Datev investiert in digitale Infrastruktur und KI-basierte Automatisierung Datev baut das Cloud-Angebot weiter aus

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Cloud-Nutzung, KI-Einsatz und E-Rechnung gewinnen bei Datev an Fahrt. Die jüngsten Zahlen zeigen: Die Genossenschaft bleibt auf Wachstumskurs und will den Mittelstand digital fit machen.

Datev spricht auf der Pressekonferenz offen über Zahlen, Herausforderungen und Chancen in der Wirtschaft. Trotz der Hürden ist der Softwareanbieter auf Wachstumskurs. (Bild: ©  DigitalMagicVisions - stock.adobe.com)
Datev spricht auf der Pressekonferenz offen über Zahlen, Herausforderungen und Chancen in der Wirtschaft. Trotz der Hürden ist der Softwareanbieter auf Wachstumskurs.
(Bild: © DigitalMagicVisions - stock.adobe.com)

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten verzeichnete Datev im ersten Halbjahr 2025 ein Umsatzplus auf 810 Millionen Euro. Das sind rund 70 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber waren insbesondere die Cloud-Produkte aus den Bereichen Rechnungswesen, Personalwirtschaft und IT-Management. Die Mitgliederzahl stieg auf 40.251, die Zahl der Kundinnen und Kunden auf über 850.000. Ein Wachstum um mehr als 100.000 seit Jahresbeginn.

Ein wesentliches Element der strategischen Ausrichtung bleibt die Cloud-Transformation. Das browserbasierte Produkt „Datev Unternehmen online“ nutzen mittlerweile über 710.000 Anwender, die mit rund 1,6 Millionen Unternehmen Belege digital austauschen. Datev sieht sich damit als digitaler Enabler für den Mittelstand – insbesondere über die Steuerkanzleien, die als zentrale Schnittstelle zu den Unternehmen agieren.

Cloud als zentraler Baustein für die Zusammenarbeit

Die Cloud-Strategie spiegelt sich auch in Anwendungen wie „myDatev Kanzlei“ wider. Die seit Februar verfügbare Plattform wird bereits von rund 2.000 Kanzleien genutzt. Etwa 14.000 Mandanten wurden für die Zusammenarbeit registriert. Erweiterungen sind schon für August in Planung.

Die E-Rechnung spielt eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung. Bereits im ersten Halbjahr 2025 verarbeitete Datev mit rund 22,5 Millionen E-Rechnungen bereits mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr.

Ein zentrales Angebot bildet die E-Rechnungsplattform, die den kostenlosen Empfang von E-Rechnungen ermöglicht und insbesondere kleine Unternehmen beim Einstieg unterstützt. Datev verweist hier auf künftige regulatorische Anforderungen wie das geplante Meldesystem zur Umsatzsteuerbekämpfung.

Die künstliche Intelligenz ist nun im Kanzleialltag angekommen

Künstliche Intelligenz (KI) kommt zur Prozessautomatisierung und zur Assistenz in der Kanzleiarbeit zum Einsatz. Der Automatisierungsservice Rechnungen, der seit 2021 verfügbar ist, wurde bereits für mehr als 90.000 Buchführungen eingesetzt. Er erzeugt automatisiert Buchungsvorschläge auf Basis digitaler Belege und integriert sich in bestehende Arbeitsprozesse.

Die KI-Werkstatt der Datev zählt inzwischen über 40.000 Nutzer. Besonders gefragt ist „Datev GPT“, das mit einer Verweildauer von über sieben Minuten eine hohe Nutzungsintensität zeigt. Laut Datev Seismograf, einer internen Umfrage unter Mitgliedern, hat sich der Anteil regelmäßiger KI-Nutzer im Berufsstand von 9 auf 25 Prozent nahezu verdreifacht.

Produkte wie der „LEXchat“, ein KI-gestützter Suchassistent für steuerrechtliche Fragestellungen, und der „Einspruchsgenerator“ wurden direkt aus der KI-Werkstatt in das reguläre Portfolio überführt. Beide zählen laut Datev zu den meistgenutzten branchenspezifischen KI-Anwendungen im steuerberatenden Umfeld.

Datenbasiertes Lagebild für den Mittelstand

Datev positioniert sich zunehmend auch als Anbieter wirtschaftspolitisch relevanter Datenanalysen. Der Mittelstandsindex basiert auf realen Umsatzsteuer- und Lohnabrechnungsdaten von über einer Million Unternehmen und rund acht Millionen Beschäftigten. Im Unterschied zu stimmungsbasierten Umfragen liefert der Index belastbare Echtzeitdaten zur wirtschaftlichen Lage kleiner und mittlerer Unternehmen.

Die aktuelle Auswertung zeigt eine rückläufige Umsatzentwicklung um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen sind mittelgroße Unternehmen mit einem Rückgang von 5,2 Prozent. Parallel steigen die Löhne. Dies sei ein Spannungsfeld, das laut Datev gerade kleinstbetriebliche Strukturen unter Druck setzt. Etwa ein Viertel der Löhne in Kleinstunternehmen liegt derzeit unter der künftig geplanten Mindestlohngrenze von 14,60 Euro.

Mit Blick auf diese Entwicklung fordert Datev eine konsequente Entlastung des Mittelstands,unter anderem durch Bürokratieabbau, gezielte Steuererleichterungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig unterstreicht die Genossenschaft ihren Anspruch, den Mittelstand datenbasiert und digital zu unterstützen.

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