Anwenderbericht Cloud-Transformation bei Eon als Basis für Innovation

Ein Gastbeitrag von Sebastian Weber* 4 min Lesedauer

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Eine nachhaltige europäische Energiewelt ist nur durch Digitalisierung möglich. Die Cloudifizierung ist bei Eon dabei ein zentrales Schlüsselelement einer groß angelegten IT-Modernisierung. Sie markiert sowohl einen technologischen, als auch strategischen Wendepunkt und bildet die Basis für digitale Innovationen wie beispielsweise den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI).

Der europäische Konzern für Energienetze und -infrastruktur hat durch den Einsatz von KI und moderner Cloud-Technologie die betriebliche Effizienz gesteigert und damit auch aktiv die nachhaltige Energiezukunft gestaltet.(Bild:  peach_fotolia - stock.adobe.com)
Der europäische Konzern für Energienetze und -infrastruktur hat durch den Einsatz von KI und moderner Cloud-Technologie die betriebliche Effizienz gesteigert und damit auch aktiv die nachhaltige Energiezukunft gestaltet.
(Bild: peach_fotolia - stock.adobe.com)

Vor der Cloud-Transformation sah sich Eon mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die durch die dynamischen Veränderungen in der Energiebranche verschärft wurden. Durch die Integration von Innogy bestanden zwei parallele komplexe Legacy-Systeme, die zunächst konsolidiert werden mussten. Die bestehende, komplexe IT-Infrastruktur war nicht darauf ausgerichtet, die notwendige Flexibilität und Skalierbarkeit zu bieten, um den Anforderungen der dezentralen Energiewelt zu begegnen. Mit der Integration erneuerbarer Energien und der steigenden Anzahl von Energieproduzenten und -verbrauchern wurde das Energiesystem zunehmend komplexer und weniger planbar.

Die Systeme waren nicht immer in der Lage, die erforderliche Agilität und Rechenleistung bereitzustellen, um Spitzenlasten und schnelle Änderungen in der Kundenanforderung effektiv zu bewältigen. Die Notwendigkeit, Millionen von Kunden zu bedienen und dabei höchste Sicherheits- und Verfügbarkeitsstandards zu erfüllen, war eine zusätzliche Herausforderung. Um die Energiewende entscheidend zu gestalten war eine umfassende Modernisierung der IT-Infrastruktur erforderlich.

Hybride Cloud für mehr Flexibilität und IT-Stabilität

Mit diesem strategischen Ziel vor Augen fiel die Entscheidung für eine umfassende Cloud-Migration bei Eon. Der zentrale Fokus lag dabei auf dem Hybrid-Cloud-Ansatz, der es ermöglichte, die Vorteile öffentlicher und privater Cloud-Umgebungen zu kombinieren. Das erlaubte eine flexible und sichere Verwaltung kritischer Daten, bei gleichzeitiger Verbesserung der System-Performanz und IT-Stabilität.

Die Betriebszeit von Systemen und Anwendungen verbesserte sich nachweislich. In den letzten drei Jahren konnte dank Redundanzen der Cloud ein Rückgang kritischer Vorfälle um 70 Prozent erreicht, sowie die durchschnittliche Zeit zur Wiederherstellung deutlich verkürzt werden. Besonders erfreulich dabei war, dass trotz einer hoch bleibenden Anzahl an geplanten Veränderungen in der IT-Umgebung, es seltener zu Ausfällen kam als zuvor.

Zudem beschleunigte die Cloud-Migration die Geschwindigkeit der Reaktion bei Peaks in Kundenanfragen und die Skalierbarkeit von Kapazitäten. Die Fähigkeit der Cloud, Ressourcen dynamisch zuzuweisen, reduzierte die bedarfsgerechte Skalierungszeit von Tagen auf wenige Stunden. Durch die Schaffung einer flexiblen und anpassungsfähigen Infrastruktur ist Eon somit in der Lage, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und steigende Kundenanforderungen schneller zu erfüllen.

Von Lift-and-Shift zu Cloud-Native

Der Weg zur erfolgreichen Cloud-Transformation bei Eon war ein sorgfältig geplantes und schrittweise umgesetztes Programm, das mehrere Phasen umfasste. Ausgangspunkt war ein „Lift-and-Shift“-Ansatz, bei dem bestehende Anwendungen zunächst in die Cloud verlagert wurden, ohne ihre Architektur grundlegend zu ändern. Dabei wurden Anwendungen in Clustern migriert, um Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Es wurde ein Cluster nach dem anderen migriert und gleichzeitig die Betriebszeit aufrechterhalten. Dieser Schritt ermöglichte es, schnell von den unmittelbaren Vorteilen der Cloud zu profitieren, während die Grundlage für weitergehende Modernisierungen gelegt wurde.

Nun steht die nächste Phase an: Der Weg zu Cloud-Native. Dieser ermöglicht dem Unternehmen, Anwendungen optimal für die Cloud zu entwickeln und zu betreiben, um maximale Skalierbarkeit und Flexibilität zu erreichen.

Kultureller Wandel durch Cloud

In der nächsten Phase konzentriert Eon sich auf die Modernisierung der migrierten Anwendungen und auf die kulturelle Transformation. Neben technischen Herausforderungen geht es auch immer um einen Mentalitätswandel. Es ist entscheidend, Mitarbeiter zu befähigen neue Arbeitsweisen anzunehmen und Wissen aufzubauen.

Das Verständnis der Cloud ist auf dem Weg in eine DevOps-Welt zentral. Deshalb startete Eon ein Transformationsprogramm, das den Fokus auf die Wertschöpfung, durchgängige Verantwortung in Teams und die Erweiterung technischer Fähigkeiten der Mitarbeitenden ermöglicht. Dieses wird durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt, die Klarheit über DevOps-Grundlagen, Rollen in einem DevOps-Team sowie die nötigen Technologien und Tools schafft.

Verbesserte CO₂-Bilanz dank Cloud-Migration

Als Gestalter einer nachhaltigen Energiewelt fokussiert sich Eon neben Wachstum auf die strategischen Säulen Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Die Cloud-Transformation leistete einen entscheidenden Beitrag die CO₂-Bilanz des Unternehmens zu verbessern. Die Migration in die Cloud ermöglichte es, energieeffizientere Rechenzentren zu nutzen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Das Unternehmen spart jährlich ca. 5.000 Tonnen CO₂ ein – ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.

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Basis für Innovation und Optimierung der Wertschöpfungskette

Die Cloud stellt die Infrastruktur bereit, die Innovationen und Anpassungen an die Bedürfnisse der Verbraucher ermöglicht und bildet somit die technologische Basis für Innovationen wie beispielsweise künstliche Intelligenz.

Eon implementiert eine Vielzahl von KI-Lösungen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Unternehmens zum Einsatz kommen und entscheidend zur Optimierungen im Netzbereich, im Kundenlösungsgeschäft sowie bei den internen Abläufen beitragen. Diese Lösungen nutzen fortschrittliche Algorithmen des maschinellen Lernens und der Datenanalyse, um spezifische Herausforderungen im Energiemanagement zu adressieren, das Kundenerlebnis zu verbessern und die betriebliche Effizienz zu steigern.

Cloud-Transformation treibt nachhaltige Energiewende voran

Die Cloud-Transformation ermöglicht es Eon, schneller auf Marktanforderungen zu reagieren und die Effizienz zu erhöhen. Die verbesserte Skalierbarkeit und Flexibilität der Cloud-Infrastruktur stärkt die Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Durch die Cloud konnten IT-Stabilität, Sicherheit und Effizienz erhöht und die Grundlage für die Modernisierung der nachhaltigen Energielandschaft geschaffen werden.

Zukünftig plant Eon, die Ausfallsicherheit durch die Implementierung einer Observability-Plattform mit KI-gestützter Automatisierung und Selbstheilungsfunktion zu verbessern. Durch Analysen und Automatisierung sollen Probleme proaktiv erkannt und eine durchgängige Systemzuverlässigkeit gewährleistet werden. Weiterhin wird der Fokus auf der schnellen Anpassung an veränderte Marktbedingungen liegen, um den dynamischen Anforderungen des Energiemarktes auch in Zukunft gerecht zu werden.


* Der Autor Sebastian Weber hat als CIO mit Eon eine der größten Cloud-Transformationen der Industrie in Rekordzeit gemeistert. Der frühere Microsoft-Director für Business Development schöpft aus über 20 Jahren Erfahrung in der Software- und Energiebranche, ist Mitglied des Forbes Technology Councils und des Harvard Business Review Advisory Councils. Er ist überzeugt, dass Digitalisierung der Schlüssel für die Energiewende ist.

Bildquelle: E.on

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