Google ist eher spät ins Cloud-Geschäft eingestiegen und „nur“ die Nummer drei im weltweiten Cloud-Markt. Ungebrochen sind die Ambitionen, endlich auf die Mitbewerber aufzuschließen oder sogar zu überholen. Selbstbewusst signalisiert der Konzern: Dieses Ziel kann bald gelingen. Denn man sei schon längst weiter als andere.
Im Fokus der jährlichen Konferenz von Google Cloud: Daten, offene Infrastruktur, Zusammenarbeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit.
(Bild: Markus Mielek)
Beweisen will dies Google Cloud auf seiner jährlichen Kunden- und Partnerkonferenz „Next“ – für die EMEA-Region nach drei Jahren pandemiebedingter virtueller Events wieder „live“ in München. Die Botschaft: Google kann eine Sache definitiv besser als alle anderen und das ist der Umgang mit Daten: Suche, Analyse, Sicherheit. Und von dieser Expertise könnten Unternehmen nur profitieren. „Wir sind stolz darauf, diese Woche die Leistungen unserer Kunden und Partner zu feiern und darüber hinaus Cloud-Innovationen anzukündigen, mit denen Unternehmen ihre Herausforderungen besser meistern können“, lässt sich Bernd Wagner, Managing Director Google Cloud in Deutschland, in der begleitenden Presseaussendung zitieren.
Die diesjährige Veranstaltung finde an einem Wendepunkt in der Cloud-Branche statt, so Wagner. „Im Zeitalter des Cloud Computing ist die digitale Transformation ein Muss. Daten und Künstliche Intelligenz verändern jeden Lebens- und Arbeitsbereich, und offene, vernetzte Ökosysteme sind für jegliche Tätigkeit unerlässlich.“
Insofern schießt Google Cloud nicht das von solchen Veranstaltungen gewohnte „Feature & Function“-Feuerwerk ab. Stattdessen bringen vier große Schlüsselbereiche Struktur in die Event-Agenda und Google Clouds aktuelles Portfolio: Daten-Cloud, Open Infrastructure Cloud, Collaboration Cloud und Trusted Cloud.
„All back together“: Europa-Chefin Adaire Fox-Martin hält in München die Keynote.
(Bild: Markus Mielek)
Und in diesen vier Schlüsselbereichen liegt auch die Zukunft des Computings, wie Adaire Fox-Martin, President Google Cloud International, Gerrit Kazmaier, VP & GM Data & Analytics Google Cloud, sowie CEO Thomas Kurian, der per Live-Video zugeschaltet wurde, in der Eröffnungskeynote betonen. Die von Google Cloud vorgestellten Produktneuheiten haben demnach vor allem ein Ziel: Transformation in Unternehmen wirkungsvoll und nachhaltig in die Praxis umzusetzen. Und das grenzenlos und sicher.
Vorsprung im Umgang mit Daten
Unter den Eindrücken der Auftaktreden und der ersten Sessions kommt Deutschlandchef Bernd – er selbst bevorzugt „Bernie“ – Wagner dann zum Interview. Die neue Linie in der Produkt- und Lösungspräsentation habe einen logischen Grund, erklärt er. Der Sales Cycle dauere einfach vom Markteinstieg bis der Kunde den ersten Show Case sehen könne. Wer neu in einem Markt beginne, fange natürlich damit an, Kunden mit Features und Funktionen für sein Produkte zu begeistern. Das Schöne im Vertrieb sei doch aber, sich in die Probleme des Kunden hineinzudenken und mit ihm gemeinsam Lösungen zu entwickeln. „Heute sind wir in der komfortablen Situation, dass wir sensationelle Use Cases präsentieren können.“ Daher sei er auch stolz, seit 16 Monaten Teil des Google-Cloud-Teams in Deutschland zu sein.
Was ihn überzeugt habe, die Nachfolge von Annette Maier im Frühsommer 2021 anzutreten? „Mich hat diese Innovationskraft von Google von je her begeistert.“ Gerade, wenn es um Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Einsparungen in der IT oder auch Effizienz im Design gehe. Besonders faszinierend sei für ihn, wie Unternehmen Google Clouds Tools im Datenumfeld nutzen und verweist auf drei Kundenreferenzen, die auch auf der „Next“-Agenda stehen: Renault-Nissan, Lufthansa oder auch Volkswagen. Diese – und noch viele andere – Use Cases zeigten deutlich: „Wir sind die einzigen, die Daten in dieser Vollständigkeit und Geschwindigkeit strukturieren können, wie sie der Kunde braucht.“
Auf die Frage, was Googles „Innovationskraft“ so besonders auszeichnet, antwortet Wagner: „Für Google sind Diversität (diversity), Gleichberechtigung (equity) und Inklusion (inclusion) – kurz DEI – die größte Quelle für Innovation und Effizienz.“ Sei es der gehörlose Mitarbeiter, der KI so trainieren konnte, native Sprache besser zu verstehen. Oder langfristig führende Positionen geschlechtergerecht zu besetzen. DEI sei der Key-Treiber des Erfolgs von Google, davon ist er fest überzeugt.
Seine eigene Aufgabe sieht er, nachdem seine Vorgängerin es innerhalb von drei Jahren geschafft habe, die Vertriebsmannschaft in Deutschland signifikant zu vergrößern, „dieses Personal auf die Aufgaben von heute auszurichten und die Herausforderungen von morgen vorzubereiten.“ Unternehmen wollen und müssen heute „data-driven“ agieren, besonders entlang der Lieferketten in Fertigung und Produktion. Und viele Unternehmen wollen auch konkrete Handhaben, wie sie neue Business-Modelle aufsetzen können. Was läge da näher, aus dem Schatz erfolgreicher Kundenreferenzen zu schöpfen und die daraus entwickelten Lösungen auch anderen Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen anzubieten? „Wir können zum Beispiel ein Datenerfassungstool, was ursprünglich für einen Use Case entwickelt wurde, auf unserer Cloud beliebig oft kopieren und innerhalb kürzester Zeit für ein anderes Anwendungsszenario installieren.“
Stand: 08.12.2025
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Der Sicherheitsgedanke bringe immer mehr Unternehmen in die Cloud. Hier hätten die jüngsten, massiven Hackerangriffe in den Köpfen ein Umdenken bewirkt. „Das Paradoxe ist eingetreten: Kunden wollen sofort mit ihren Daten in die Cloud, weil sie erfolgreich gehackt wurden. Sie haben erkannt: Unternehmen, die bereits in der Cloud sind, haben bei weitem geringere Probleme mit der Datensicherheit.“
Bernd Wagner, Managing Director Google Cloud Germany.
(Bild: Google Cloud)
Und noch ein letztes Thema liegt Bernd Wagner sehr am Herzen: „Google ist bemüht, unsere Erde zu einem besseren Planeten zu machen.“ Der Konzern unterstütze seine Mitarbeiter nicht nur darin, sich ehrenamtlich sozial oder im Umweltschutz zu engagieren. „On top werden 500 Städte und Kommunen weltweit mit unserer AI- und ML-Technik darin unterstützt, bis 2030 eine Gigatonne CO2 einzusparen. Das entspricht etwa dem Ausstoß eines Industrielands mittlerer Größe.“ Und seine persönlichen Ziele für Google Cloud? „Deutschland als Google- und insbesondere als Industriestandort stärken. Eine digitale Zukunft schaffen für alle mit Google Cloud.“
Ankündigungen der Google Cloud Next 2022
Google Open Data Cloud: Kunden sollen die Gesamtheit ihrer Daten aus allen Quellen, in allen Speicherformaten und Analysestilen und über alle Cloud-Anbieter und -Plattformen ihrer Wahl hinweg nutzen können, z.B.: • BigQuery unterstützt jetzt strukturierte wie unstrukturierte Daten. • Datenformate wie Apache Iceberg, Delta Lake und Apache Hudi werden von Google Cloud unterstützt; Integration für Apache Spark in BigQuery. • Unterstützung aller wichtigen Open-Data-Plattformen wie Collibra, Elastic, MongoDB, Palantir Foundry und ServiceNow für mehr Barrierefreiheit, Auswahlmöglichkeiten und Verhinderung eines Daten-Lock-ins.
Infrastruktur- und Migrationsaktualisierungen: • Fünf neue Cloud-Regionen: Österreich, Griechenland, Norwegen, Südafrika und Schweden. • Dual Run und Migration Center: Bewertungs-, Planungs-, Migrations- und Modernisierungstools für die Migration von über 20 Jahre alten Mainframes in die Cloud. • OpenXLA-Projekt. Open-Source-Ökosystem aus ML-Technologien, das von Google, AMD, Arm, Intel, Meta und Nvidia entwickelt wurde. Dieses Open-Source-KI-Engagement adressiert isolierte Tools und Ressourcen, die das Innovationstempo in Forschung und Produktion begrenzen. • Web3-Ökosystem: Partnerschaft mit Coinbase, um fortschrittliche Austausch- und Datendienste aufzubauen. Einzelne Kunden können über Coinbase Commerce Cloud-Dienste über ausgewählte Kryptowährungen bezahlen.
Collaboration: Teams sollen standortunabhängig Aufgaben kooperativ und sicher bewältigen können. • Google Cloud hat Smart Canvas auch für Anwendungen von Drittanbietern geöffnet. Intelligente Chips für AODocs, Atlassian, Asana, Figma, Miro, Tableau und ZenDesk werden nächstes Jahr veröffentlicht. Benutzer können dann Daten von Drittanbietern anzeigen und mit ihnen interagieren, ohne Registerkarten oder Kontext wechseln zu müssen. • Personen und Daten lassen sich in Apps schützen, die Mitarbeitende zusätzlich täglich verwenden, z.B. durch neue Data Loss Prevention (DLP)-Regeln für Chat und die Erweiterung der kundenseitigen Verschlüsselung auf Gmail und Kalender. • Neue APIs für Meet und Chat in Google Workspace zu Asana, Lumapps und ZenDesk.
Erweiterte Sicherheitstools: • Chronicle Security Operations: Cloud-basierte Software-Suite, um Bedrohungen schnell und präzise zu erkennen, zu untersuchen und darauf zu reagieren. • Confidential Space: Gemeinsame Ausführung von Datenanalysen und Modellschulungen für maschinelles Lernen mit Vertrauensgarantien. Eigene Daten bleiben vor Partnern geschützt, z.B. in länderübergreifenden Teams und Forschungsgruppen. • Google Cloud Ready – Sovereign Cloud: Neues Programm, um die digitale Souveränität im Rahmen europäischer Richtlinien zu fördern und um der wachsenden Nachfrage nach Cloud-Lösungen mit umfänglicher Kontrolle, Transparenz und Souveränität gerecht zu werden. • Erweiterung des Trusted-Cloud-Ökosystems: Neue Integrationen und Angebote mit über 20 Partnern für Datenhoheitskontrolle, Zero-Trust-Modelle, Identitätsmanagement oder Endpunktsicherheit.