Der Begriff Sovereign Cloud ist ein nebulöses Konzept, das für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutungen hat. Der Begriff bezieht sich auf die Einhaltung lokaler Vorschriften und Gesetze bezüglich Datenverarbeitung und -zugriff.
Die Herangehensweise der führenden Anbieter an die Sovereign Cloud ist so vielfältig wie das Verständnis der Menschen davon, was Sovereign Cloud überhaupt bedeutet.
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Eine Analyse von Omdia zeigt, dass das Verständnis und die Herangehensweise bezüglich der Sovereign Cloud bei Anbietern unterschiedlich sind. Die Forschungsgruppe hat ein Sechs-Ebenen-Modell entwickelt (siehe Abbildung), welches die technischen Aspekte der Sovereign Cloud beschreibt. Jedes Land wendet unterschiedliche Stufen für seine spezifischen Vorschriften und Gesetze an. Diese Flexibilität charakterisiert den Markt für Sovereign Cloud.
Anbieter nähern sich laut Omdia diesem Konzept auf zwei Arten: „Sovereign by Design“ und „Built to be Sovereign“. Bei „Sovereign by Design“ ermöglicht die Lösungsarchitektur, souveräne Cloud-Funktionen anzubieten. Oft können mit diesem Ansatz spezielle Fragestellungen nicht beantwortet werden. Anders bei „Built to be Sovereign“. Hier entwickelt der Anbieter spezielle, neue Sovereign-Cloud-Dienste.
EMEA ist nicht der größte Nutzer von Sovereign Cloud
„Auch wenn sich die Motivation und die Ansätze für die Bereitstellung einer Sovereign Cloud unterscheiden, herrscht Einigkeit darüber, dass die großen Anbieter dies nicht alleine schaffen können“, sagt Roy Illsley, Chief Analyst und Leiter der IT Operations Research Practice von Omdia. Lokale Partner spielten daher eine entscheidende Rolle bei der Implementierung, wobei der Schutz vor extraterritorialem Zugriff essentiell sei. „Während ein Großteil des Fokus darauf liegt, wie eine souveräne Cloud in Europa funktionieren wird, ist dies nicht der einzige potenzielle Markt, und die Anbieter müssen Lösungen entwickeln, die weltweit wiederholbar sind, basierend auf den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Regionen“, so Illsley. Große Unternehmen wie AWS, Microsoft, Google, Oracle, IBM, VMware, NetApp und OVHCloud bieten bereits Sovereign Clouds an.
Omdia hat ein Sechs-Ebenen-Modell entwickelt, das die verschiedenen technischen Aspekte definiert, die der Sovereign Cloud zugeschrieben werden.
(Bild: Omdia)
Omdias Umfrage zeigt, dass bis 2023 über 70 Prozent der Unternehmen eine Form der Sovereign Cloud einführen wollen. Interessanterweise ist aktuell Asien-Ozeanien der Hauptnutzer, gefolgt von Nordamerika und dann erst EMEA. Die beiden wichtigsten Gründe, die die Befragten nannten, waren, dass „die Datenverarbeitung im Land durchgeführt werden muss“ (29 %) und „nur Einwohner des Landes in der Lage sein sollten, auf die Daten zuzugreifen“ (28 %). Diese beziehen sich auf die Stufen 2 und 3 des Omdia-Modells, wobei die „Datenresidenz“ (Stufe 1) an dritter Stelle (24 %) und nur 18 Prozent die Resilienz der Stufe 4 wählten.
Eine Frage der Wirtschaftlichkeit
Die wirtschaftliche Tragfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Sovereign Cloud ist weiterhin ein Diskussionspunkt. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Sovereign Cloud länderspezifisch ist, und obwohl es Gemeinsamkeiten geben kann, können einige technische Aspekte sehr lokal sein. Omdia geht auch nicht davon aus, dass jeder Workload oder alle Daten als souveräne Lösung angesehen werden müssen. Die Größe des Marktes für die unterschiedlichen Sovereign-Cloud-Angebote ist größtenteils auch davon abhängig, wie wiederholbar dieses ist.
Das Wachstum generativer KI und länderspezifischer Datenmodelle stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Auch unter diesem Aspekt wird sich die Sovereign Cloud weiter entwickeln.
Die Zukunft könnte sowohl von Cloud-Service-Providern als auch von Softwareinfrastrukturanbietern geprägt sein. Doch auch Datenunternehmen verfügen über Lösungen, die die staatlichen Anforderungen erfüllen könnten. Omdia ist der Ansicht, dass diese Gruppen zusammen mit den OEM-Anbietern On-Premises-Lösungen entwickeln könnten, die für jeden spezifischen Anwendungsfall konfiguriert werden können.
Public oder doch wieder private?
Omdia betont die Notwendigkeit einer Balance zwischen Risiko, Agilität und Kosten. Dabei bleibt die zukünftige Richtung – ob öffentlich oder privat – offen. Die Forscher gehen aber davon aus, dass beide Gruppen – Cloud-Service-Provider und OEMs und ihre Partner – die spezifischen Stärken der Sovereign Cloud in Bezug auf die Erfüllung der Anforderungen entsprechend vermarkten werden. Da es die absolut perfekte Lösung nicht gebe, werde es am Ende die Lösung sein, die am ehesten den Bedürfnissen und dem Budget des Kunden entspreche, glaubt Illsley.
Stand: 08.12.2025
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