Mendelsohn: „Das ist ein schlechter Tag für SAP“

Jetzt wird´s ernst mit Oracle In-Memory

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Zeile oder Spalte?

Die Frage, welche Organisation – Spalte oder Zeile – für eine Datenbank-Anwendung besser ist, ist bekanntlich nicht eindeutig zu klären: Für Datenbankanalysen eignet sich ein Spalten-orientierter Aufbau, etwa wenn man die Verkaufserlöse einer Region ermitteln will. Man untersucht nur die Spalten, die dafür benötigt werden, alle anderen Informationen blendet man aus. Interessiert man sich aber für Daten, die eine Transaktion auslösen, also beispielsweise, welche Verkaufsorders eingegangen sind, organisiert man besser der Reihe nach, also Zeilen-orientiert.

Was kann Oracle 12c?
Was kann Oracle 12c?
(Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Oracle löst nach eigenen Angaben das Dilemma: „Oracle 12c speichert die Daten in beiden Formaten und auch noch gleichzeitig“, erklärt Mendelsohn die Technik. Präzise formuliert das Günther Stürner, Vice President Sales Consulting von Oracle Deutschland, etwa gegenüber dem Branchenblatt „DOAG-News“:

„Eine Oracle-Tabelle wird als In-Memory definiert und dann als Spalten-orientierte Repräsentation in einem Bereich der System Global Area im Hauptspeicher abgelegt“, sagt er. „Die Zeilen-orientierte Repräsentation auf den Platten und im Hauptspeicher bleibt davon unberührt“.

Dabei können ganze Tabellen oder auch nur Teile davon als Objekte für das Speichern im Hauptspeicher definiert werden. Das unterscheidet die Oracle-Lösung von SAP HANA, wo alle Daten einer Datenbank im Hauptspeicher abgelegt werden müssen. Oracle bietet hier also mehr Flexibilität als der Konkurrent.

Das Beste aus drei Welten

Das Entwicklungsziel vom In-Memory-Modul sei erreicht worden, stellt Mendelssohn fest. „Analyse-Aufgaben laufen dank In-Memory-Spaltenorganisation um bis zu 100mal schneller ab. Dabei gibt es zusätzlich die Möglichkeit zur Datenkompression. Die OLTP-Aufgaben im Zeilen-Format laufen doppelt so schnell ab – und das alles ohne Änderung der Applikation.“

Andy Mendelsohn,Oracle Senior Vice President für Server-Technologien: „Analyse-Aufgaben laufen dank In-Memory-Spaltenorganisation um bis zu 100mal schneller ab.“
Andy Mendelsohn,Oracle Senior Vice President für Server-Technologien: „Analyse-Aufgaben laufen dank In-Memory-Spaltenorganisation um bis zu 100mal schneller ab.“
(Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Da das neue Modul als Teil der Oracle-Datenbank 12c zu haben ist, ist es auch an keine spezielle Hardware gebunden. Damit habe man auch in puncto Hardware-Anforderung gegenüber dem Konkurrenten aus Walldorf die Nase vorn, der je spezielle Appliances fordert und zertifiziert.

Der relativ späte Zeitpunkt, an dem die eigene Lösung auf den Markt kommt, bringt Mendelsohn nicht aus der Ruhe. Man habe ein sehr ausbaufähiges System nach dem „Scale-out-Prinzip“ entwickelt, das sich über viele Server ausdehnen lasse.

Dazu komme eine Speicherhierarchie für Datenbankinformationen, wobei die heißesten Daten im DRAM gehalten werden, die aktiven Informationen im PCI-Flash und die kalten Daten auf Festplatte. Zusammen ergebe das das Beste aus drei Welten: Die Geschwindigkeit von DRAM, die Zuverlässigkeit von Flash und die Kosten von Disk.

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