Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ist eine Dauerbaustelle und geht nur in kleinen Schritten voran. Deshalb ist Beschleunigung gefragt und dafür gibt es vier wirkungsvolle Mittel: Cloud, Open Source, Künstliche Intelligenz und Security-Services. Damit lassen sich Lücken schließen, begrenzte Etats maximal ausreizen und Personalmangel effektiv ausgleichen.
Mit Cloud, Open Source, künstlicher Intelligenz und Security-Services gegen den Digitalisierungsstau.
Der öffentliche Sektor will digitale Plattformen für seine Angebote nutzen, stößt allerdings auf Hindernisse. Die Budgets der Behörden lassen kaum Spielraum für den Ausbau der IT. Zudem gibt es einen Mangel an qualifiziertem IT-Personal und viele zukunftsweisende Technologien wie Künstliche Intelligenz sind nur mit cloud-basierten Ressourcen sinnvoll nutzbar. Deshalb ist die Verlagerung der IT-Infrastruktur in die Cloud trotz aller Bedenken wichtig für die Zukunftssicherheit der Verwaltungs-IT.
Diese Technologie eröffnet viele Potenziale, vor allem für die Automatisierung administrativer Prozesse. Durch flexible Abrechnungsmodelle ermöglicht sie eine kosteneffiziente Nutzung basierend auf dem tatsächlichen Bedarf. Der Übergang in die Cloud verspricht öffentlichen Institutionen zudem mehr Agilität und eine schnelle Reaktion auf Bürgeranfragen. Im Ergebnis kann die Cloud die Qualität der Dienstleistungen erhöhen und die öffentliche Verwaltung zukunftssicher und bürgernäher gestalten.
Mit Open Source in die digitale Souveränität
Open-Source-Software (OSS) besitzt eine große Innovationskraft und ist damit ein wesentlicher Treiber für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Sie bietet die erforderliche Robustheit und Sicherheit, um das Vertrauen in digitale Angebote zu gewährleisten. Der Einsatz von OSS ermöglicht es Behörden, aktiv an der Entwicklung mitzuwirken und spezifische Anforderungen einzubringen. Damit sinkt die Abhängigkeit von großen Software-Firmen und Behörden können ihre eigenen digitalen Wege beschreiten.
Die Bindung an Anbieter von proprietärer Software hat Risiken, da diese zum Beispiel direkten Zugriff auf Backend-Systeme ermöglichen oder Daten außerhalb Europas verarbeiten. Deshalb ist es für den Staat entscheidend, in europäische Lösungen zu investieren, die transparent und vertrauenswürdig sind. Ein bekanntes Projekt ist Gaia-X, mit dem eine sichere und vertrauenswürdige europäische Dateninfrastruktur etabliert wird. Der Ansatz fördert digitale Souveränität und stärkt das Vertrauen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen in die digitalen Fähigkeiten des Staates.
Mit KI die Effizienz steigern
Ein zentraler Aspekt von Künstlicher Intelligenz (KI) ist die Handhabung von Daten der öffentlichen Verwaltung unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Da manche Anbieter zu viele Daten speichern, gibt es hier Risiken. Eine mögliche Antwort auf diese Herausforderung sind Open-Source-KI-Modelle. Bei ihnen sind Quellcode und die anfänglich genutzten Trainingsdaten offengelegt, sodass eine Überprüfung der Arbeitsweise möglich ist. Allerdings ist die Implementierung solcher Modelle komplex. Deshalb bieten einige deutsche Cloud-Dienstleister spezialisierte, auf Open Source basierende KI-Services für die öffentliche Hand.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Akzeptanz und Schulung des Personals im Umgang mit KI. Viele sind besorgt oder fühlen sich von den neuen Technologien überfordert. Die öffentliche Verwaltung sollte deshalb Fortbildungen anbieten, die das Verständnis und die Handhabung von KI im Berufsalltag verbessern. Dann können Ängste abgebaut werden, insbesondere vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Denn: Moderne KI-Services fördern den effizienten Einsatz von KI und tragen zur Entlastung des Personals bei.
Mit „Security as a Service“ Cyberkriminelle effektiv bekämpfen
Mit dem NIS2-Gesetz verpflichtet die Europäische Union ihre Mitgliedsstaaten, die Cybersicherheit für kritische Infrastrukturen zu verstärken. NIS2 muss im Oktober dieses Jahres umgesetzt werden – die Zeit drängt also.
Eine effiziente Methode zur Verbesserung der IT-Sicherheit ist der Einsatz von „Security as a Service“ (SecaaS). Dabei übernehmen externe IT-Dienstleister die Rolle eines „Security Operations Center“ (SOC), um eine rasche Reaktion auf Sicherheitsbedrohungen zu gewährleisten. Organisationen können damit aktuelle Sicherheitstechnologien nutzen, ohne selbst erheblichen Aufwand leisten zu müssen.
Die Einführung von SecaaS wird durch die Migration von IT-Infrastrukturen in die Cloud erleichtert. Das Spektrum der Services umfasst unter anderem hochentwickelte Firewall-Systeme, Schutzmaßnahmen gegen DDoS-Angriffe, EDR (Endpoint Detection & Response) und SIEM (Security Information and Event Management). Angesichts der kritischen Bedeutung der IT-Systeme ist es entscheidend, dass der öffentliche Sektor möglichst schnell entsprechende Services einführt und die Digitalisierung beschleunigt.
Stand: 08.12.2025
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* Über den Autor Peter Wüst ist seit Februar 2024 als Chief Technology Officer bei Plusserver tätig und verantwortet die technologische Organisation, das Produktmanagement, den Service und Support, den Auf- und Ausbau von Kundenprojekten sowie die weitere Sicherung der hohen Cloud-Standards im Unternehmen. Peter Wüst verfügt über langjährige Erfahrung im deutschen und internationalen IT-Markt. Vor seiner Position bei plusserver war er 23 Jahre bei NetApp tätig, zuletzt als Vice President & Managing Director Germany.