – erfordern eine umfassende Transparenz über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Bleiben zentrale Daten jedoch über verschiedenste, nur eingeschränkt verbundene Silos verteilt, ist können die entsprechenden Vorgaben nur mit höherem Aufwand erfüllt werden. Ebenfalls zeit- und kostenintensiv sind Wartung und die konstante Aktualisierung der verschiedenen Schnittstellen und Einzelsysteme.
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Getrennte Welten verschmelzen
„Im Zuge der angespannten Wirtschaftslage und des steigenden Wettbewerbs fallen solche Ineffizienzen für Unternehmen immer stärker ins Gewicht, wodurch Optimierungsmöglichkeiten für die bislang genutzten Verfahren in den Fokus rücken“, erklärt Christian Rothner, Business Development Manager, Discrete Manufacturing bei BE-terna. „In der heutigen Zeit bedarf es eines nahtlosen End-to-End-Prozesses über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg, von der Entwicklung bis hin zum Änderungsmanagement, mit einem optimierten Daten- und Dokumentenfluss in beide Richtungen. Die Grundvoraussetzung dafür ist eine echte Integration von ERP und PLM, durch die die getrennten Welten von Konstruktion und operativem Geschäft miteinander verschmelzen.“
Ist das genutzte PLM-System nicht länger nur per Schnittstelle an die ERP-Lösung angebunden, sondern umfassend mit dieser integriert, ergeben sich verschiedenste zentrale Vorteile für die tägliche Praxis:
Effiziente Prozesse: Integrierte PLM- und ERP-Systeme greifen auf eine zentrale Datenbasis zu, während gleichzeitig ein bi-direktionaler Austausch zu CAD- und anderen Dritt-Tools ermöglicht wird. Konstrukteure erhalten so unmittelbaren Zugriff auf ERP-Daten wie Lagerbestände oder Preise, alle relevanten Daten stehen den Prozessbeteiligten zu jedem Zeitpunkt zentralisiert zur Verfügung. Entsprechend sind in der Praxis deutlich weniger Abstimmungen erforderlich. Nicht selten lässt sich beim Austausch von E-Mails oder der telefonischen Abstimmung bis zu 50 Prozent der Zeit einsparen, wodurch sich die Auftragsbearbeitung deutlich beschleunigt.
Steigerung der Datenqualität: Der Wegfall von Systembrüchen ermöglicht eine umfassende Verbesserung der Datenqualität. Es ist nicht länger nötig, Daten doppelt zu pflegen oder von Hand zu übertragen, wodurch gleichzeitig das Fehlerrisiko sinkt. Fertigungsdokumente und Konstruktionszeichnungen, die in der täglichen Arbeit häufig modifiziert werden, stehen zu jedem Zeitpunkt unmittelbar in ihrer aktuellsten Version bereit, sodass Fertigungsprogramme bei Bedarf unmittelbar angepasst werden können.
Vernetzte Zusammenarbeit: Je nach Größe und Komplexität eines Unternehmens und seiner Produkte sind verschiedenste Konstruktionsteams am Entwicklungsprozess beteiligt – von der Mechanik über die Hydraulik bis hin zu Elektronik oder Software. Nicht nur müssen diese Teams Möglichkeiten erhalten, effektiv untereinander zusammenzuarbeiten. Prozesse wie etwa der Bau eines Prototyps erfordern darüber hinaus die Abstimmung mit Kollegen aus der Produktion oder der Logistik. Um eine entsprechende Zusammenarbeit zu koordinieren, bieten integrierte ERP- und PLM-Systeme die Möglichkeit, passende Workflows zu definieren. So ist zu jedem Zeitpunkt sichtbar, welcher Bereich gerade für den aktuellen Prozessschritt zuständig ist. Die verbesserte Transparenz erleichtert es, definierte Liefertermine zuverlässig einzuhalten.
Zentrale Datenverwaltung: Durch die zentrale Datenverwaltung lassen sich globale Berechtigungsgruppen definieren, die festlegen, welche Mitarbeiter welche Daten einsehen können. Gerade in Zeiten der steigenden Globalisierung, in denen etwa Teile der Produktion in Drittländer verlagert werden, ist dies entscheidend. Während erforderliche Daten effektiv zur Verfügung stehen müssen, muss gleichzeitig sichergestellt sein, dass keine Unbefugten auf das Entwicklungs-Know-how zugreifen können. Ein zentralisiertes Berechtigungsmanagement liefert hierfür die entscheidende Basis und ermöglicht darüber hinaus die effektive Koordination von Arbeitsprozessen über Ländergrenzen hinweg.
Digitale Transparenz: Durch die Verbindung von ERP und PLM sichern sich Unternehmen eine umfassende digitale Transparenz über alle ihre Daten und Abläufe hinweg. So behalten sie Entwicklungskosten auf jeder Stufe des Prozesses im Blick, insbesondere im Kontext von Änderungen. Ermöglicht es beispielsweise ein integriertes Change Management, Änderungswünsche digital einzubringen und zu bewerten, können Prozessbeteiligte unmittelbar erkennen, wie sich Planungs- und Fertigungskosten dadurch konkret verändern.
Um Kunden mit Vorteilen wie diesen in ihrer täglichen Praxis zu unterstützen, ist die PLM-Lösung von Bluestar PLM nahtlos in Microsoft Dynamics 365 integriert und ermöglicht so eine „Single Source of Truth“ über alle CAD-, PLM- und ERP-Prozessstufen hinweg. Bei der Implementierung der entsprechenden Lösungen kann BE-terna auf Basis seines jahrzehntelangen Branchen-Know-hows im Fertigungskontext unterstützen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserm Partnerportal MaschinenMarkt.
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Stand: 08.12.2025
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