In diesen Tagen feiert OVHcloud ein besonderes Jubiläum: 20 Jahre eigenentwickelte Wasserkühlungstechnologie. Ein guter Anlass, hinter die Kulissen der Serverfertigung in Croix und Rechenzentren in Roubaix zu blicken.
OVHcloud leistete Pionierarbeit bei der Wasserkühlung im Rechenzentrum und ist langjähriger Vorreiter eines nachhaltigen Ansatzes für den Cloud-Betrieb. Im Foto eines der Datacenter Roubaix.
(Bild: Xavier POPY / OVHcloud)
Bereits seit 2003 entwickelt, verwendet und verfeinert OVHcloud sein flüssigkeitsgekühltes System zur Ableitung der Abwärme, die von energieintensiven Komponenten in Servern, insbesondere den Prozessoren (CPU und GPU), abgegeben wird. Die Technik, erklärt Miroslav Klaba, Bruder des OVH-Gründers Octave und Direktor für Forschung und Entwicklung bei OVHcloud, sei eine kostengünstige Methode gewesen für die Serverkühlung: Besonders ökologisch, da auf starke Energieverbraucher wie Klimaanlagen verzichtet werde, und auch effizienter, wegen der höheren Wärmeleitfähigkeit von Wasser gegenüber Luft. Damit, so Klaba, hätte man Pionierarbeit für die effiziente Wasserkühlung in Rechenzentren geleistet.
Cloud Computing wird nicht zu Unrecht mit hohem Energieverbrauch verbunden: Alle Services, die heute via Internet und aus der Cloud genutzt werden, verschlingen zig Milliarden Kilowattstunden Strom. Bereits eine einzige Suchmaschinenanfrage benötigt laut Google 0,003 Kilowattstunden Strom; für 20 Suchen könnte also eine 60-Watt-Glühbirne eine Stunde lang leuchten. Alles braucht Strom: ITK-Geräte, Datenübertragung, Speicherplatz (mit immer mehr Dark Data), aber auch Rechnerleistung für KI- und IoT-Anwendungen, und eben auch Server und Kühlsysteme der Datacenter.
Nachhaltiger Rechenzentrumsbetrieb ist sicherlich eine der effektivsten Stellschrauben, um den Energieverbrauch für Datenhosting und Cloud-Service-Bereitstellung zu senken. Viele Rechenzentrumsbetreiber – und hier gehen nicht nur die Cloud-Hyperscaler mit gutem Beispiel voran – setzen auf die Erzeugung und Eigennutzung erneuerbarer Energien. Sie bauen beispielsweise ihre Datacenter in für die Stromerzeugung aus Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft geeignete Regionen. Viele Anbieter betreiben ihre Datacenter inzwischen CO2-neutral oder sogar CO2-negativ, indem sie inzwischen mehr Energie produzieren, als sie selbst benötigen.
Auch für OVHcloud ist die Nutzung regenerativer Energien (in Frankreich zählt dazu allerdings auch der Atomstrom) definitiv ein wichtiges Thema, aber eben nicht der einzige Meilenstein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.
Pionierarbeit bei der Rechenzentrumskühlung
Was ist nun das Besondere an OVHclouds Kühlkonzept? Von der Pumpstation bis zu den Wasserblöcken findet die Wärme ihren Weg aus dem Rechenzentrum und wird vom Wasser zur endgültigen Ableitung durch optimierte Trockenkühler transportiert. Daher kann auch auf jegliche Art von Kältetechnik verzichtet werden.
Wasser hat im Vergleich zur Luftkühlung einen geringeren Wärmewiderstand. Der Wasserblock steht in direktem Kontakt mit den Chips.
(Bild: ewg / Vogel IT-Medien GmbH)
OVHcloud hat in den vergangenen 20 Jahren seine Kühltechniken die hauseigene Technologie konsequent verbessert und für seine jüngsten Rechenzentren ein Delta T = 20K gewählt. Dieser Parameter, der den Temperaturunterschied zwischen dem in das Rechenzentrum eintretenden und dem aus dem Rechenzentrum austretenden Wasser angibt, ist für die Wassereffizienz von entscheidender Bedeutung. Der ursprüngliche Wasserverbrauch konnte in Laufe der Jahre auf ein Fünftel reduziert werden. Der Wert für die Wassernutzungseffizienz (WUE) der Gruppe liegt derzeit bei 0,26 l/kWh (gemäß ISO 30134-9). Dies entspricht einem Glas Wasser, um einen Server über zehn Betriebsstunden zu kühlen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche WUE-Wert in der Cloud-Branche liegt laut US Department of Energy bei 1,8 l/kWh.
Zudem nähert sich die Power Usage Effectiveness (PUE), ein gängiges Maß dafür, wie effizient ein Rechenzentrum Strom nutzt, weiter dem magischen Wert 1,0. Das Verhältnis zwischen dem Gesamtstromverbrauch und dem an die IT-gelieferten Strom beträgt heute (gemäß ISO 30134-2) 1,28 (die Gesamtindustrie hat laut Uptime Institute eine PUE 1,55). Diese Effizienzindizes für den Wasser- und Stromverbrauch bilden die Grundlage für die Einhaltung zukünftiger Zertifizierungen.
Zirkulärer Herstellungskreislauf
Das Herzstück zum Aufbau einer nachhaltigen Cloud und eigentlich Grundlage des Geschäftsmodells ist neben dem energie- und ressourcensparenden Rechenzentrumsbetrieb die eigene Server-Fertigung in den Fabriken Croix, Frankreich, und dem kanadischen Beauharnois.
OVHcloud behält damit nicht nur die vollständige Kontrolle über das Design und die Produktion der Server mit erheblichen Vorteilen in Bezug auf Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit. Der Nachhaltigkeitsgedanke beginnt bereit bei der Produktentwicklung (R&D), damit möglichst nur Komponenten verbaut werden, die „re-usable“ sind. Hundert Prozent der Server werden nach der Nutzung demontiert und nach umfangreichen Tests stehen die Komponenten für die Wiederverwendung bereit. Dadurch erreichen die Server eine Betriebsdauer von mindestens fünf Jahren. Die Verlängerung des gesamten Lebenszyklus der Hardware ist somit ein sehr wichtiger Teil des Konzepts „nachhaltige Cloud“. Ebenso der Verzicht auf Einhausungen aus Kunststoff.
Stand: 08.12.2025
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OVHcloud wendet seinen zirkulären Ansatz auch auf die Standorte der Rechenzentren an, indem vorhandene Gebäude saniert werden („Brownfield“-Konzept), anstatt neue zu bauen. Die Kunden sollen so direkt von der verlängerten Lebensdauer der Komponenten und Gebäude profitieren, da sie ihren eigenen CO2-Fußabdruck optimieren.
Messbare Nachhaltigkeit
Als Innovationsvorreiter im Bereich umweltfreundlicher Kühlsysteme hat sich OVHcloud folgende Ziele gesetzt:
Bis 2025 sollen 100 Prozent erneuerbare Energiequellen zum Einsatz kommen.
Beitrag zu Global Net-Zero für Scope 1 und 2 bis 2025: Scope 1 deckt direkte Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen ab. Scope 2 deckt indirekte Emissionen aus der Erzeugung von gekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kühlung ab, die das betreffende Unternehmen verbraucht.
Beitrag zu Global Net-Zero für den gesamten Scope – und damit auch die Berücksichtigung der indirekten Freisetzung klimaschädlicher Gase in der vor- und nachgelagerten Lieferkette – bis 2030.
Bis 2025 sollen keine Deponieabfälle mehr anfallen (bei konstanter geografischer Abdeckung und einschließlich Abfall aus OVHcloud-Prozessen).
Ehrgeizige Ziele auf dem Weg zu absoluter Nachhaltigkeit.
(Bild: OVHcloud)
Seit 2017 misst und veröffentlicht OVHcloud seine Kohlenstoffbilanz in allen drei Scopes. Ab Sommer 2023 will OVHcloud einen CO2-Rechner (Carbon Calculator) zur Verfügung stellen, in den alle Emissionswerte aus Produktion, Rechenzentrumsbetrieb sowie operativen Betrieb und Organisation (Transport, Dienstreisen, Büros etc.) einfließen. Die Kunden erhalten somit direkten Blick auf den tatsächlichen CO2-Fußabdruck ihrer Cloud-IT.
Das sei mehr als die CO2-Kalkulatoren anderer Anbieter leisten, die in der Regel Scope 2 (v.a. den Energieverbrauch der Datacenter) und zum Teil auch nur einen Teil der Services betrachten, erklärt OVHcloud. Weil der Kalkulator neben direkten Kohlenstoffemissionen auch die indirekten transparent offenlege, sieht sich OVHcloud als der derzeit nachhaltigster Anbieter von Cloud-Services am Markt.