Will ein Unternehmen künstliche Intelligenz (KI) – beispielsweise in Form von Microsoft 365 Copilot – einführen, braucht es stabile Strukturen. Daher sollte es die eigene KI-Reife prüfen – sie ist die Basis dafür, um gesetzte Ziele zu erreichen.
Die Belegschaft muss lernen, mit dem KI-Assistenten umzugehen und Vertrauen in die Technologie aufbauen. So steigt die Akzeptanz und Nutzung in Teams und das Risiko einer Schatten-KI sinkt.
(Bild: VideoFlow - stock.adobe.com)
Wer mit Microsoft 365 arbeitet, spielt auch mit dem Gedanken, den KI-Assistenten Copilot zu implementieren. Allerdings sollten Unternehmen vorher prüfen, ob sie reif genug für KI in ihrer Organisation sind. Denn Copilot ist kein simples Werkzeug, sondern ein umfassendes Technologie-Ökosystem mit drei Hauptpaketen: Copilot Free, Copilot Pro und Microsoft 365 Copilot. Ersteres ist kostenfrei, hat jedoch aus Datenschutzgründen kaum einen Platz im Unternehmensumfeld. Copilot Pro ist für Privatpersonen gedacht und die Microsoft-365-Variante für Unternehmen – Microsoft 365 Copilot ist in Microsoft 365 integriert, datensicher und als Monats- oder Jahresabonnement zu haben.
Das volle Potenzial lässt sich aber nur mit einer soliden IT-Infrastruktur, genügend Cloud-Kompetenz und einer KI-affinen Unternehmenskultur ausschöpfen. Fehlt diese Basis, kann der Nutzen begrenzt bleiben. Wie gewährleisten Unternehmen, dass sie den KI-Assistenten sinnvoll einführen? Am besten halten sie sich an den folgenden 5-Schritte-Plan:
Die fünf Schritte des Reifegrad-Checks
1. Arbeitsprozesse analysieren: Wo schafft ein KI-basierter, persönlicher Assistent Mehrwert? Im ersten Schritt gilt es bestehende Prozesse auf den Prüfstand zu stellen. Welche Arbeitsabläufe lassen sich durch Microsoft 365 Copilot beschleunigen, welche vereinfachen? Eine gründliche Analyse hilft, die Verbesserungschancen zu erkennen.
2. Technische Infrastruktur prüfen: Fit für die Zukunft? Hierbei wird die gesamte IT-Landschaft des Unternehmens beleuchtet. Sind die Netzwerke ausreichend leistungsfähig? Entsprechen die Cloud-Systeme den Anforderungen? Besteht Bedarf an Integrationsmaßnahmen? Je detaillierter die Überprüfung, desto klarer das Bild.
3. Datenqualität und Datenschutz: Sicher und strukturiert Ist die Datenbasis für KI-gestützte Prozesse geeignet? Dabei geht es nicht nur um die Qualität der Daten, sondern auch ob Datenschutzrichtlinien eingehalten werden.
4. Mitarbeiterschulungen planen: Kompetenzen aufbauen Welche Schulungsmaßnahmen sind nötig, damit die Mitarbeiter lernen mit Microsoft 365 Copilot umzugehen? Das kann das gesamte Spektrum umfassen: von Grundkenntnissen bis hin zu fortgeschrittenem Prompting.
5. Strategische Planung: Ziele und Fahrplan definieren Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse lässt sich eine individuelle Strategie entwickeln. Diese betrifft technische und organisatorische Maßnahmen ebenso wie eine langfristige Vision für den KI-Einsatz.
Die Belegschaft muss jedoch nicht nur lernen, mit dem KI-Assistenten umzugehen, sondern auch Vertrauen in die Technologie aufbauen. Dafür braucht es ein gezieltes Adoption- und Change-Management (ACM). Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf dem KI-Weg überlegt begleiten, profitieren langfristig davon: Die Teams akzeptieren Microsoft 365 Copilot rascher und nutzen ihn auch. Das Risiko, dass sich eine Schatten-KI etabliert, ist damit gebannt – und damit auch eventuelle Datenschutzverstöße und Konflikte mit dem EU-AI-Act. Denn kein Mitarbeiter darf inoffizielle KI-Tools verwenden und dabei sensible Daten in offene Modelle speisen.
ACM setzt auf Schulungen, die über die technischen Grundlagen hinausgehen. Workshops und Trainings, die individuelles und kollaboratives Arbeiten mit Microsoft 365 Copilot simulieren, bilden hier ein besonders festes Fundament. Ein weiteres Element ist der Aufbau interner Communities, in denen sich Anwender über ihre Erfahrungen austauschen können. Diese fördern nicht nur die Lernkurve, sondern auch die Identifikation mit den neuen Arbeitsmethoden.
Richtig prompten
Die Ergebnisse von Microsoft 365 Copilot hängen direkt davon ab, wie klar und präzise die Eingaben – die sogenannten Prompts – formuliert sind. Vage Anweisungen wie „Fasse meine letzten E-Mails zusammen“ führen oft zu unbrauchbaren Ergebnissen.
Wer hingegen konkrete und gut durchdachte Prompts nutzt, kann das volle Potenzial der KI entfalten. Beispiel: „Durchsuche alle meine E-Mails, Teams-Chats und Dokumente nach Projektinfos der letzten zwei Wochen. Erstelle daraus eine Tabelle, sortiere sie nach Wichtigkeit und markiere die drei dringendsten Punkte.“ Solche detaillierten Eingaben erfordern ein Verständnis dafür, wie die KI funktioniert. Auch hier können Schulungen und sogenannte Prompt-Guides dabei helfen, Anwendern die nötigen Fähigkeiten zu vermitteln.
Microsoft 365 Copilot ist zwar datenschutzkonform in die bestehende IT-Landschaft integriert, doch ohne klare interne Leitlinien kann es trotzdem zu Problemen kommen. Daher gilt es sicherzustellen, dass die Datenstruktur den Anforderungen entspricht und dass genaue Regeln festgelegt sind, wie das KI-Tool zu nutzen ist.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Das betrifft auch die Frage, welche Daten Copilot nutzen darf. Sind zu viele Daten unnötig geteilt, droht Oversharing. Sind es zu wenige, wird die Anwendung zu stark eingeschränkt.
Testen, lernen, optimieren
Schrittweise vorzugehen, hat sich bewährt. Am besten beginnt ein Unternehmen mit Pilotprojekten in ausgewählten Abteilungen. Diese Projekte dienen nicht nur als Testfeld, sondern schaffen auch Erfahrungswerte, die sich auf den gesamten Betrieb übertragen lassen. Wichtig ist dabei, regelmäßig Feedback von den Mitarbeitern einzuholen, um mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und anzupassen.
Für Unternehmen, die unsicher sind, ob sie die technischen und organisatorischen Anforderungen für den KI-Einsatz erfüllen, empfiehlt es sich, externe Experten hinzuzuziehen. Erfahrene Dienstleister wie SoftwareOne können umfassend beraten und helfen mit ihrer Expertise bei der Copilot-Einführung. Das kann von der Reifegradanalyse über die Entwicklung einer individuellen KI-Strategie bis hin zur Schulung der Mitarbeiter reichen. Der Vorteil dabei: Ist der Partner an der Seite kompetent, können Unternehmen Fehler vermeiden und lernen gleichzeitig, das volle Potenzial des KI-Assistenten auszuschöpfen.
Unternehmen, die mit Pilotprojekten starten, Daten gezielt steuern und ihre Mitarbeiter von Anfang an einbeziehen, schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Integration. Entscheidend ist, flexibel zu bleiben und aus den eigenen Erfahrungen zu lernen oder sich externe Unterstützung zu holen. Microsoft 365 Copilot verändert nicht alles auf einmal, aber der Assistent kann Schritt für Schritt zeigen, wie Arbeit besser funktionieren kann.
* Der Autor Tomislav Karafilov ist Principal Consultant bei der SoftwareOne Deutschland GmbH und ein erfahrener Experte für Microsoft-Technologien. Seine Expertise liegt in den Bereichen Power Platform, M365 und Copilot. Seit vier Jahren wird Tomislav von Microsoft als Most Valuable Professional (MVP) in den Kategorien „Business Applications“ und „M365 Apps and Services“ ausgezeichnet.