„Business as usual“, wie es bis zum Frühjahr 2020 gang und gäbe war, ist nun keine Option mehr. Die schnelle, weltweite Ausbreitung der COVID-19-Pandemie zwingt Unternehmen dazu, sich an die ständig verändernde Situation anzupassen und neu darauf einzustellen.
Auf der Basis von Cloud Computing und IT-Security gelingt Unternehmen der Schritt in die nächste Phase der COVID-19-Pandemie.
Unternehmen wurden von einem auf den anderen Tag dazu aufgefordert, Heimarbeit zu ermöglichen, um die landesweiten Ausgangsbeschränkungen und Abstandsregelungen bestmöglich gewährleisten zu können. Diese kurzfristigen Maßnahmen haben in vielen Organisationen für Chaos gesorgt und diese vor große Herausforderungen gestellt – doch für die meisten ist dieses anfängliche Chaos mittlerweile zur neuen Realität und Normalität geworden. Die gegenwärtige Situation wurde akzeptiert und Ziel ist es nun, in die Zukunft zu schauen, wie das Leben für Arbeitswelt und Gesellschaft weitergeht und wie sich Unternehmen weiterentwickeln können.
Aufbruch in die neue Normalität
Geschäftliche Kontinuität ist für jedes Unternehmen, egal welcher Größenordnung oder welcher Branche, von existentieller Bedeutung. Auch wenn die Mitarbeiter nun verstärkt von zu Hause arbeiten – sofern dies möglich ist – bleibt es überlebenswichtig, weiterhin so effizient wie möglich zu arbeiten. Und dies ist die Herausforderung, der sich speziell die IT stellen musste: Entscheidungen, für die es im Normalfall Wochen oder sogar Jahren gebraucht hätte, wurden nun notwendigerweise innerhalb von Stunden oder Tagen gefällt. Denn bei der Umstellung auf Homeoffice war weniger Perfektion das Ziel, sondern den Arbeitsalltag weiterhin am Laufen zu halten.
Dadurch ist ein weiteres Thema im IT-Bereich stärker in den Fokus gerückt: IT-Sicherheit. Wie kann sicheres Arbeiten von zu Hause aus gewährleistet werden, damit die Mitarbeiter jederzeit und unabhängig von Standort und Endgerät auf ihre Daten zugreifen können? Letztendlich ist sicheres Arbeiten der Grundstein dafür, den Betrieb weiterhin am Laufen zu halten und erfolgreich durch die Krise zu führen.
Von der Ausnahme zum Alltagsgeschäft
Diese neue Normalität ist in den Unternehmen nun bereits Alltag und ein Perspektivenwechsel hat stattgefunden: zunächst war nur wichtig, dass das tägliche Business überhaupt weitergeht. Jetzt müssen die Unternehmen prüfen, was sie in vergangener Zeit eingeführt haben, ob die Lösung sicher ist und den Anforderungen genügt. Denn auch die Cyberkriminalität versucht Profit aus der COVID-19-Pandemie zu schlagen. Der „Modern Bank Heists“ Report von VMware Carbon Black zeigt: speziell die Finanzbranche kämpft mit Lösegeldforderungen, Betrugsüberweisungen und Cyberangriffen. Die Studie besagt, dass von Anfang Februar bis Ende April 2020 Angriffe auf den Finanzsektor um 238 Prozent zugenommen haben.
Lösegeldforderungen sind im gleichen Zeitraum um das 9-fache angestiegen. Dieser Einblick in die Zahlen zeigt, wie wichtig Sicherheit, und besonders die IT-Security ist. Fakt ist: Kontrolle und Sicherheit sind eher gewährleistet, wenn die Mitarbeiter im Büro auf vom Unternehmen gestellten Geräten arbeiten. Da aber einige Unternehmen dazu gezwungen waren ihre Mitarbeiter kurzfristig mit Laptops auszustatten, wurden Sicherheitsaspekte häufig vernachlässigt. Daran muss jetzt gearbeitet werden.
Nachrüstung bei der Sicherheit
Der IT-Security-Idealfall würde wie folgt aussehen: Unternehmen setzen auf den Zero-Trust Ansatz, wonach grundsätzlich erst einmal nichts und niemand im Netzwerk oder in Verbindung mit Geschäftsanwendungen vertrauenswürdig ist. Jeder Zugriff wird zunächst überprüft, bevor dieser genehmigt wird, unabhängig davon von wo aus er durchgeführt wird. Doch die Realität sieht anders aus: in vielen Unternehmen gilt „im Büro“ ist gleich gut und vertrauenswürdig und „außerhalb des Büros“ nicht vertrauenswürdig.
Diese Sichtweise funktioniert aber nicht, wenn die komplette Belegschaft außerhalb des Büros arbeitet. Darüber hinaus sollte sicheres, mobiles Arbeiten in der modernen Arbeitswelt auch abgesehen von einer Krise funktionieren. Die IT muss nun daran arbeiten ein solches Konzept nachträglich zu integrieren. Dabei sollte der umfassende Schutz der geschäftskritischen Daten gewährleistet werden, ohne dass den Nutzern die Arbeiten erschwert oder behindert wird.
Die Cloud als Lösung
In den ersten Wochen der Pandemie zählte jede Sekunde. Unternehmen mussten ohne jegliche Vorbereitung sämtliche Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, um sicherzustellen, dass der Betrieb ohne Unterbrechung fortgesetzt werden konnte. Es war notwendig, neue Hardware zur Verfügung zu stellen und auf Cloud-Umgebungen zurück zu greifen, um die steigende Netzwerkauslastung durch eine steigende Zahl an Videokonferenzen und Homeoffice-Anwendungen abzufedern.
An diesem Punkt ist die Cloud das Mittel der Wahl, da Infrastruktur, Rechenleistung, Anwendungen, Netzwerke und Sicherheit je nach Bedarf genau dort bereitgestellt werden können, wo sie benötigt werden. Mit Hilfe der Cloud werden Anwendungen und Daten schnell in der relevanten Umgebung bereitgestellt und, falls sich die Umstände in ein paar Wochen wieder ändern sollten, kann der Bedarf flexibel angepasst werden. Früher war die Entscheidung, ob die Cloud eingesetzt werden sollte, ein Prozess, der mehrere Entscheidungsebenen durchlaufen hätte. Heute müssen die Unternehmen dagegen schnell entscheiden, denn der Druck weiterhin effizient arbeiten zu können, ist groß. Doch um auch für eine mögliche zweite Pandemie-Welle oder andere geschäftliche Herausforderungen gewappnet zu sein, sollten Unternehmen jetzt auf die Cloud setzen – für ein Maximum an Flexibilität, Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit.
Stand: 08.12.2025
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Wichtig ist: Unternehmen müssen für Stabilität sorgen – für ihre Kunden, für ihre Mitarbeiter und für ihre eigene Handlungsfähigkeit. Es müssen Grundlagen in Form von Plattformen geschaffen werden, die den Betrieb in sicherer, flexibler und einfacher Weise sicherstellen. Unternehmen werden sich auch weiterhin auf ständig neue und unbekannte Situationen einstellen müssen. Deshalb sollten Entscheidungen, die jetzt getroffen werden in der nächsten Zeit darauf geprüft werden, ob sie die nötige Sicherheit, aber auch Flexibilität bieten, die in diesen unsicheren Zeiten nötig ist, um den Betrieb am Laufen zu halten und die Auswirkungen der Krise auf das eigene Unternehmen so gering wie möglich zu halten.
Armin Müller, VMware.
(Bild: VMware)
* Der Autor Armin Müller ist Vice President & Country Manager Germany für VMware. In dieser Position trägt er die Gesamtverantwortung für VMware in Deutschland sowie für die lokale Unternehmensstrategie, mit dem Ziel, gemeinsam mit Technologiepartnern aus dem VMware-Ökosystem Kunden auf dem Weg der digitalen Transformation zu begleiten und mit Lösungen aus den Bereichen Rechenzentrum, Cloud, Mobility, Netzwerk und Security zu unterstützen.