Toms Wochentipp: OneDrive flexibel erweitern OneDrive-Speicher nach Bedarf buchen: Wann sich Pay-as-you-go lohnt

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

Der Hersteller ergänzt OneDrive um ein verbrauchsbasiertes Speichermodell. Administratoren heben das Kontingent einzelner Konten über die Lizenzgrenze an und zahlen allein den zusätzlich genutzten Anteil. Die Abrechnung koppelt an ein Azure-Abonnement, die Steuerung bleibt im Microsoft 365 Admin Center.

Zusatzspeicher in OneDrive lässt sich flexibel mit verbrauchsgenauer Abrechnung nutzen.(Bild: ©  idambeer - stock.adobe.com)
Zusatzspeicher in OneDrive lässt sich flexibel mit verbrauchsgenauer Abrechnung nutzen.
(Bild: © idambeer - stock.adobe.com)

Mit Microsoft 365 OneDrive Storage stellt der Hersteller einen Pay-as-you-go-Dienst bereit, der zusätzlichen OneDrive-Speicher nach tatsächlichem Verbrauch abrechnet. Der Dienst läuft seit Juli 2026 in der öffentlichen Preview und steht allen kommerziellen Tenants offen. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für November 2026 angekündigt. Berechnet wird ausschließlich der Speicher oberhalb des lizenzierten Kontingents.

Voraussetzungen in Azure

Die Hürde liegt in Azure. Der Dienst setzt ein Azure-Abonnement im selben Tenant voraus, dazu eine Ressourcengruppe innerhalb dieses Abonnements, und für die Kopplung braucht der Verantwortliche die Rolle Owner oder Contributor sowohl auf dem Abonnement als auch auf der zugehörigen Ressourcengruppe. Den Zugang zum Admin Center regelt die Rolle SharePoint-Administrator oder Globaler Administrator. Der Hersteller rät zur Rolle mit den geringsten Rechten. Kleinere Betriebe ohne eigene Azure-Nutzung erreichen das Modell damit nicht.

Einrichtung im Abrechnungsbereich

Die Einrichtung startet im Microsoft 365 Admin Center über die Pfeilkette „Abrechnung → Pay-as-you-go → Abrechnungsrichtlinie hinzufügen“. Im Schritt zum Überprüfen und Erstellen der Richtlinie wählt der Administrator den Dienst „Microsoft 365 OneDrive Storage“ aus und verbindet ihn mit der zuvor angelegten Azure-Ressourcengruppe. Danach hebt er im SharePoint Admin Center das Speicherlimit einzelner Konten an. Der gesamte Weg führt über die Verwaltungsoberfläche des Admin Centers, ein Eingriff an der Azure-Ressource selbst ist dafür nicht nötig.

Der Höchstwert bleibt bei 25.600 GB, also 25 TB je Konto. Abgerechnet wird allein der Verbrauch oberhalb des lizenzierten Kontingents. Das Speicherlimit steigt bei jedem Konto einzeln, eine pauschale Anhebung für den gesamten Tenant sieht das Modell nicht vor. Vor der Aktivierung prüfen die Verantwortlichen den aktuellen Speicherstand je Konto und erkennen so früh, welche Konten bereits über ihrer eigenen Grenze liegen und damit unmittelbar nach der Umstellung zusätzliche Kosten verursachen.

Kosten im Blick behalten

Der verbrauchsbasierte Ansatz verlagert das Risiko von der festen Vorab-Buchung hin zur laufenden Nutzung. Damit die Rechnung planbar bleibt, legt das Team ein Budget für die Pay-as-you-go-Abrechnung an und definiert Schwellen, ab denen der Dienst eine Warnung sendet, sobald sich die aufgelaufenen Kosten dem gesetzten Wert nähern. So fällt ein ungewollter Anstieg auf, bevor ein Konto die geplante Kostengrenze überschreitet. Die Verwaltung entscheidet je Nutzer, ob dessen Limit über die Lizenzgrenze steigt.

Neben dem Verbrauchsmodell verkauft der Hersteller weiterhin OneDrive Extra Storage als Kapazitätspaket. Die Pakete reichen von 100 GB und 500 GB bis zu Größen von 1 TB bis 6 TB und lassen sich einem lizenzierten Nutzer als Add-on zuweisen. Ein einzelnes Konto überschreitet auch hier nicht 25 TB. Ein Paket ersetzt die bestehende OneDrive-Lizenz nicht und teilt sich nicht auf mehrere Nutzer auf. Für dauerhaft hohen Bedarf bleibt das feste Paket kalkulierbar, für schwankende Spitzen passt die verbrauchsbasierte Abrechnung besser.

Grenzen des Modells

Der Dienst steht Bildungseinrichtungen, GCC-Umgebungen und den von 21Vianet in China betriebenen Tenants nicht offen. Trennt der Administrator die Abrechnungsrichtlinie wieder, greift die Durchsetzung des Lizenzkontingents erneut, sobald ein Konto darüber liegt. Parallel führt der Hersteller dasselbe Verbrauchsmodell für SharePoint-Speicher, dort seit Juni 2026 in der Preview. Bei Tenants mit mehreren geografischen Standorten richtet sich die Abrechnung seit Juni 2026 nach dem Kontingent je Standort statt nach dem Gesamtwert des Tenants.

Zusammenfassung

Microsoft 365 OneDrive Storage verschiebt die Speicherplanung von festen Zusatzpaketen zu einer Abrechnung nach Verbrauch. Unternehmen steuern einzelne Konten bis 25 TB und zahlen allein den Anteil über der Lizenzgrenze. Die Bindung an ein Azure-Abonnement und der Ausschluss von Bildung und GCC grenzen den Kreis der Nutzer ein. Für Organisationen mit stark schwankendem Speicherbedarf ergibt das Modell einen planbaren Weg, zusätzlichen Platz ohne feste Vorab-Buchung bereitzustellen.

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