Vor dem Schritt in die Cloud müssen die Anwenderrollen klar definiert sein

Client-Virtualisierung lohnt sich – aber nicht immer

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Hindernislauf für die Client-Virtualisierung

Der Client sicher im Rechnerschrank ist der virtuellen Arbeitsplatz in der Cloud; Bild: T-Systems (Archiv: Vogel Business Media)

Welche Hürden Unternehmen mit Virtualisierung überwinden müssen, zeigt sich auch am Beispiel von handelsüblichen Media Playern. Sie werden immer wichtiger, da Unternehmen heute in unterschiedlichsten Kontexten Videoclips abspielen. Und zwar bevorzugt in hoher Qualität.

HD-Videos (HD = High Definition) laufen aber besser und stabiler, wenn sie auf leistungsfähigen Desktop-PCs installiert sind. Virtualisierung bringt hier keinen Nutzenvorteil. Stattdessen mindert sie in der Regel die Qualität der Wiedergabe.

Was also heute jeder Mitarbeiter auf seinem PC problemlos durchführen kann, muss mit Virtualisierung erst einmal wie Zahnräder nahtlos ineinander greifen. Dazu muss man alle Komponenten in eine gemeinsame, integrierte Umgebung hineinbringen. Sonst lassen sich die Konflikte, die sich aus der Virtualisierung ergeben, nicht lösen.

Virtualisierung will vorbereitet sein

Wird beispielsweise im Rechenzentrum ein virtuelles „Windows-7“-System produziert, und darauf sollen virtualisierte Applikationen wie „Exchange“ laufen, dann bekommt der Anwender eine Grafik-Information, sobald eine E-Mail für ihn eintrifft. Hat diese Mail einen Anhang, zum Beispiel eine Power-Point-Präsentation, dann muss der Nutzer über einen dedizierten, virtualisierten Stream die Datei öffnen können.

Dazu muss diese in das virtualisierte Windows-7-System integriert sein. Schließlich liegen beide nicht mehr lokal auf einem Desktop, wo der Anwender durch Doppelklick auf eine Applikation eine andere starten kann. Werden beide Anwendungen auf virtuellen Systemen produziert, sind sie zunächst nicht integriert. Damit sie sich gegenseitig ansprechen, ist zum Beispiel eine Sandbox erforderlich.

Will der Nutzer aber jetzt den geöffneten Anhang als Datei ablegen, muss sich der File-Service ebenfalls in der Nähe des produzierten Systems befinden. Diese Integrationsfähigkeit sämtlicher Elemente ist nicht so trivial wie im bekannten Desktop-Umfeld. Das ist ein weiterer Grund, warum sich Client-Virtualisierung noch nicht signifikant durchsetzen konnte.

weiter mit: Virtuelle Clients sind eine Voraussetzung für Cloud Computing

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