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Plattformfrage 2: Die Middleware
Ein prozessorientierter Ansatz erlaubt Unternehmen in einem ersten Schritt, ohne größere Anfangsinvestitionen mit der Mobilisierung einzelner Prozesse zu starten. SAP-Anwendern stellt die Komponente NetWeaver Gateway mit ihren Entwicklungs-Werkzeugen hierzu alles bereit, um Services und Objekte in den ABAP-basierten Backend-Anwendungen via REST/OData als Services diskriminierungsfrei zugänglich zu machen.
Wächst die Zahl mobiler Prozesse oder müssen Anwendungen aus eigener oder dritter Feder eingebunden werden, bietet sich die Einführung einer umfassenden Mobility Enterprise Plattform an, die den mobilen Anwendungen als einheitliches Interface zu den Backend-Lösungen dient. Eine solche Plattform stellt alle hierzu erforderlichen Funktionen zur Entwicklung und Daten-Distribution bereit, um unterschiedlichste Geschäftsprozesse zu mobilisieren.
Die SAP Mobile Platform (alias Sybase Unwired Platform) umfasst für diese Aufgabe den allgemeinen Abstraktionslayer Mobile Business Object (MBO), der den Zugriff auf Transaktionsobjekte aus beliebigen Backendprogrammen vereinheitlicht. Im Falle von SAP-Lösungen kann die Plattform natürlich auf die Gateway-Komponente zurückgreifen. Eine Mobility Enterprise Platform, wie sie die SAP Mobile Platform realisiert, bietet zwei Vorteile: Stabilität und Zeitgewinn. Denn sie passt sich zum einen transparent wachsenden Anwender- und Prozesszahlen an. Zum anderen führt ihr Einsatz zu einer signifikanten Zeitersparnis, da die Anbindung des Backend nur noch einmal in Teilen programmiert werden muss. Meist ist sogar nur eine reine Konfiguration erforderlich, da entsprechende Konnektoren im Lieferumfang enthalten sind.
Konzentration auf mobile Potenziale
Die Kombination aus beiden Plattformen – HTML5 als Träger der Plattformunabhängigkeit und Mobile Enterprise Platform als zentrale Middleware – schafft Unternehmen alle Freiheiten zur Entwicklung einer nachhaltigen Mobilitätsstrategie. Ihrer Kreativität und Phantasie sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Entwicklung innovativer Anwendungsszenarien geht.
Hinzu kommt, dass die Zahl mobiler Apps seitens SAP und SAP-Partner immer reichhaltiger wird. Dies erlaubt es Unternehmen, aus dem Standardangebot geeignete Apps auszuwählen und gegebenenfalls mit ergänzenden Entwicklungen zügig für eigene Zwecke kostengünstig einzusetzen. Sie können sich vollständig darauf konzentrieren, ihre Prozesse inhaltlich und organisatorisch auf das mobile Potenzial abzuklopfen (siehe Kasten).
Die enervierenden technischen Fragestellungen, die in der Vergangenheit häufig eine Umsetzung blockierten, sind weithin gelöst. Die Verantwortlichen in den Unternehmen müssen nicht um ihre Investitionen bangen, da durch HTML5 die Zukunft ihrer Programmentwicklung ungeachtet des Innovationstempos auf der Endgeräte-Seite sicher sind.

Sie müssen ebenso wenig fürchten, in Sachen Integration auf das falsche Pferd zu setzen. Selbst wenn es aus Compliance-Sicht zunächst ein Online-Einsatz opportun ist, steht das Tor für künftige Offline-Szenarien weithin offen.
Über den Autor
Matthias Klocke ist Senior Consultant bei der Lynx-Consulting GmbH in Bielefeld
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