Proaktives SOC-as-a-Service KI-Abwehrzentrum für Digitale Souveränität

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Digitale Souveränität wird im Zusammenhang mit der geopolitischen Situation immer wichtiger. Daten sind ein wertvolles Gut, das proaktiv geschützt und in Deutschland gehostet werden sollte. Dafür steht das KI-Abwehrzentrum in Erfurt.

Jedes Tool, der am KI-Abwehrzentrum beteiligten Unternehmen, hat eine eigene KI. Über eine bidirektionale Schnittstelle kommunizieren diese miteinander. Zusätzlich gibt es eine übergeordnete KI für das SOC.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Jedes Tool, der am KI-Abwehrzentrum beteiligten Unternehmen, hat eine eigene KI. Über eine bidirektionale Schnittstelle kommunizieren diese miteinander. Zusätzlich gibt es eine übergeordnete KI für das SOC.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Ein Security Operations Center (SOC) soll Cybersicherheit und -abwehr eines Unternehmens verbessern. Da hier sensible Daten verarbeitet werden, fragen auch immer mehr Kunden – vor allem KRITIS-Unternehmen – nach, ob es gut um die Digitale Souveränität des Anbieters steht. „Das können wir jederzeit bejahen“, macht Alexander Sowinski, CEO bei Asoftnet und Gründer des KI-Abwehrzentrums, klar.

Aber nicht nur dieser Punkt hebt das 2023 gegründete KI-Abwehrzentrum von anderen SOCs ab. Denn der SOC-as-a-­Service-Anbieter ist ein Zusammenschluss mehrerer deutscher IT-Security-Softwarehersteller unter dem Dach der Asoftnet, deren Schwarmwissen in das Gesamtkonzept einfließt. Über eine extra aufgesetzte bidirektionale Schnittstelle ­können die einzelnen Tools miteinander kommunizieren.

Einen Vorteil gegenüber dem typisch US-amerikanischen Akquirierungsmodell sieht Sowinski darin, dass die beteiligten Unternehmen weiterhin eigenständig bleiben. Als „zentrale Einheit“ nennt der Asoftnet-CEO das Jenaer Unternehmen Enginesight. Ebenfalls mit an Bord sind Rimian mit der Cyberrisk-Management-Software Lifeblood sowie der Münchner Endpoint-Security-Anbieter Drivelock. Das Monitoring auf Netzwerk­ebene übernimmt der Softwareentwickler Consistec aus Saarbrücken. „Die Besonderheit hier ist, dass Consistec bis zu 400-GBit-Netzwerktraffic in Echtzeit analysieren kann“, hebt Sowinski hervor.

Daten in Echtzeit

Überhaupt ist „Echtzeit“ ein wichtiges Stichwort, denn: „Nur, wenn wir alle Daten in Echtzeit bekommen, können wir unsere Kunden auch schützen“, so der CEO. Das betrifft auch das Darknet, das die Experten des KI-Abwehrzentrums ebenso monitoren, wie Social Media. „Aktuell sind die SOCs in Deutschland so aufgestellt, dass ein klassisches SIEM im Zentrum ist. Damit dieses greift, muss allerdings erst einmal ein Cybersecurity-Ereignis stattfinden, meist in der Infrastruktur des Kunden – und dann kann man nur noch reagieren“, erklärt Sowinski.

Im Inneren des KI-Abwehr­zentrums in Erfurt(Bild:  Asoftnet)
Im Inneren des KI-Abwehr­zentrums in Erfurt
(Bild: Asoftnet)

Das KI-Abwehrzentrum möchte – auch über die Daten in Echtzeit – Cyberattacken gleich proaktiv abwenden. Das erläutert der CEO an einem Beispiel: Die Firewall bei einem Kunden hatte eine als „medium“ eingestufte Sicherheitslücke. Ein Patch war bereits vorhanden und sollte zum nächsten Patch Day eingespielt werden. Doch die Experten des KI-Abwehrzentrums fanden im Darknet eine Liste, auf der auch der Kunde stand, und ein Exploit für die Sicherheits­lücke stand dort ebenfalls zum Verkauf. „Bei uns gingen die Alarmglocken los und wir haben den Kunden informiert: ‚Bitte jetzt patchen!‘, was dieser auch gemacht hat. Später haben wir festgestellt, dass jemand versucht hat, die Sicherheitslücke auszunutzen. Hier haben wir die Proaktivität also erfolgreich umgesetzt“, freut sich Sowinski. Doch man könne nicht alles proaktiv abwenden, gibt der ehemalige Bundeswehrler zu. Vor allem, wenn ein Angriff durch einen Unternehmensmitarbeiter erfolgt, könne auch das KI-Abwehrzentrum nur noch reaktive Maßnahmen ergreifen.

Wir befinden uns im Wettlauf mit den Angreifern,
die immer einen Schritt voraus sind.
Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren!

Alexander Sowinski, CEO bei Asoftnet und Gründer des KI-Abwehrzentrums

„Wir befinden uns im Wettlauf mit der Zeit und mit den Angreifern, die immer einen Schritt voraus sind. Und wir dürfen den Anschluss nicht verlieren!“, mahnt der CEO. Er sieht die größte Gefahr darin, „nur auf die alten Traditionen zu achten und hinterher zu denken“. Sein Credo lautet: „KI ist kein ‚Teufelswerk‘. Sie kann uns die Arbeit erleichtern und dazu sollten wir sie auch einsetzen, auch in der Security.“ Martin Braun, Geschäftsführer bei Rimian, ergänzt: „Wir sind gerade dabei, die Versicherungen mit ins Boot zu holen, um mit den Schadensdaten unsere KI zu trainieren. Damit könnten wir schnellere Vorhersagen treffen, was für unsere Kunden ein großer Mehrwert wäre.“

Auf Partnersuche

„Dadurch, dass die Daten in Deutschland bleiben, bieten die Kooperationspartner des KI-Abwehrzentrums den Kunden die nötige Transparenz, um ihre Wertschöpfung besser abzusichern, zu monitoren und schneller zu reagieren“, versichert Braun. „Wir haben ein Gesamtpaket, mit dem wir vom IT-Leiter über den CISO und den Compliance Officer bis zu Geschäftsführung alle beteiligten Personen informieren können“, fährt der Rimian-CEO fort.

Um das proaktive SOC in die Fläche zu bringen, sucht das KI-Abwehrzentrum Partner. Angesprochen sind hier nicht nur die Partner, die bereits mit den teilnehmenden Unternehmen zusammenarbeiten, sondern explizit auch System- und Beratungshäuser, die im Managed-Services-Bereich tätig sind und für ihre Kunden ein Rundum-Managed-Services-Paket benötigen. Ein Partnerprogramm soll spätestens bis zur it-sa stehen, die vom 7. bis 9. Oktober 2025 in Nürnberg stattfindet.

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