Toms Wochentipp: Datenschutzorientierter KI-Dienst von Proton Lumo: KI-Chatbot – europäisch und quelloffen

Von Thomas Joos 1 min Lesedauer

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Proton erweitert sein Produktportfolio um Lumo, einen datenschutzorientierten KI-Chatbot mit vollständiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Verzicht auf serverseitige Protokollierung. Das System basiert auf Open-Source-Modellen und wird ausschließlich in europäischen Rechenzentren betrieben.

Proton stellt mit Lumo einen datenschutzoptimierten Chatbot zur Verfügung.(Bild:  Joos - Proton)
Proton stellt mit Lumo einen datenschutzoptimierten Chatbot zur Verfügung.
(Bild: Joos - Proton)

Der Schweizer Anbieter Proton hat mit Lumo einen textbasierten KI-Assistenten veröffentlicht, der sämtliche Nutzereingaben und -ausgaben standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Eine serverseitige Speicherung von Chatverläufen erfolgt nicht. Die Kommunikation wird lokal verschlüsselt und ausschließlich auf Nutzergeräten entschlüsselt, wobei keine Trainingsdaten extrahiert oder analysiert werden.

Lumo basiert auf Open Source-LLMs

Technologisch basiert Lumo auf Open-Source-Sprachmodellen, die in vollständig EU-basierten Rechenzentren betrieben werden. Das Hosting erfolgt unter Einhaltung europäischer Datenschutzvorgaben, ohne Rückgriff auf Drittanbieterinfrastruktur außerhalb des europäischen Rechtsraums.

Die Plattform führt keine Protokolle. Proton implementiert eine Zero-Access-Verschlüsselung, die interne Einsicht in Chatdaten ausschließt. Eine Weitergabe an Dritte ist technisch nicht vorgesehen und regulatorisch ausgeschlossen. Die Architektur folgt einem strikt nicht-persistenten Design: Ein aktivierbarer Ghost-Modus sorgt dafür, dass Sitzungsdaten nach Beendigung gelöscht werden.

Lumo steht ohne Anmeldung zur Verfügung. Für Nutzer mit Proton-Konto besteht die Möglichkeit, Chatverläufe lokal verschlüsselt zu speichern und über mehrere Endgeräte hinweg zu synchronisieren. Die Synchronisierung erfolgt ausschließlich unter Anwendung von Client-seitiger Entschlüsselung.

Zusätzliche Funktionen wie Datei-Upload oder Websuche sind optional und auf die jeweilige Sitzung beschränkt. Über eine Integration mit Proton Drive lassen sich verschlüsselte Dateien direkt in den Chat einbinden. Lumo verarbeitet hochgeladene Inhalte kontextbezogen, ohne sie dauerhaft zu speichern oder auszuwerten.

Die Plattform ist für Android und iOS verfügbar. Alle Komponenten folgen einem datenzentrierten, auditierbaren Architekturmodell. Proton plant, im Zuge regulatorischer Entwicklungen seine Infrastruktur vollständig aus der Schweiz in EU-Mitgliedsstaaten zu verlagern. Im Unterschied zu anderen KI-Anbietern verarbeitet Lumo keine Nutzereingaben zur Modelloptimierung. Das zugrundeliegende Sprachmodell bleibt durchgängig unabhängig von Nutzerdaten. Die Architektur ist dokumentiert, quelloffen und auditierbar.

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