Gemeinsamen Datenspeicher nutzen, Minderjährige schützen Die Familienfreigabe in Google Drive: Speicherplatz in der Cloud teilen

Von Thomas Joos

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Google One ermöglicht im Abonnement das Teilen von Google Drive in der Familie, so ähnlich wie Apple mit iCloud. Die Familienmitglieder teilen sich den Speicher, aber jedes Mitglied erhält seinen freien Platz, wie bei einem eigenen Abo. Das spart Kosten und erhöht die Speicherkapazität für Daten.

In Google Drive können sich Familienmitglieder einen Speicher teilen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
In Google Drive können sich Familienmitglieder einen Speicher teilen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

In vielen Familien ist es so, dass die Familienmitglieder das gleiche Smartphone-System haben und untereinander Daten austauschen wollen, aber parallel auch privaten Speicher benötigen. Mit der Familienfreigabe von Apple iCloud geht das unproblematisch, und Familien können günstig Speicherplatz abonnieren und flexibel für die Mitglieder bereitstellen. Es ist problemlos möglich, auf iPhone/iPads und natürlich mit Windows, Linux und macOS auf Google-Familiengruppen zu setzen. Das lässt sich parallel zu OneDrive, iCloud und anderen Diensten nutzen.

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Alle Daten in den privaten Bereichen des Cloud-Speichers bleiben privat, bis der Besitzer sie mit den Familienmitgliedern teilt. Neben dem Teilen von Speicherplatz können sich Familienmitglieder auch Apps, Spiele, Filme und Abonnements bei Youtube teilen.

In Familiengruppen können Mitglieder auf einen gemeinsamen Kalender und gemeinsame Notizen zugreifen, um Informationen zu teilen. Dazu kommt die Möglichkeit, über Google Assistant in der Familiengruppe einfacher kommunizieren zu können.

Google-One-Abo-Administrator teilt seinen Speicher

Das Teilen des Speicherplatzes läuft über den Abonnenten von Google One. Er kann seinen Speicherplatz in der Familie freigeben, und andere Benutzer können den Speicherplatz mit nutzen. Für 1,99 Euro pro Monat erhalten Abonnenten 100 Gigabyte, für 2,99 Euro pro Monat sind 200 GB verfügbar. Wer 9,99 Euro im Monat bezahlt, erhält Zugriff auf 2 Terabyte Speicher. Dieser Speicher kann in der Familie gemeinsam genutzt werden. Das verhält sich wie das Buch eines eigenen Speichers.

Der Abonnent hat keinen Zugriff auf den Speicher der anderen Familienmitglieder. Er teilt den Speicher, den er abonniert, und die anderen Mitglieder können den Speicher genauso wie eigenen Speicher nutzen. Auf diese Weise müssen nicht alle Familienmitglieder ein eigenes Abonnement abschließen, sondern es reicht ein einzelnes Abo aus, das in diesem Fall über mehr Speicherplatz verfügt. Je mehr Familienmitglieder und je mehr benötigten Speicherplatz, desto mehr lohnt sich natürlich auch das Abonnement. Insgesamt lässt sich der Speicherplatz für bis zu 5 Personen gemeinsam nutzen.

Der Abonnent kann die Freigabe jederzeit beendet. In diesem Fall müssen die anderen Familienmitglieder ihren eigenen Speicherplatz nutzen und unter Umständen ein Abonnement abschließen, wenn der kostenlose Speicherplatz von 15 GB erschöpft ist.

In Google Drive gibt es persönlichen Speicherplatz und gemeinsamen Speicherplatz

Im Google-One-Abonnement gibt es persönlichen Speicherplatz von bis zu 5 zusätzlichen Familienmitgliedern, und es gibt gemeinsamen Speicherplatz. Insgesamt können daher 6 Benutzer den gemeinsamen Speicher und die anderen Vorzüge der Familiengruppe nutzen. Jedes Familienmitglied erhält zunächst 15 GB persönlichen Speicherplatz. Dazu kommt der gemeinsame Speicherplatz innerhalb der Familiengruppe. Dieser gemeinsame Speicherplatz steht allen Mitgliedern der Gruppe zur Verfügung.

Wenn die 15 GB freier Speicherplatz belegt sind, können weitere Daten des Familienmitglieds auf dem gemeinsamen Speicher abgelegt werden. Dabei bleibt der Zugriff auf diese Daten natürlich nur auf das jeweilige Familienmitglied beschränkt. Jedes Familienmitglied nutzt daher zunächst die kostenlosen 15 GB Speicherplatz, die ohnehin jeder Benutzer bei Google hat, und kann danach auf den Speicher des Google-One-Abos zugreifen.

In Android und über den Webbrowser können Familienmitglieder Daten jederzeit für andere Familienmitglieder explizit freigeben. Die Freigabe lässt sich über den Webbrowser und in Android jederzeit wieder rückgängig machen. Die anderen in der Familie sehen dann nur die freigegeben Dateien, alle anderen Daten bleiben versteckt. Wie viel Speicherplatz die einzelnen Mitglieder verbrauchen, kann auf der Google-One-Webseite überprüft werden.

So wird eine Familiengruppe erstellt

Basis für das Teilen von Speicher in Google Drive ist zunächst das Erstellen einer Familiengruppe. Das erfolgt über die Seite families.google/families. Hier kann mit der Schaltfläche „Familiengruppe erstellen“ eine neue Gruppe im Vorfeld erstellt werden. Auf der nächsten Seite wird das Konto als Familienadministrator definiert, das die Gruppe erstellt. Mit „Einladungen senden“ können per Mail weitere Mitglieder eingeladen werden, die die Einladung annehmen müssen, um auf den Speicherplatz zugreifen zu können.

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Nach dem Akzeptieren der Einladung tauchen die Familienmitglieder als „Mitglied“ in der Familiengruppe auf. Durch einen Klick auf einen Benutzer lässt sich dieser über die Schaltfläche „Mitglied entfernen“ wieder aus der Gruppe löschen. Generell ist die Verwaltung der Gruppe über die Einstellungen des Google-Kontos auf der Seite myaccount.google.com/people-and-sharing zu erreichen. Hier startet auch die spätere Verwaltung der Gruppe. Parallel zur gemeinsamen Verwendung von Google Drive stehen in der Familiengruppe noch mehr Optionen bereit.

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Jugendschutz mit Family-Link, Familienmediathek und vieles mehr freigeben

Über den Bereich „Familienfreigabe“ sind im Google-Konto verschiedene Menüpunkt erreichbar, die über die Gruppe freigegeben werden können. Neben dem Jugendschutz-„Familiy-Link“ kann an dieser Stelle auch eine Familienmediathek für Spiele, Apps, Filme und andere Mediadateien erstellt werden. Apps dieser Art, die der Familienadministrator gekauft hat, können mit anderen Familienmitgliedern geteilt werden, sodass diese die jeweiligen Apps nicht selbst kaufen müssen.

Zu den Diensten, die sich in der Familie nutzen lassen, zählen auch Youtube-Abonnements. Diese sind auf der Verwaltungsgruppe der Familiengruppe über „Familienfreigabe ansehen“ zu finden und lassen sich mit einfachen Mausklicks freigeben. Hier können die verschiedenen Dienste über einen Klick auf den Link für andere Familienmitglieder spezifisch freigegeben werden. Bereiche, die bereits freigegeben sind, erscheinen mit dem Status „Freigegeben“. Wichtig: Unter keinen Umständen haben Familienmitglieder Zugriff auf die Daten der anderen Familienmitglieder im gemeinsamen Speicher, bis das jeweilige Familienmitglied diese Daten explizit freigibt.

Online-Schutz für Minderjährige mit Google Link

In der Familiengruppe lassen sich Konten für Minderjährige einrichten. Über den Dienst „Google Link“ können Familienadmins steuern, wie Minderjährige ihre Geräte verwenden und Datenschutzeinstellungen verwalten. Beim Einrichten von Google Link kann dazu ein bereits existierendes Konto als Google-Konto eines Minderjährigen konfiguriert werden, oder es lässt sich gleich ein neues Konto erstellen. Wenn sich das Kind an seinem Android-Geräte mit einem Google-Konto angemeldet hat, kann in den Einstellungen bei „Google -> Jugendschutzeinstellungen“ über einen Assistenten die Anbindung an Google Link erfolgen. Dadurch ist das Gerät des Kindes unter der Kontrolle des Familienadministrators.

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