Cloud Computing hat sich zur Grundlage für die Geschäfts- und damit IT-Anforderungen eines Unternehmens entwickelt. Doch die Nutzungsweise ändert sich, wie mehr als 500 Anfragen an Gartner und Kundeninteraktionen im vergangenen Jahr zeigen. I&O-Führungskräfte müssen jetzt die Rolle der Cloud in täglichen Entscheidungen überdenken für eine gelungene Transformation.
Ist es der perfekte Match? Unternehmen müssen künftig genauer prüfen, welcher Cloud-Anbieter bzw. -Partner technologisch wie strategisch zu ihnen passt.
(Bild: Zeynep - stock.adobe.com)
Public-Cloud-Aktivitäten konzentrierten sich bisher meist auf grundlegende Infrastrukturelemente. Hier übertreffen Anbieter die Anforderungen von Unternehmen. Erfolgreich war die Branche bis dato auch, wenn es darum ging, „einfache“ Workloads zu migrieren. Eine große Herausforderung für die Zukunft wird es jedoch sein, die restlichen verbleibenden Arbeitslasten im Unternehmen zu bewältigen, neue Anwendungen zu entwickeln und die Implementierung von Workloads am Rande des Netzwerks zu bewerkstelligen.
Cloud Computing: Fester Bestandteil der Geschäftsstrategie
Cloud-Aktivitäten werden sich künftig auf mehrere Clouds konzentrieren. Dazu gehören spezialisierte Clouds wie Sovereign Clouds und die Kontextualisierung von Standard-Cloud-Plattformen für bestimmte Branchen. Hinzu kommen branchenspezifische Funktionen zu Standard-Cloud-Plattformen, um individuelle Branchenanforderungen erfüllen zu können. Diese Aktivitäten werden auf traditionellen Cloud-Grundlagentechnologien aufbauen und neue technische Fähigkeiten aufweisen.
Unabhängig davon steht fest: Unternehmen müssen Cloud Computing als festen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategien integrieren. Das betrifft nicht nur grundlegende Elemente der Cloud-Technologie. Auch Technologien, die die Basistechnologie verbessern, sind von dieser Entwicklung betroffen. Diese Dynamik wird die heute verfügbaren Technologien und das Anbieterumfeld merklich verändern.
Mehr Wettbewerb: Einbindung von Anbietern nötig
Die erste große Phase der Cloud-Einführungen endet derzeit. Zu den Formen und Szenarien der Nutzung gehören aktuell On-Premises-Infrastrukturen, Multi-, Regional-, Sovereign- und Industry-Cloud sowie Aktivitäten am Rande des Netzes. Der Wettbewerb in diesen Bereichen nimmt allerdings rapide zu. Die meisten Unternehmen werden also für diese Anforderungen verschiedene Anbieter als mögliche Partner evaluieren müssen.
Die neue Entwicklung kann in drei Ebenen eingeteilt werden:
Technologischer Kern mit Technologien, die von Hyperscaler-Cloud-Anbietern entwickelt wurden und von ihnen nach wie vor dominiert werden. Dabei geht es um traditionelle Infrastrukturkomponenten. Hier wird sich der Markt der Anbieter ausdünnen, weil diese Cloud-Formen beträchtliche Investitionen in die Infrastruktur erfordern.
Erweiterung von Fähigkeiten, die den technologischen Kern nutzen, aber zusätzliche Funktionen hinzufügen (z. B. können Kubernetes-Software-Anbieter ihre Software über mehrere öffentliche Cloud-Infrastrukturen laufen lassen). Andere Beispiele sind Infrastrukturdienste. Zahlreiche Anbieter von Multi-Cloud-Netzwerken und Cloud-Management-Tools sind ebenfalls in diesem Bereich tätig. Auch Unternehmen mit technologisch ausgereiften Lösungen sind in diesem Umfeld mit Funktionen zu erwarten, die sie dem Markt als Open Source zur Verfügung stellen werden. Hyperscaler-Cloud-Anbieter verfügen ebenfalls Dienste in dieser Kategorie an (z. B. Container und/oder Kubernetes, Anwendungs- und Datendienste).
Wertsteigerung, die den technologischen Kern und Schichten zur Erweiterung von Fähigkeiten nutzt, um Dienste bereitzustellen, die direkt von Nutzern verwendet werden. Diese Lösungen können verbraucherorientiert und/oder auf vertikale Industrien ausgerichtet sein.
I&O-Führungskräfte sollten diese Kategorien berücksichtigen, wenn es darum geht, strategische Allianzen zu bilden und technologische Entscheidungen zu treffen. So lässt sich das verfügbare Angebot möglicher Anbieter und Technologien erweitern.
Strategische Anbieter in Bezug auf die Cloud-Strategie
(Bild: Gartner)
Strategische Anbieter nähern sich dem Markt auf unterschiedliche Weise. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass einige von ihnen ihren Schwerpunkt ändern werden. Ein Hersteller, der mit seinen traditionellen Cloud-Diensten nicht auf Anklang stößt, wird sich möglicherweise umentscheiden und Technologien beziehungsweise Dienste anbieten, die die von anderen Anbietern bereitgestellten Kerndienste nutzen.
Gartner geht davon aus, dass Anbieter in den nächsten drei bis fünf Jahren auf der Grundlage der folgenden drei Profile kategorisiert werden:
Expanders: Anbieter erweitert seinen Schwerpunkt und sein Produkt-/Dienstleistungsportfolio.
Established: Anbieter ist auf aktuelle Produkt-/Dienstleistungsausrichtung festgelegt.
Reducers: Anbieter schränkt seinen Fokus ein, um damit wettbewerbsfähiger zu werden.
Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf Unternehmen. Sie erfordert es, auf Roadmaps von Anbietern und deren strategischen Fokus zu achten. Ein weiterer neuer Aspekt ist das wettbewerbsfähige Produkt-/Dienstleistungsumfeld mit sich entwickelnden Produktumgebungen. Eine einzige Produktevaluierung kann damit eine Reihe von Anbietern mit unterschiedlichen Strategien umfassen. Es ist möglich, dass die Zahl der Hersteller bestimmter passender Lösungen sich wesentlich vergrößert.
Technologieentscheidungen sind bedarfsabhängig
Folgende Abbildung zeigt eine Auswahl verschiedener Technologien, die den zuvor erwähnten drei Ebenen zugeordnet sind. Es werden sowohl Open-Source- als auch proprietäre Technologien mit einbezogen.
Dazu gehören:
Industry Cloud: Branchen-Cloud-Plattformen vereinen alle drei Ebenen und bieten Unternehmen Cloud-Funktionen, die direkt für ihre spezifische vertikale Branche relevant sind.
Sovereign Cloud: Sie besteht in der Bereitstellung von Cloud-Diensten innerhalb eines klar definierten Umfelds und erfüllt die Anforderungen an die Datenspeicherung, die betriebliche Autonomie und die gesetzlichen Vorschriften des Landes, in dem die Cloud angeboten wird. Im Gegensatz dazu konzentriert sich die Branchen-Cloud stärker auf technologische Kernaspekte und weniger auf die Wertsteigerung, die von anderen Anbietern übernommen werden kann.
Multi-Cloud ist ein wichtiger Schwerpunkt in dieser neuen Cloud-Ära. Zu den Multi-Cloud-Angeboten gehören:
Networking: Software, die die Komplexität von Cloud-spezifischen Netzwerkelementen abstrahiert und eine Cloud-übergreifende Konnektivität ermöglicht.
Operations: Software, die verschiedene Aspekte des Betriebs mehrerer Cloud-Umgebungen ermöglicht (z. B. Bereitstellung, Kostenoptimierung, Sicherheit, Governance).
Container-Management-Frameworks: Software, mit der Kubernetes-Cluster auf einheitliche Weise in verschiedenen Cloud-Umgebungen bereitgestellt und/oder verwaltet werden können.
Anwendungs- und/oder Daten- und Analyseplattformen und -dienste: Plattformen, die für die einheitliche Bereitstellung von Anwendungen in verschiedenen Cloud-Umgebungen genutzt werden. Andere Plattformen ermöglichen es Nutzern, Daten- und Analyselösungen zu erstellen, die mehrere Clouds umfassen. Weitere Beispiele sind Dienste, die dem Nutzer einheitliche Anwendungs- und/oder Datendienste über mehrere Cloud-Umgebungen hinweg zur Verfügung stellen. Dazu gehören kuratierte Dienste von Anbietern, die auch Plattformen anbieten.
SaaS-Angebote: Anwendungen, die mehrere Cloud-Umgebungen umfassen.
Diese Dienste nutzen verschiedene Aspekte der zugrundeliegenden technologischen Kernelemente.
Drei Orientierungspunkte für sicheres Navigieren in die Cloud
Die neue Cloud-Ära stellt I&O-Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Die Auswahl der Lösung hängt schlussendlich von der technologischen Ausrichtung (vertikal oder horizontal) sowie von den Veränderungen in den Strategien der Anbieter/Partner ab.
Die nächsten Jahre des Cloud Computing werden für Unternehmen durchaus eine Herausforderung darstellen. Bei der Navigation durch die neue Cloud-Ära kann die Ausrichtung der Anbieter und Technologieentscheidungen helfen. Sie orientieren sich an den drei Ebenen Technologiekern, Funktionserweiterung und Wertsteigerung.
Stand: 08.12.2025
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* Dennis Smith ist Research Vice President in der Kategorie „Infrastructure and Operations“ bei Gartner. Er ist für die Forschung in den Bereichen Cloud Computing, Virtualization, IT-Prozessautomatisierung und Containertechnologien zuständig.
Bildquelle: Gartner
* David Smith ist Distinguished Vice President Analyst und Gartner Fellow Emeritus. Er gehört zum Team für Unternehmensarchitektur und Technologieinnovation, wo sein Schwerpunkt auf Cloud Computing und digitalen Grundlagen liegt. Er ist spezialisiert auf die Auswirkungen von Technologien wie das Internet, Cloud Computing, Digital Business und Verbrauchertechnologien.