Cloud Native im Mittelstand Mehr Tempo für den digitalen Wandel

Ein Gastbeitrag von Christian Anton* 4 min Lesedauer

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Bei der digitalen Transformation führt kaum ein Weg an Cloud-nativen IT-Anwendungen vorbei. Doch gerade in mittelständischen Unternehmen wird die Umsetzung oft durch fehlende Kompetenzen und überlastete IT-Abteilungen gebremst. Umso wichtiger ist es, die richtigen Partner an Bord zu holen und eine zukunftssichere Strategie zu entwickeln.

Ein Cloud-Native-Konzept ist kein schlüsselfertiges Produkt, das bestellt und installiert wird, sondern ein völlig neuer strategischer Ansatz, der individuell erarbeitet werden muss.(Bild:  ronstik - stock.adobe.com)
Ein Cloud-Native-Konzept ist kein schlüsselfertiges Produkt, das bestellt und installiert wird, sondern ein völlig neuer strategischer Ansatz, der individuell erarbeitet werden muss.
(Bild: ronstik - stock.adobe.com)

Die Einführung von Cloud-Native-Technologien nimmt langsam Fahrt auf – auch im deutschen Mittelstand: Laut einer aktuellen Marktstudie von EuroCloud Deutschland_eco e.V. (ISG Pulse Check 2022) haben bereits 27 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland erste Cloud-Native-Projekte umgesetzt. Weitere 19 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen planen dies für die kommenden zwölf Monate. Das größte Hindernis auf diesem Weg ist für viele Organisation der Fachkräftemangel. So gab fast jeder zweite Befragte an, dass fehlendes Personal die Umsetzung einer Cloud-Native-Strategie behindert. Unternehmen sind daher auf kompetente externe Partner angewiesen, um die Transformation ihrer IT voranzubringen.

Modernisierungsbedarf als Ausgangspunkt

Der Einstieg in das Thema Cloud Native ist oft von technischen Anforderungen getrieben. In vielen mittelständischen Unternehmen basieren die Geschäftsprozesse noch auf monolithischer Software, die in die Jahre gekommen ist und dringend modernisiert werden muss. Cloud-Native-Technologien und DevOps-Workflows wie Continuous Integration und Continuous Deployment (CI/CD) bieten die Chance, den internen Entwicklungsprozess agiler zu gestalten und innovative Anwendungen für das digitale Business schneller zu realisieren.

Aber nicht nur bei der Entwicklung, sondern auch bei der Bereitstellung von Software geht der Trend zu Cloud-nativen Architekturen. Immer häufiger stellen die Hersteller von Business-Software ihre Produkte nur noch als containerisierte Anwendungen zur Verfügung. Um die Anwendungen weiterhin nutzen zu können, müssen Unternehmen dann auch eine entsprechende Container-Plattform aufbauen.

Weitere Treiber für Cloud-Native-Strategien sind die zunehmende Komplexität der IT-Infrastrukturen und der hohe Betriebsaufwand. Viele IT-Abteilungen verschwenden noch immer wertvolle Zeit mit fehleranfälligen manuellen Administrationsprozessen. Für diese Unternehmen lohnt es sich, die IT zu einer internen Cloud umzubauen, die sich hochgradig automatisiert betreiben und flexibel skalieren lässt.

Auch wenn der Anstoß für ein Cloud-Native-Projekt häufig von IT- oder Entwicklungsteams ausgeht, sollten Unternehmen immer den Blick auf das große Ganze richten: Cloud-Native-Konzepte erfordern nicht nur einen Technologiewechsel, sondern auch organisatorische und kulturelle Veränderungen. Nur in Verbindung mit einer agilen Herangehensweise und einem digitalen Mindset kann diese Strategie ihr volles Potenzial für die Transformation des Unternehmens entfalten.

Schritt für Schritt zur Cloud-Native-Strategie

Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es daher zunächst wichtig, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und zusammen mit allen Beteiligten mögliche Use Cases auszuloten. Dabei gilt es auch, Unklarheiten und Missverständnisse auszuräumen. So bedeutet Cloud-Native nicht unbedingt, dass alle IT-Ressourcen künftig in der Cloud betrieben werden. Die Strategie nutzt für die Cloud entwickelte Technologien, um IT-Kapazitäten nach Bedarf zu erweitern, neue Funktionen schneller bereitzustellen und Anwendungen plattformunabhängig zu betreiben.

Die Entscheidung für ein Cloud-, Hybrid- oder On-Prem-Modell ist dabei zunächst zweitrangig. Im ersten Schritt sollten die Projektverantwortlichen aus den verschiedenen Fachabteilungen die wichtigsten Business-Ziele definieren: Wie will das Unternehmen seine Geschäftsprozesse weiterentwickeln? Welche neuen Kunden- und Marktanforderungen sind zu erfüllen? Wo liegen die größten Potenziale für innovative Entwicklungen? Im nächsten Schritt folgen dann eine detaillierte Bestandsaufnahme und Analyse der bestehenden Umgebung. Schließlich sollten die Projektverantwortlichen von Anfang an das Thema Sicherheit mitdenken. Idealerweise setzen sie auf eine Zero-Trust-Strategie, um die gesamte Software Supply Chain vor möglichen Risiken zu schützen.

Automatisierung auf allen Ebenen mit Open Source

Bei der Planung des Technologie-Stacks für eine Cloud-Native-Architektur empfiehlt es sich, konsequent auf etablierte Standards und Open-Source-Technologien zu setzen. Eine wichtige Orientierungshilfe bietet hier die Cloud Native Computing Foundation (CNCF), in der sich mittlerweile mehr als 500 Hersteller und Betreiber zusammengeschlossen haben. Dabei muss auch das Management von IT-Infrastrukturen komplett überdacht werden. Manuelle Administrationsprozesse können mit der Dynamik einer Microservice-Architektur nicht Schritt halten. Cloud Native heißt daher immer auch: Prozesse konsequent zu automatisieren.

Mit Tools für Infrastructure as Code (IaC) lassen sich beispielsweise IT-Infrastrukturleistungen in einem maschinenlesbaren Format beschreiben. Rechenleistung, Speicherplatz oder Netzwerkkapazitäten können dann automatisch entsprechend den definierten Vorgaben konfiguriert und bereitgestellt werden. Softwareentwickler sind so in der Lage, neue Anwendungen selbstständig in den produktiven Betrieb zu überführen. In Verbindung mit Autoscaling-Funktionen kann die Systemleistung dann je nach tatsächlichem Bedarf hoch- oder heruntergefahren werden.

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Der hohe Automatisierungsgrad entlastet einerseits die IT-Abteilungen von manuellen Routinetätigkeiten – stellt andererseits aber auch neue Anforderungen an das vorhandene Personal. Systemadministratoren müssen sich schnell in neue Technologien einarbeiten, um die Automatisierungsmöglichkeiten in ihrer Umgebung optimal nutzen zu können. Auch mittelständische Unternehmen mit dünner Personaldecke sollten daher gezielt in die Weiterbildung ihrer Fachkräfte investieren.

Was Dienstleister mitbringen sollten

Externe Berater und spezialisierte IT-Dienstleister können mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die Cloud-Native-Welt erheblich erleichtern. Allerdings ist es in dem noch jungen Marktumfeld nicht einfach, den richtigen Partner zu finden. Für eine umfassende Unterstützung benötigen Dienstleister Kompetenzen, die über das Angebot eines klassischen Systemhauses hinausgehen. Enthus kombiniert diese Kompetenzen mit umfassender Expertise im Mittelstand.

Ein Cloud-Native-Konzept ist kein schlüsselfertiges Produkt, das bestellt und installiert wird, sondern ein völlig neuer strategischer Ansatz, der individuell erarbeitet werden muss. Dabei kann es immer wieder notwendig sein, im laufenden Projekt die Richtung zu ändern und die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Dienstleister neu zu justieren. Denn eine erfolgreiche Cloud-Native-Strategie braucht nicht nur eine klare Vision, sondern immer auch die Agilität, die Ziele an neue Entwicklungen anzupassen.


* Der Autor Christian Anton ist Head of Cloud Native Technology bei der Enthus GmbH.

Bildquelle: Enthus GmbH

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