Durch den Einsatz von FinOps-Best-Practices können Anwender die vielfältigen wirtschaftlichen Vorteile der Cloud und künstlicher Intelligenz (KI) nutzen. Damit fördern sie die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, unterstützen Entscheidungsprozesse und steigern die Effizienz der IT.
Mit FinOps-Best-Practices sind Anwender in der Lage, finanzielle Vorteile von Cloud und künstlicher Intelligenz (KI) zu nutzen.
Die IT ist traditionell eine große Kostenstelle innerhalb von Unternehmen, denn ineffiziente Prozesse im Backoffice kosten Unternehmen oft bis zu 30 Prozent ihres Umsatzes – digitale Prozesse sind dabei einer der Hauptverursacher. Doch die Zeiten, in denen die IT als reine Kostenstelle gesehen wird, stehen dank neuer Financial Operations-Modelle (FinOps) vor einem Wendepunkt. Zusätzliche Abhilfe schafft die Nutzung von KI.
Im Jahr 2024 hat sich das Arbeiten der meisten deutschen Unternehmen bereits stark in den digitalen Raum verschoben. So gaben in einer aktuellen Studie von Bitkom bereits 81 Prozent der befragten Unternehmen an, Cloud Services zu nutzen. Und ein Großteil der Unternehmen ist bestrebt, ihre Investitionen in die Technologie in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen. Umso entscheidender wird es, einen Überblick über die verschiedenen Prozesse zu bewahren und Services effizient und kostensparend zu nutzen. Doch genau an dieser Stelle scheitern Unternehmen oft.
Was ist FinOps?
FinOps ist ein operationales Framework und kulturelle Praxis, die den Business-Wert der Cloud maximieren, in dem sie Echtzeit-Einblick in die Ausgaben der Cloud bieten. Damit ermöglicht FinOps, auf Daten und Fakten basierende Entscheidungen zu treffen, und fördert die finanzielle Verantwortlichkeit und Zusammenarbeit zwischen Finance-, DevOps- und Business-Teams.
Die FinOps Foundation beschreibt FinOps als eine Kombination aus Systemen, Best Practices und Kultur, die darauf abzielt, das variable Ausgabenmodell der Cloud mit finanzieller Rechenschaftspflicht auszustatten und es verteilten Teams zu ermöglichen, geschäftliche Kompromisse zwischen Geschwindigkeit, Kosten und Qualität zu schließen. Die FinOps Foundation ist eines der Projekte der Linux Foundation, das sich der Förderung von Menschen widmet, die sich mit der Disziplin des Cloud-Finanz-Managements beschäftigen, und zwar durch Best Practices, Schulungen und Standards. Die FinOps Foundation bietet eine Vielzahl individueller Schulungs- und Zertifizierungsprogramme an, darunter den „FinOps Certified Practitioner“ und den „FinOps Certified Professional“. Die „FinOps Foundation“ ist eine über 23.000 Personen umfassende Community, die mehr als 10.000 Unternehmen vertritt.
FinOps ist im heutigen Geschäftsumfeld besonders relevant, da immer mehr Unternehmen ihre Abläufe in die Cloud verlagern. Cloud Computing bietet Unternehmen Flexibilität und Skalierbarkeit, stellt sie aber auch vor eine Reihe neuer finanzieller Herausforderungen. Im traditionellen IT-Modell handelt es sich bei den Ausgaben in der Regel um Kapitalausgaben (CapEx), die im Voraus geplant und budgetiert werden. Beim Cloud-Modell hingegen handelt es sich bei den Ausgaben um Betriebskosten (OpEx), die je nach Nutzung von Monat zu Monat schwanken können.
Diese Verschiebung von CapEx zu OpEx kann es für Unternehmen schwierig machen, ihre Cloud-Kosten zu verwalten und vorherzusagen. An dieser Stelle kommt FinOps ins Spiel. Es bietet einen Rahmen für Unternehmen, um ihre Cloud-Kosten zu verstehen und fundierte Entscheidungen über ihre Cloud-Nutzung und -Ausgaben zu treffen.
Der FinOps-Prozess umfasst in der Regel drei Phasen: Informieren, Optimieren und Betreiben.
Informieren: In dieser Phase geht es darum, die Wirtschaftlichkeit von Cloud-Diensten zu verstehen, vergangene Ausgaben zu analysieren und zukünftige Ausgaben zu prognostizieren. Dies geschieht in der Regel durch den Einsatz verschiedener Cloud-Kostenmanagement- und Transparenz-Tools.
Optimieren: Im Anschluss wird ermittelt, wie unnötige Ressourcen eingespart und die Effizienz gesteigert werden kann. Dies kann durch Praktiken wie die Anpassung von Instanzen, die Identifizierung von nicht ausgelasteten Ressourcen und die Nutzung von Rabatten bei Cloud-Anbietern erreicht werden.
Betreiben: Schließlich geht es um die Etablierung des Frameworks mit den einhergehenden organisatorischen Änderungen und Schulungsmaßnahmen sowie die Festlegung der Vorgaben, wie FinOps im Unternehmen gelebt werden soll.
FinOps bringt Technologie-, Geschäfts- und Finanzteams zusammen, um sicherzustellen, dass Unternehmen den größten Nutzen aus jedem in der Cloud ausgegebenen Euro ziehen. Es geht darum, die Kosten des Cloud Computing berechenbarer und überschaubarer zu machen und auf die Unternehmensziele abzustimmen.
Von Echtzeitinformationen zu Echtzeithandlungen
Jüngste Untersuchungen zeigen, dass effektive FinOps-Praktiken die Cloud-Kosten um 20 bis 30 Prozent senken können. Die Vorteile von FinOps gehen jedoch über reine Kosteneinsparungen weit hinaus: Es ermöglicht Unternehmen, die wirtschaftlichen Vorteile der Cloud und generativer KI (GenAI) voll auszuschöpfen. So sind sie in der Lage, datengesteuerte, effiziente Entscheidungen zu treffen und so ihre Cloud-Nutzung in Echtzeit zu optimieren.
Ein Schlüsselakteur in diesem Prozess ist GenAI. Die Technologie vermittelt Unternehmen ein tiefgehendes Verständnis dafür, wie ihre Anwendungen die erforderlichen Ressourcen und Services verbrauchen. Es hilft dabei, Muster und Trends zu erkennen und die Einhaltung von Budget-Vorgaben zu verbessern. Mit GenAI können Unternehmen so bessere Prognosen erstellen, effektiveres Benchmarking durchführen und ein neues Maß an Transparenz in Bezug auf ihre IT-Kosten erreichen.
Stand: 08.12.2025
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Denn auch wenn die Vorteile der Cloud-Nutzung enorm sind, birgt sie doch auch Risiken. In der Welt der Cloud können Ressourcen jederzeit genutzt werden und somit Kosten verursachen. Ohne die richtigen Kontrollen kann dies zu hohen Fehlerraten und unnötigen Ausgaben führen. An dieser Stelle ermöglicht FinOps den CIOs, Finanzabteilungen und Entwicklern einen tieferen Einblick in die Ausgaben, damit sie bessere Planungen und Bereitstellungen vornehmen können.
Genau dafür setzen sich bereits führende IT-Experten gemeinsam ein. Die FinOps-Initiative Focus, zu deren Mitgliedern globale Unternehmen wie IBM, aber auch Microsoft, Meta und AWS zählen, zielt neben der Vereinheitlichung ihrer Datenformate auch darauf ab, die Komplexität für FinOps-Anwender weiter zu reduzieren.
Mit FinOps und generativer KI zur kontinuierlichen Verbesserung
FinOps ebnet den Weg für eine neue Art der IT-Budgetsteuerung. Es ermöglicht Führungskräften, genau aufzuzeigen, wofür sie IT-Ausgaben einsetzen und welchen Mehrwert sie damit für das Unternehmen beisteuern. GenAI ist für FinOps-Modelle nicht nur ein zusätzliches Werkzeug, sondern ein Gamechanger. Es hilft Unternehmen, tiefe Einblicke in ihre Ausgaben zu gewinnen, Muster und Trends zu erkennen und die Einhaltung von Budget-Vorgaben zu verbessern.
Letztendlich geben FinOps und Fortschritte in der KI Unternehmen die Möglichkeit, mehr zu erreichen als jemals zuvor. Gegenwärtig integrieren fast 65 Prozent der CFOs KI in ihre Strategie. In Zukunft werden zunehmend mehr Kosten- und Nutzungsdaten in allen Branchen verursachergerecht aufgezeigt. GenAI ist der strategische Hebel, der diese Praxis in die Zukunft katapultiert, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Führungskräfte diese Praxis branchenübergreifend nutzen.
* Der Autor Andreas Junck ist RVP Enterprise Sales DACH bei Apptio. Zuvor hatte er Führungspositionen in den Sales-Abteilungen bei IBM, SAP, Gartner, Everbridge und Gigamon. Neben seiner Haupttätigkeit berät und investiert er in verschiedene B2B-Software-Start-ups.