Welche Ziele verfolgen die öffentlichen Verwaltungen mit der Cloud-Nutzung und welche Hindernisse sehen sie? Eine aktuelle Studie vergleicht die Sichtweisen auf Bundes- und Landesebene sowie in den Großstädten.
Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung von Cloud-Diensten in der öffentlichen Verwaltung sind cloudfähige Fachanwendungen.
Seit Mitte Januar läuft das Umsetzungsprojekt zur Deutschen Verwaltungscloud (DVC). Die Genossenschaft der öffentlichen IT-Dienstleister govdogital eG entwickelt im Auftrag der FITKO ein zentrales Cloud-Service-Portal, um künftig sowohl Cloud-Services der öffentlichen IT-Dienstleister bereitstellen als auch private Marktangebote einbinden zu können. Dabei kann auf Vorarbeiten aufgesetzt werden: Zentrale Strukturen der DVC wie das Cloud-Service-Portal und das dazugehörige Identity-and-Access-Management sind bereits in Form eines MVP erprobt.
Parallel wird ein verteiltes Kubernetes-Cluster aufgebaut, in dem vor allem relevante Anwendungen der öffentlichen Hand betrieben werden können. Es soll die Rechenzentren der Genossenschaftsmitglieder verbinden und hohe Souveränität und Resilienz der Betriebsumgebung gewährleisten. Seit Ende 2023 läuft zudem die Ausschreibung für einen Cloud Broker, der Cloud-Leistungen vom Markt zur Nutzung bereitstellen soll – von souveränen europäischen Anbietern wie auch von internationalen Hyperscalern.
Cloud-Nutzung: der Stand
Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis alle Vorhaben umgesetzt sind und die Deutsche Verwaltungscloud Realität ist. Die öffentlichen Verwaltungen brauchen und nutzen aber bereits jetzt Cloud-Anwendungen. Welche Ziele sie dabei verfolgen, aber auch, welche Hemmnisse sie sehen, hat eine Studie von msg systems näher untersucht. In der inzwischen fünften Studie zur IT-Konsolidierung der öffentlichen Verwaltung wurden zusätzliche Fragen zu Cloud-Anwendungen mit aufgenommen, weil das Thema inzwischen so wichtig ist. Dabei bildet die Studie jeweils die Sicht der Bundesbehörden, Landesbehörden und der Verwaltungen der Großstädte ab.
Zunächst wurde nach der aktuellen Nutzung von IT-Services aus einer Cloud-Umgebung gefragt. Bei den Bundesbehörden lag der Anteil der Nutzenden mit 56 Prozent vergleichsweise hoch, in den Expertengesprächen im Rahmen der Studie wurde jedoch ausgesagt, dass noch keine „echten Cloud-Dienste“ genutzt würden. Die Studienautoren vermuten daher, dass bei den Antworten auch kleinere Online-Tools mitgezählt wurden. Ähnlich bei den Großstädten, auch hier ließ sich der Anteil von 48 Prozent in den Gesprächen nicht belegen. Anders dagegen bei den Landesbehörden, wo der Nutzeranteil von 42 Prozent nach den Expertengesprächen plausibler erschien.
Ziele der Cloud-Nutzung
Mit der Cloud-Nutzung verfolgen die jeweiligen Behörden jeweils unterschiedliche (Haupt)Ziele: Bei den Bundesbehörden stehen höhere Verfügbarkeit und Skalierbarkeit im Vordergrund (jeweils 44 %), auf Landesebene ebenfalls (mit 34 bzw. 33 %). Mit der Sicherstellung von Skalierbarkeit und Resilienz der Betriebsumgebung durch das Kubernetes Cluster unterstützen die Vorhaben zur Deutschen Verwaltungscloud also wichtige Ziele der Anwender auf Bundes- und Landesebene. Für die Länder spielt zudem das Thema Modernisierung und Innovationsschub eine wichtige Rolle, 34 Prozent nennen dies als zentrales Ziel. Bei den Großstädten sind es sogar 45 Prozent, gefolgt von dem Ziel, IT-Sicherheit und Datensicherheit zu verbessern (41 %).
Aber auch, bei welchen Dienstleistern die Verwaltungen Cloud-Kapazitäten nutzen, war Gegenstand der Untersuchung. In erster Linie sind das die öffentlichen IT-Dienstleister, in der Bundesebene liegt ihr Anteil bei 47 Prozent, auf Landesebene bei 44 Prozent und in den Großstädten bei 38 Prozent. Letztere nutzen zudem mit 29 Prozent am häufigsten von allen Befragten die Angebote von Hyperscalern.
Was die Cloud-Nutzung bremst
Welche Faktoren hemmen die Nutzung von Cloud-Diensten? Auf Bundesebene rangieren noch immer Sicherheitsbedenken an erster Stelle, auch für 42 Prozent der Länder ist das ein Problem. Für die Befragten in den Großstädten ist die Abhängigkeit von öffentlichen Dienstleistern das zentrale Hemmnis (41 %).
Interessant sind in diesem Zusammenhang aber auch die Antworten auf die Frage, welche Hemmnisse generell bei der Auslagerung von IT-Diensten an die IT-Dienstleister gesehen werden. Hier wurden von den Experten aus den Verwaltungen insbesondere lange Lieferzeiten, aber auch zu wenig innovative Angebote genannt.
Die Studienautoren gehen auch auf die Neugestaltung des Geschäftsmodells der öffentlichen IT-Dienstleister ein. Im Rahmen der Verwaltungscloud, die ja als Multicloud konzipiert ist, bereiteten sich öffentliche IT-Dienstleiste auf ihre Rolle als Cloud-Broker vor; künftig werde die Beratung mehr im Vordergrund stehen, nicht mehr der IT-Betrieb, so die Annahme.
Auf die Änderungen der Geschäftsmodelle hat Martin Schallbruch, CEO der Govdigital, bereits letztes Jahr im Interview hingewiesen. Man müsse hier jedoch differenzieren, sagte er: „Diejenigen unserer Mitglieder, die Betriebsleistungen anbieten, werden künftig voraussichtlich einige davon aufgeben und dafür Leistungen von souveränen Cloud-Anbietern zukaufen. Fachverfahrensanbieter dagegen stehen vor der Aufgabe, ihre Services auf Cloud-Bereitstellung umzustellen.“ Und die Studie belegt, wie dringend diese Aufgabe zu lösen ist: Als zentrales Hemmnis für die Nutzung von Cloud-Diensten auf Landesebene wird nämlich genannt, dass die Fachanwendungen gar nicht cloudfähig sind.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Über die Studie
Zur Methodik
Für die „Studie 2023 – IT-Konsolidierung in der öffentlichen Verwaltung“ der msg systems ag wurden im ersten Quartal 2023 IT-Verantwortliche deutscher Behörden, insgesamt 150 Institutionen, anhand eines Fragebogens von Pierre Audoin Consultants (PAC) befragt. Außerdem wurden insgesamt 28 Gespräche mit Vertretern von Bundes- und Landesbehörden sowie Großstädten in Deutschland und Österreich durchgeführt sowie weitere Gespräche mit Vertretern mehrerer öffentlicher IT-Dienstleister zum aktuellen Stand ihres Leistungsportfolios, zur IT-Konsolidierung und ihren Kundenbeziehungen. Durch den Abgleich der Antworten konnten auch teils unterschiedliche Sichten beschrieben werden.
Themen der Studie
Abgefragt wurde die Einschätzung zur Lage der IT in der öffentlichen Verwaltung, zur Personalsituation und neu 2023 auch zu den Themen Cloud-Nutzung, Registermodernisierung und Resilienz gegenüber Cyberattacken. Mehrere Fragen waren der Zusammenarbeit mit öffentlichen IT-Dienstleistern gewidmet:
Welche Dienstleistungen durch öffentliche IT-Dienstleister bereits erbracht oder künftig ausgelagert werden,
welche Ziele mit der Auslagerung verbunden sind und inwieweit diese erreicht wurden,
welche Herausforderungen und Hindernisse dabei bestehen sowie
inwieweit Maßnahmen gegen Cyberattacken durch die öffentlichen Dienstleister umgesetzt werden.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal eGovernment.