Die App „Passwords“ gehört zu den beliebtesten Kennwort-Manager auf Nextcloud. Die App steht nach der Installation allen Anwendern zur Verfügung, die sicher ihre eigenen Kennwörter verwalten und bei Bedarf auch teilen können.
Mit der Nextcloud-App „Passwords“ lassen sich Kennwörter sicher speichern, verschlüsseln und mit anderen Nutzern teilen – inklusive 2FA, QR-Code-Freigabe und Versionsverlauf.
Wer Zugangsdaten zentral verwalten will, ohne sie einem externen Anbieter anzuvertrauen, findet mit der App „Passwords“ für Nextcloud eine vollständig selbst gehostete Lösung. Sie kombiniert hohe Sicherheit mit überraschend hohem Komfort, und erlaubt eine Nutzung, die kommerziellen Angeboten wie Bitwarden oder 1Password in kaum etwas nachsteht.
Entscheidend bleibt: Alle Daten verbleiben auf dem eigenen Server und werden verschlüsselt in der Datenbank der App gespeichert. Generell sollte bei der zentralen Speicherung von Kennwörtern in Nextcloud aber darauf geachtet werden, die 2-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Schlussendlich sichert das auch die gespeicherten Kennwörter der Nutzer.
Die App lässt sich direkt aus dem App-Katalog von Nextcloud installieren. Root-Zugriff oder Kommandozeile sind nicht notwendig. Im Adminbereich genügt ein Klick auf „Apps“, gefolgt von der Suche nach „Passwords“. Ein weiterer Klick auf „Herunterladen und aktivieren“ installiert die Anwendung. Sie ist kompatibel mit allen gängigen Versionen, ab Nextcloud 20 bis zur aktuellen Version 31. Nach der Aktivierung erscheint die App im Menü der Nextcloud-Instanz, sichtbar für alle Benutzer, die von diesem Moment an ihre eigenen Passwortdatenbanken führen.
Erste Schritte in der Oberfläche
Passwörter lassen sich in Ordner einsortieren, mit Tags versehen, favorisieren oder durchsuchen. Ein Klick auf einen Eintrag kopiert das Kennwort in die Zwischenablage. Details wie URL, Benutzername, Änderungsverlauf, Notizen oder angehängte Dateien sind per Kontextmenü zugänglich. Jeder Eintrag kann beliebig erweitert werden, mit individuellen Feldern für SSH-Schlüssel, API-Tokens oder Hinweise in Markdown. Auch Dateien aus der Nextcloud lassen sich anhängen, allerdings nur solche, die bereits im Dateisystem liegen.
Neue Einträge und Generator Beim Anlegen neuer Einträge stehen vordefinierte Felder zur Verfügung. Die Kennwörter lassen sich auch in Ordner und mit Tags sortieren. Das Anlegen von Favoriten ist ebenfalls möglich. Zusätzlich lassen sich benutzerdefinierte Inhalte wie Text, geheime Felder, E-Mail-Adressen oder Weblinks hinzufügen. Auch Dateien lassen sich verknüpfen, etwa zur Dokumentation eines VPN-Zugangs. Der integrierte Passwortgenerator kann auf Wunsch automatisch sichere Passwörter erstellen. Seine Konfiguration, etwa Länge, Sonderzeichen, Zahlen, ist über das Einstellungsmenü global einstellbar. Der Generator lässt sich so an firmenspezifische Sicherheitsvorgaben anpassen.
Versionsverwaltung und Wiederherstellung Jede Änderung an einem Passwort wird mitprotokolliert. In der Detailansicht lässt sich auf frühere Versionen zurückspringen. Gelöschte oder versteckte Passwörter können über das Menü „Einstellungen, Danger Zone, Versteckte Objekte wiederherstellen“ erneut sichtbar gemacht werden. So lassen sich versehentlich entfernte Einträge reaktivieren. Durch einen Klick auf ein Passwort, wird dieses in die Zwischenablage kopiert und steht zur Verwendung in und außerhalb von Nextcloud zur Verfügung.
Teilen mit Ablauf und Rechten Die App ermöglicht das gezielte Teilen einzelner Passwörter mit anderen Nextcloud-Benutzern. Der Eigentümer behält die volle Kontrolle, Leserechte lassen sich befristen, zum Beispiel für Urlaubsvertretungen oder temporäre Projektteams. Geteilte Kennwörter erscheinen innerhalb der App, sodass der Empfänger diese nutzen kann, wie ein eigenes Kennwort. Natürlich können Empfänger das Kennwort nicht ändern. Nach Ablauf wird der Zugriff automatisch entzogen. Änderungen am geteilten Passwort werden serverseitig über einen automatischen Synchronisierungsprozess abgeglichen, der im Intervall von etwa 15 Minuten läuft. Änderungen durch andere Personen als den Eigentümer werden verworfen, falls es zu einem Konflikt kommt.
QR-Code als alternative Freigabemethode Neben der klassischen Freigabe gibt es die Möglichkeit, Passwörter per QR-Code bereitzustellen. Dabei wird nicht die Cloud referenziert, sondern das Passwort direkt als Zeichenkette übertragen. Beim Scannen wird es sofort angezeigt, eine nützliche Option für den Einsatz an mobilen Geräten, ohne manuelles Abtippen.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Masterpasswort Zusätzlich zur serverseitigen Verschlüsselung bietet die Passwords-App eine clientseitige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Sie wird im Menüpunkt „Einstellungen → Verschlüsselung“ aktiviert und erfordert die Einrichtung eines Masterpassworts. Dieses kann später geändert, aber nicht entfernt werden. Die App merkt sich verschlüsselte Inhalte lokal im Browser oder in der App und schützt sie durch die zusätzliche Passphrase. Nach fünf Fehlversuchen beim Entschlüsseln werden App-Tokens automatisch widerrufen. Nur die erfolgreiche Entsperrung hebt die Sperre wieder auf, allerdings müssen Tokens neu erstellt werden.
Stand: 08.12.2025
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Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) Sobald die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aktiv ist, kann optional 2FA aktiviert werden. Diese Funktion befindet sich derzeit standardmäßig im deaktivierten Zustand, da einige Clients nicht mit 2FA kompatibel sind. Wird sie aktiviert, erfordert jede Entschlüsselung neben dem Masterpasswort auch einen 2FA-Code. Clients ohne Unterstützung für 2FA verlieren in diesem Fall den Zugriff.
Browser-Erweiterungen und mobile Apps Für gängige Browser wie Chrome, Firefox und Edge stehen Erweiterungen zur Verfügung. Diese greifen direkt auf die Passwortdatenbank zu, erkennen Loginmasken auf Webseiten und tragen Zugangsdaten automatisch ein. Die Verbindung erfolgt über einen Verifizierungslink. Eine zusätzliche Eingabe der Adresse ist nicht notwendig. Einmal verbunden, erlaubt die Extension das Durchsuchen, Einfügen und Verwalten der Passwörter direkt im Browserkontext. Für Mobilgeräte stehen zwei offizielle Apps bereit. Unter Android empfiehlt sich „NC Passwords“, da sie eine stärkere Verschlüsselung verwendet. Unter iOS steht eine angepasste Variante mit nativer Systemintegration zur Verfügung. Beide Apps synchronisieren mit dem Server, zeigen Ordnerstrukturen, erlauben die Suche, das Bearbeiten und Erstellen neuer Einträge. Auch dort lassen sich Dateien verknüpfen und Details anzeigen.
Import und Export Der Wechsel von anderen Passwortmanagern gelingt über CSV-Import. Die App erkennt gängige Formate und bietet einen Custom-Mapping-Dialog für exotische Layouts. Bei Importen mit bekannten Fehlerquellen erscheint ein Warnhinweis. Passwörter lassen sich ebenso im CSV-Format exportieren, etwa für Backups oder Migration.
Sicherheitsfunktionen und Ereignisbenachrichtigungen Die App warnt aktiv vor kompromittierten Passwörtern. Sie gleicht Einträge mit bekannten Leak-Datenbanken ab und markiert betroffene Einträge. Doppelte Passwörter werden als schwach markiert. Nutzer sehen die Sicherheitsstufe über ein farbiges Schildsymbol, Gelb für schwach, Rot für kompromittiert. Auch der Administratorzugriff über Apps wie „Impersonate“ wird erkannt und als Benachrichtigung gemeldet. Wurde ein Passwort geteilt und vom Empfänger weitergegeben, erkennt die App Schleifen und blockiert den Vorgang.
Fehlermeldungen und technische Einschränkungen Die App erfordert zwingend HTTPS. Ein Aufruf über HTTP führt zu einer Sperre mit entsprechender Fehlermeldung. Ebenso blockiert die App veraltete Browser, wenn notwendige APIs fehlen. Der Hinweis ist unmissverständlich, es besteht kein technischer Workaround. Performanceprobleme können auftreten, wenn Clients wiederholt falsche Zugangsdaten verwenden. Dann stuft Nextcloud die App als Ziel eines Brute-Force-Angriffs ein und verlangsamt alle API-Zugriffe. Auch das Öffnen sehr großer Passwortsammlungen kann durch den Entschlüsselungsaufwand kurzfristig verzögert sein.
Sessions und Tokens Beim Zugriff erzeugt die App eigene Tokens, sichtbar unter „Sitzungen und Geräte“. Diese tragen einen Zeitstempel und die IP-Adresse. Sie haben keinen Dateizugriff und laufen automatisch ab. Ein manuelles Löschen beendet die aktive Session. Wer das Masterpasswort kennt, kann alle Tokens zurücksetzen und die Kontrolle behalten.