Exit aus US-Clouds Deutsche Unternehmen hinterfragen US-Cloud-Abhängigkeit

Von Barbara Gribl 2 min Lesedauer

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Der Großteil der deutschen Unternehmen setzt weiter auf die US-amerikanische Cloud. Einige vielleicht auch aus Mangel an Alternativen. Inwiefern die Entscheider ihre Cloud-Strategie überdenken, zeigt Eperi auf.

Deutsche Unternehmen befinden sich in der Neuorientierung: Die Suche nach europäischen Alternativen zur US-Cloud gewinnt an Fahrt.(Bild: ©  idharmaian - stock.adobe.com)
Deutsche Unternehmen befinden sich in der Neuorientierung: Die Suche nach europäischen Alternativen zur US-Cloud gewinnt an Fahrt.
(Bild: © idharmaian - stock.adobe.com)

Immer mehr Unternehmen in Deutschland überdenken ihre Cloud-Strategie und die damit verbundene US-Abhängigkeit. Eine Umfrage von Techconsult und Eperi bildet den Umgang mit US-amerikanischen Cloud-Dienstleistern aktuell ab.

Hierbei geben rund 33 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihr Vertrauen in US-Cloud-Anbieter stabil ist und sie weiterhin auf US-Clouds setzen. Fast 20 Prozent geben zu, dass sich ihr Vertrauen verschlechtert hat. Im Handel ist das Vertrauen mit knapp 42 Prozent laut Eperi überdurchschnittlich hoch.

Trotz spürbarer Vertrauensverluste setzen circa 81 Prozent der befragten deutschen Unternehmen weiter auf die amerikanische Cloud – wenn vielleicht auch nur aus Mangel an schnell umsetzbaren Alternativen.

Suche nach europäischen Alternativen zur US-Cloud

Auf die Frage, ob sich die befragten Unternehmen eine Exit-Strategie aus der US-Cloud vorstellen können, sagen 26 Prozent, dass sie sich einen Ausstieg eventuell vorstellen können und die Entwicklung in den USA genau beobachten. 22 Prozent bejahen ebenfalls die Möglichkeit eines Wechsels und verraten, dass sie bereits auf der Suche nach europäischen Alternativen sind.

Demnach befinden sich 48 Prozent in einer Phase der Neuorientierung. Am intensivsten sind diese Überlegungen im öffentlichen Sektor verbreitet (65 %). Darüber hinaus geben 33 Prozent des Gesundheits- und Sozialwesens an, konkret nach Alternativen zur US-Cloud zu suchen.

Außerdem verweisen 11 Prozent darauf, sich bereits aktiv aus der US-Cloud zurückzuziehen und fast vier Prozent geben an, heute nicht mehr auf die US-Cloud zu setzen.

Größere Unternehmen führen den Trend an

Interessant sind die unterschiedlichen Antworten verschiedener Unternehmensgrößen: Ein Viertel der Unternehmen mit 2.000 bis 4.999 Mitarbeitern hat den Exit bereits vollzogen oder plant ihn aktiv. Bei Unternehmen mit 99 bis 1.999 Mitarbeitern sind es fast 20 Prozent, die dies tun.

IT-Entscheider planen (mit 13 %) den Exit häufiger als Business-Entscheider (mit knapp 10 %). Für 34 Prozent der befragten Unternehmen ist ein vollständiger Exit aus US-Clouds dagegen nicht vorstellbar.

Zusammenfassend haben die Unternehmen die veränderte Lage erkannt. Es wird konkret nach europäischen Alternativen gesucht, um aus der Abhängigkeit von Amerika auszusteigen. Dabei wird die Cloud-Exit-Debatte vor allem von IT-Fachabteilungen getrieben. Es bleibt zu wünschen, dass die deutschen IT-Unternehmen ihre Chancen erkennen und die krisenbedingten Veränderungen zu ihrem eigenen Vorteil nutzen. Der Bedarf scheint laut Eperi-Umfrage vorhanden zu sein.

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