Bitkom-Studie zu Datenschutz und Cloud-Nutzung Internationale Datentransfers bleiben für Unternehmen unverzichtbar

Von Elke Witmer-Goßner 2 min Lesedauer

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Trotz strenger Datenschutzvorgaben sind internationale Datentransfers für die Mehrheit der deutschen Unternehmen Alltag. Für viele Betriebe ist die Übertragung personenbezogener Daten in Nicht-EU-Staaten unerlässlich. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Politik, für klare und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen zu sorgen.

Cloud-Dienste, digitale Kommunikation und globaler IT-Support machen internationale Datentransfers für viele Unternehmen in Deutschland unverzichtbar.(Bild: ©  Andrea Danti - stock.adobe.com)
Cloud-Dienste, digitale Kommunikation und globaler IT-Support machen internationale Datentransfers für viele Unternehmen in Deutschland unverzichtbar.
(Bild: © Andrea Danti - stock.adobe.com)

Mehr als sechs von zehn Unternehmen in Deutschland (62 %) übertragen laut einer Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom personenbezogene Daten in Länder außerhalb der EU. Hauptgründe sind der Einsatz von Cloud-Plattformen, Kommunikations- und Videokonferenzsystemen sowie der Zugriff auf weltweite IT- und Sicherheitsdienstleistungen. Besonders häufig fließen Daten an externe Dienstleister (45 %) oder Geschäftspartner zu gemeinsamen Zwecken (41 %), aber auch konzernintern über Landesgrenzen hinweg (19 %).

Fast alle Unternehmen, die personenbezogene Daten ins Nicht-EU-Ausland transferieren, tun dies, um auf Cloud-Angebote (96 %) oder Kommunikations- und Videokonferenzsysteme (90 %) zuzugreifen. Zwei Drittel (66 %) nutzen weltweite Dienstleister, etwa für einen 24/7-Sicherheitssupport. Rund ein Drittel (38 %) nutzen Services für Abrechnungen oder Datenbankmanagement, die Daten in Länder außerhalb der EU übertragen. 31 Prozent haben Unternehmensstandorte außerhalb der EU, 18 Prozent arbeiten mit Partnern außerhalb der EU zusammen, etwa bei Forschung und Entwicklung.

Wirtschaftliche Abhängigkeit von globalen Datenströmen

Ein Verzicht auf internationale Datentransfers hätte aus Sicht der Unternehmen gravierende wirtschaftliche Folgen. Die Mehrheit (78 %) rechnet mit deutlich höheren Kosten und Wettbewerbsnachteilen gegenüber Anbietern aus Nicht-EU-Staaten. Viele warnen zudem vor Störungen globaler Lieferketten, Einschränkungen bei Produkten und Dienstleistungen sowie dem Wegfall von internationalem Security-Support.

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Hoher Bedarf an rechtlicher Klarheit

Angesichts dieser Abhängigkeiten fordert eine große Mehrheit der Unternehmen (78 %) mehr Rechtssicherheit bei internationalen Datentransfers. Die aktuell häufig als unklar empfundene Rechtslage sorgt für Verunsicherung und erschwert langfristige Planungen. Nach Einschätzung des Bitkoms sind internationale Datentransfers eine Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in einer global vernetzten digitalen Welt.

„Bei der Diskussion über Datentransfers geht es nicht um die Frage, welche Software man einsetzt. Ein Ende internationaler Datentransfers hätte unmittelbare und massive Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung.

USA ist wichtigstes Zielland für Datentransfers

Am häufigsten werden personenbezogene Daten aus Deutschland in die USA (61 %) übertragen, gefolgt von Großbritannien und Indien. Als rechtliche Grundlage nutzen Unternehmen vor allem Standardvertragsklauseln (80 %), daneben kommen konzerninterne Datenschutzregeln (23 %), das EU-US Data Privacy Framework (21 %) und Einwilligungen (12 %) zum Einsatz. Ein Teil der Unternehmen (19 %) arbeitet derzeit noch an der Anpassung bestehender Datentransfers an neue oder weggefallene Regelungen.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 30 bis KW 35 2025 statt. Die Umfrage ist repräsentativ.

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