DSAG-Personaltage 2026: die Zukunft der HR-Arbeit Unternehmen treiben HR-Transformation voran

Von Elke Witmer-Goßner 4 min Lesedauer

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Die digitale Transformation in der Personalabteilung schreitet voran. Im Vorfeld der DSAG-Personaltage 2026 hat die DSAG ihre Mitglieder zu den Herausforderungen und Trends in der HR-Arbeit befragt, mit dem Ergebnis: SAP SuccessFactors ist in vielen HR-IT-Roadmaps verankert und die Umstellung auf SAP HCM for S/4HANA (H4S4) ist zentrales Thema für viele Unternehmen.

Die DSAG-Personaltage 2026 beleuchten zentrale HR-Trends wie H4S4-Migration, KI-Einsatz und hybride SAP-Architekturen. Eine aktuelle Umfrage zeigt den Status-quo in Unternehmen und deren drängendste Herausforderungen.(Bild:  DSAG)
Die DSAG-Personaltage 2026 beleuchten zentrale HR-Trends wie H4S4-Migration, KI-Einsatz und hybride SAP-Architekturen. Eine aktuelle Umfrage zeigt den Status-quo in Unternehmen und deren drängendste Herausforderungen.
(Bild: DSAG)

Die Umfrage belege die hohe Relevanz von H4S4 und SuccessFactors-Umstellungen sowie die Handlungsfelder im Bereich künstliche Intelligenz (KI), Cloud und der Digitalisierung von HR-Prozessen, kommentiert Hermann-Josef Haag, Fachvorstand Personalwesen & Public Sector bei der Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG). Demnach arbeiten 71 Prozent der Befragten noch mit SAP ECC HCM (On-Premises), während 39 Prozent SAP SuccessFactors nutzen.

Der Stand der Modernisierung in den Unternehmen

Im Rahmen der Umfrage gaben die Teilnehmer an, dass die Mehrheit der Unternehmen sich mit der Umstellung auf SAP S/4HANA HCM (H4S4) befasst. Dies deutet darauf hin, dass Unternehmen auf H4S4 migrieren, um ihre Investitionen und Kernprozesse zu schützen. Haag erläutert, dass das bevorstehende Wartungsende der bisherigen ERP-HCM-Lösungen viele Unternehmen zwingt, mit zukunftssicheren Plattformen zu planen. Bei der Migration müssen Daten, Prozesse und Ressourcen in Einklang gebracht werden.

Die Umstellung auf H4S4 wird nicht als grundsätzliche Neuorientierung betrachtet, sondern als notwendiger Schritt zur Gewährleistung der Wartungssicherheit der bestehenden HR-Kernprozesse. Viele Unternehmen wählen einen schrittweisen Ansatz, um ihre HR-Landschaften abzusichern, bevor sie weitergehende Modernisierungen vornehmen.

Pflichtmodule und strategisches Potenzial

Auf die Rolle von SuccessFactors in den HR-IT-Roadmaps antworteten knapp 4 Prozent, dass die Cloud-Lösung vollständig implementiert sei, während fast 40 Prozent sie teilweise eingeführt haben. 28 Prozent planen keine Einführung, und 17 Prozent sind noch in der Evaluierung. Haag bemerkt, dass die Ergebnisse zeigen, dass viele Unternehmen erste Schritte zur Cloud-Transformation unternommen haben, jedoch die Realität von hybriden Szenarien geprägt bleibt.

Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich Module wie SAP SuccessFactors Recruiting (41 %), Employee Central (39 %) und Learning (37 %), da sie im operativen HR-Alltag schnellen Mehrwert bieten. Die Nutzung von Analytics-Funktionen ist hingegen noch gering.

Rechts- und Planungssicherheit, funktionierende Kernprozesse und verlässliche Systeme haben derzeit Vorrang vor strategischen Zukunftsthemen.(Bild:  DSAG)
Rechts- und Planungssicherheit, funktionierende Kernprozesse und verlässliche Systeme haben derzeit Vorrang vor strategischen Zukunftsthemen.
(Bild: DSAG)

Ein interessanter Punkt ist die von SAP angekündigte strategische Integration von SmartRecruiters in das SuccessFactors-Portfolio. Sustainable AI-Fähigkeiten sollen auch SuccessFactors-Recruiting-Kunden zugänglich gemacht werden. Haag fordert die Mitglieder auf, sich mit dieser Entscheidung von SAP auseinanderzusetzen und sich über Chancen und Risiken auf ihre Unternehmensstrategie bewusst zu werden.

Doch sinkt durch den Einsatz von SuccessFactors die IT-Abhängigkeit? Die Antworten sind gemischt: 21 Prozent erwarten eine Abnahme, 47 Prozent sehen keine Veränderung, und 32 Prozent sind unsicher. Haag erklärt, dass die Entlastung der IT nicht automatisch eintrete und dass begleitende Anpassungen erforderlich seien, um die Vorteile zu realisieren.

Top-Herausforderungen im HR-IT-Kontext

Direkt gefragt nach der Relevanz bestimmter Themen nennen 74 Prozent der Befragten digitale Personalprozesse und Self Services als sehr relevant, gefolgt von der Migration von SAP ECC HCM auf H4S4 (64 %) und Datenschutz (55 %). Dieses Ergebnis könnte, so Haag, dem Umstand geschuldet sein, dass Unternehmen vor allem mit Strukturthemen beschäftigt seien. Sicherheitskonzepte und funktionierende Systeme hätten Vorrang vor strategischen Zukunftsthemen.

Ein auffälliger Punkt ist, dass viele Befragte die Nutzung der SAP Business Data Cloud und die Migration nach SuccessFactors als wenig relevant einschätzen. Dies deutet darauf hin, dass viele Organisationen ihre bestehenden HR-IT-Landschaften erst stabilisieren müssen, bevor sie sich intensiver mit datengetriebenen Technologien befassen können.

Top-Trends: KI und Automatisierung

Die Grafik zeigt die wichtigsten SAP-/HR-Trends, die die Arbeit der Umfrageteilnehmenden in den kommenden ein bis drei Jahren beeinflussen werden.(Bild:  DSAG)
Die Grafik zeigt die wichtigsten SAP-/HR-Trends, die die Arbeit der Umfrageteilnehmenden in den kommenden ein bis drei Jahren beeinflussen werden.
(Bild: DSAG)

Die Umfrage zeigt, dass künstliche Intelligenz (65 %) und Automatisierung (53 %) die entscheidenden Trends für die nächsten Jahre im HR-Kontext sind. Haag betont, dass intelligente Technologien, wenn sie gut integriert und verantwortungsvoll eingesetzt werden, ein großes Potenzial für Effizienz und Innovation bieten.

Die DSAG hebt hervor, dass technologische Trends allein nicht ausreichen; die Veränderungsbereitschaft der Unternehmen sei entscheidend. Viele setzen wohl eher auf eine stabile HR-Basis, bevor sie tiefere Transformationsprozesse anstoßen.

Unterstützungsbedarf im HR-IT-Alltag

Die Befragten berichten von einem hohen Bedarf an Unterstützung durch SAP in Bereichen wie klare Roadmaps, künstliche Intelligenz, Automatisierung und Recruiting. Daraus lässt sich ableiten, dass viele Organisationen die Technologien schneller und sicherer nutzen möchten.

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Wenn es um Erwartungen an SAP in Bezug auf Innovationen im HR-Umfeld geht, konzentrieren sich die meisten Befragten auf KI, Automatisierung und digitale Innovationen, nahtlose Systeme sowie Payroll-Management.

Zur Methodik:
Die Online-Umfrage wurde von Mitte Oktober bis Anfang Dezember 2025 unter den DSAG-Mitgliedern durchgeführt. Insgesamt 303 Teilnehmende haben die Umfrage vollständig ausgefüllt. 44 Prozent davon sind IT-Fachkräfte, 19 Prozent HR-Fachkräfte, 18 Prozent IT-Führungskräfte, 12 Prozent HR-Führungskräfte und 7 Prozent zählen sich zu „Sonstiges“. 53 Prozent arbeiten für Unternehmen mit 2.000-20.000 Mitarbeitenden, 23 Prozent für Unternehmen mit 500-2.000 Mitarbeitenden, 17 Prozent für Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitenden und 7 Prozent für Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitenden.

DSAG-Personaltage 2026: Das Dino-Dilemma

Die DSAG-Personaltage 2026 bieten eine Plattform zur Diskussion aktueller HR- und IT-Strategien unter dem Motto „Das Dino-Dilemma: Survival of the Skilled“. Teilnehmer können sich auf zwei Keynotes, zahlreiche Vorträge und eine umfangreiche Ausstellung freuen.

Themenschwerpunkte:

  • Cloud-first im HR: Zwischen Strategie & Realität
  • Künstliche Intelligenz (KI): Was HR will und was HR braucht
  • Aufbruch zu SuccessFactors: Zwischen Pflicht und Kür
  • Von der Pflicht zur Kür: Recruiting, Onboarding, Learning und Co.
  • Low-Code & Self-Services: Wie sich SAP schneller innovativ nutzen lässt
  • HR und IT im Tandem: SAP-Projekte erfolgreich gemeinsam meistern
  • Datengesteuerte HR: Mit Analytics zur zukunftsfähigen Organisation

Die Veranstaltung findet am 17. und 18. Juni 2026 im Heidelberg Congress Center statt und richtet sich an Personalverantwortliche, IT-Leitende und HR-Fachkräfte.

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