Matrix Conference 2025 Offene Kommunikation als Fundament digitaler Souveränität

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Vom 16. bis 18. Oktober traf sich in Straßburg die internationale Matrix-Community zur „Matrix Conference“ 2025. Entwickler, Anwender und Behördenvertreter diskutierten dort den aktuellen Stand der offenen Kommunikationsplattform.

Offene Kommunikation im Fokus: Die Matrix-Community traf sich in Straßburg zur Matrix Conference 2025.(Bild:  Marvin Djondo-Pacham)
Offene Kommunikation im Fokus: Die Matrix-Community traf sich in Straßburg zur Matrix Conference 2025.
(Bild: Marvin Djondo-Pacham)

Die Matrix Conference richtete sich an Nutzer, Entwickler und Organisationen, die Matrix bereits einsetzen oder evaluieren. Bei den Keynotes im Straßburger Co-Working-Space „Kaleidoscoop“ standen vor allem Themen wie digitale Souveränität, Interoperabilität und sichere Messenger-Infrastrukturen im Mittelpunkt.

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Offene Standards im öffentlichen Sektor

Einen besonderen Schwerpunkt setzte die Konferenz auf die Rolle von Open Source im öffentlichen Bereich. Dr. Matthias Stürmer von der Universität Bern erläuterte in seinem Vortrag, wie die Schweiz den Einsatz von Open-Source-Software vorschreibt. Seit 2024 gibt es dazu das Gesetz EMOTA („Federal Act on the Use of Electronic Means to Conduct Official Tasks“).

Laut Stürmer stärkt die Verpflichtung, selbstentwickelte Anwendungen offen zu lizenzieren, die digitale Souveränität der Schweiz. Durch das Gesetz wird laut Stürmer:

  • Vendor-Lock-in verhindert,
  • Nachhaltigkeit gefördert
  • und die Bildung neuer Entwickler-Communities beschleunigt.

So werde Open Source zur tragenden Säule digitaler Souveränität im öffentlichen Sektor.

Matthias Stürmer
Matthias Stürmer ist Professor an der Berner Fachhochschule (BFH) und Leiter des Instituts für Public Sector Transformation. Er forscht und lehrt zu Themen wie digitale Nachhaltigkeit, Open Source, Künstliche Intelligenz, Open Data und digitale Souveränität.

Bildquelle: Universität Bern

Souveräne Kommunikation in der Praxis

Auch in Deutschland schreitet die Entwicklung souveräner Kommunikationslösungen voran. Kai A. Hiller ist ein IT-Architekt des „Bundesmessengers“. Hiller stellte in seinem Vortrag die Architektur und den Funktionsumfang der Anwendung vor.

Der auf Matrix basierende Messenger ist für den sicheren Austausch zwischen Behörden, Bundeswehr, Feuerwehr und öffentlichem Dienst entwickelt worden. Hiller betonte, dass die Lösung konsequent auf freie und offene Software, Cloud-native Bereitstellung und Benutzerfreundlichkeit setze. Und das ohne Kompromisse bei Sicherheit und Datenschutz. Mit einer modernen, interoperablen Plattform habe Deutschland endlich eine ernsthafte Alternative zu proprietären Kommunikationskanälen.

Kai A. Hiller
Kai A. Hiller ist als IT-Architekt für den „Bundesmessenger“ tätig.

Bildquelle: Matrix

Mehr Statements von „the matrix conference“ im Video:

Austausch in der Community

Neben den Fachvorträgen bot die Matrix Conference bei Kaffee, Snacks und lokaler Verpflegung reichlich Raum für Networking. Anwender aus Verwaltung, Forschung und Open-Source-Community tauschten Erfahrungen zu skalierbaren Matrix-Deployments, moderierten Räumen und Compliance-Vorgaben im Public Sector aus.

Was genau ist Matrix?

Matrix.org ist ein offenes Kommunikationsprotokoll, das als Grundlage für sichere, dezentrale Chats und Kollaboration dient. Ähnlich wie bei E-Mails können Nutzer eigene Server betreiben, die trotzdem miteinander verbunden sind – egal, welche Software sie verwenden. Entwickelt und betreut wird das Protokoll von der Matrix Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die für Datenschutz, offene Standards und Unabhängigkeit sorgt.

Als bekannteste Anwendung auf Basis dieses Protokolls gilt der Element Messenger. Er dient als Referenz-App, mit der man das Matrix-Netzwerk direkt nutzen kann – zum Chatten, für Dateiübertragungen oder Videokonferenzen. Element verbindet dabei den Komfort moderner Kommunikation mit der Offenheit und Sicherheit dezentraler Systeme. So wird Matrix zu einer echten Alternative zu geschlossenen Plattformen wie WhatsApp oder Microsoft Teams.

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