Daten flexibel und sicher schützen Backup-as-a-Service als erster Schritt in Richtung hybrider Cloud

Ein Gastbeitrag von Severin Braun* 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In deutschen IT-Abteilungen hat sich langsam rumgesprochen, dass Backups mehr sind als einfache Sicherungskopien der Unternehmensdaten im eigenen Rechenzentrum. Gleichzeitig sehen die meisten IT-Entscheider noch immer massiven Nachholbedarf beim Thema Backup. Unternehmen sollten die Chance nicht verpassen, denn eine BaaS-Lösung kann der erste Schritt in Richtung Hybrid Cloud sein.

Ein guter Einstieg, um erste Erfahrungen mit der Cloud zu machen, ist „Backup as a Service“: Unternehmen schaffen damit auch gleich die Basis für hybride Cloud-Umgebungen.(Bild:  ipopba - stock.adobe.com)
Ein guter Einstieg, um erste Erfahrungen mit der Cloud zu machen, ist „Backup as a Service“: Unternehmen schaffen damit auch gleich die Basis für hybride Cloud-Umgebungen.
(Bild: ipopba - stock.adobe.com)

Das Thema Backup bringt viele IT-Administratoren regelmäßig um ihren Schlaf. Es bedarf in der Regel hohen manuellen Aufwands und wenn das Backup gebraucht wird, etwa um nach einem Ausfall oder gar mutwilligen Hackerangriff den Geschäftsbetrieb wiederherzustellen, und die Wiederherstellung fehlschlägt, ist der Schaden oft enorm. Es wäre daher naheliegend, dass Backups bei Cloud-Überführungsprojekten, an erster Stelle stehen sollten.

Doch in der Realität sieht es oft anders aus: Viele Unternehmen sind noch immer überzeugt, dass der sicherste Platz für die eigenen Daten das eigene Rechenzentrum vor Ort ist. Zudem gibt es gerade im deutschen Mittelstand noch immer Berührungsängste, wenn es um die Cloud geht. Dabei ist gerade das Thema Backup eine gute Gelegenheit, um hier Erfahrungen zu sammeln.

Warum überhaupt Backup aus der Cloud?

Zunächst einmal sollten IT-Verantwortliche der Kategorie „meine Daten bleiben in meinem Rechenzentrum“ einen Blick auf die Zahlen werfen. Zwei Fragen sind dabei relativ offensichtlich: „Wie viele Backups werden bei mir im Unternehmen gemacht?“ und „Was kosten mich die lokalen Backups?“. Gerade vor dem Hintergrund steigender Hardwarepreise sowie Engpässen bei der Verfügbarkeit sollte dringend abgewogen werden, wie viel der verfügbaren Ressourcen auf Backups verwendet werden.

Bei fehlendem Überblick kann das Problem so weit gehen, dass etwa eine neue Anwendung, die im Unternehmen eingesetzt werden soll, die Storage-Ressourcen kritisch beeinträchtigt. Gleiches gilt für den Fall, dass sich die Speicheranforderungen drastisch ändern, ohne dass dies entsprechend einkalkuliert ist – man denke hier etwa an den Zukauf eines Unternehmens oder die Veräußerung eines Geschäftsbereichs. In beiden Fällen müssen Speicherressourcen entsprechend schnell angepasst werden – ein Umstand, der mit lokaler Hardware nur schwer abzubilden ist.

Anstelle von aufwändigen Ressourcenplänen tritt bei Cloud-Backups der bedarfsgerechte Bezug von Ressourcen aus dem Rechenzentrum des Cloudanbieters. Zudem wirkt Backup-as-a-Service (BaaS) dem Fachkräftemangel entgegen: Wenn Backup-Dienste entsprechend automatisiert und Tätigkeiten ausgelagert werden, können bestehende IT-Ressourcen effizienter eingesetzt werden – etwa für die Cybersicherheit oder den Betrieb der Infrastruktur.

Mehr Sicherheit für Datenbestände

Doch BaaS verbessert nicht nur die Kosteneffizienz und reduziert den Personalaufwand, sondern der Einsatz sorgt auch für mehr Schutz gegen die aktuelle Bedrohungsquelle Nummer eins: Ransomware. Unternehmen, die bisher nur wenig Energie in das Thema Backup investiert haben, sind hier besonders anfällig, denn die Backups dieser Unternehmen werden oft im gleichen Netzwerk vorgehalten und sind Ransomware-Angriffen dadurch eher ausgeliefert.

Wird der Backup-Service dagegen über einen externen Partner bezogen, so profitieren Unternehmen nicht nur von dem Wissen um Aufbewahrungsrichtlinien oder Speicherinfrastruktur, sondern die Daten sind getrennt vom eigenen Netzwerk geschützt. Damit lassen sich Anforderungen an die Daten-Compliance sowie die Möglichkeit der sicheren Wiederherstellung von Daten leichter erfüllen. Gerade bei Letzterem wird im Zuge der steigenden Zahl von Ransomware-Angriffen das Thema „Immutable Backups“ immer wichtiger. Hierbei handelt es sich um Ansätze bei der Sicherung, die verhindern, dass Daten mutwillig verändert, korrumpiert oder gelöscht werden. Nur Daten, die nachweislich „unverändert“ sind, sollten im Fall einer Desaster Recovery in Betracht gezogen werden.

Backups als Testumgebung

Die Themen Backup und Disaster Recovery sind zudem für Unternehmen der ideale Einstieg in die Cloud-Transformation. Denn Produktivdaten sind nicht nur entscheidend, wenn es darum geht, den Geschäftsbetrieb nach einem Ausfall wiederherzustellen, sondern mit ihnen lässt sich auch der potenzielle Nutzen der Cloud für das Unternehmen evaluieren. Das Backup eines Produktivsystems wird dafür in eine isolierte virtuelle Cloud-Umgebung kopiert und dann so behandelt, als wäre es im Einsatz – einschließlich Zugangsmanagement, Monitoring und weiterer Cloud-Funktionen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Cloud Computing

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Damit erfüllen das Backup beziehungsweise die passiven Daten ihren eigentlichen Zweck, nämlich den der Datensicherung. Gleichzeitig entsteht eine Testumgebung zur Erprobung des Cloud-Betriebs oder zur Entwicklung neuer Produkte und Features. Unternehmen erhalten somit nicht nur ein Plus an Sicherheit, sondern können mit realen Daten erste Gehversuche im Cloudcomputing machen. Sind diese erfolgreich, so lässt sich das System beliebig skalieren und mehr und mehr zu einer parallelen IT-Infrastruktur des Unternehmens in der Cloud ausbauen, selbst wenn ein Teil der geschäftskritischen Anwendungen weiterhin im eigenen Rechenzentrum betrieben wird.

Auch bei BaaS gilt: Vendor Lock-in vermeiden

Unternehmen, die BaaS als ersten Schritt in die Hybrid Cloud verstehen, sollten bei der Evaluierung der entsprechenden Angebote bedenken, dass die Entscheidung für einen Anbieter unter Umständen einen langfristigen Servicevertrag zur Folge hat. Hinzu kommt das Risiko eines „Vendor Lock-in“: Wird, wie oben beschrieben, ein Produktivsystem in der Cloud aufgesetzt, so kann es beim Einsatz proprietärer Clouds passieren, dass die Migration erhebliche „Wechsel-Kosten“ verursacht, sollte die Migration zu einem anderen Anbieter gewünscht sein.

Es empfiehlt sich daher, einen Cloud Service Provider zu wählen, der den reibungslosen Wechsel zwischen verschiedenen Clouds ermöglicht oder gar selbst entsprechend agnostische Technologien anbietet. Somit können nicht nur Backups einfach und sicher umgezogen werden, sondern der Weg ist auch frei für eine flexible Entfaltung in der Cloud.

BaaS als sanftes Ruhekissen

Gerade Unternehmen, die noch immer Bedenken hinsichtlich der Cloud haben, können sich mit Backup-as-a-Service eine sichere und resiliente Hybrid-Cloud-Umgebung schaffen. Durch die Nutzung externer Infrastrukturen bleibt der Geschäftsbetrieb unberührt und gleichzeitig werden reale Erfahrungen im Umgang mit der Cloud gesammelt. Neben den Angeboten der Hyperscaler steht hier eine breite Palette von europäischen Lösungen zur Verfügung, die gerade datenschutzsensible Kollegen im Unternehmen sowie IT-Administratoren nachts besser schlafen lassen.

* Über den Autor
Severin Braun ist seit Mai 2022 Chief Product Officer bei der Plusserver GmbH. Der ausgebildete IT-Systemkaufmann bringt fast 20 Jahre Technologie-Erfahrung mit. Braun ist seit 2015 bei Plusserver, wo er vor seiner Ernennung zum CPO vier Jahre als CIO tätig war und davor als Operations Director für effiziente Abläufe gesorgt hat. Davor war er acht Jahre lang bei Host Europe als Head of Customer Service für alle Kundenbelange sowie den technischen Betrieb von Managed Hosting Lösungen zuständig. Weitere Erfahrungen konnte er bei Avaya sammeln, für die er nach seiner Ausbildung als Sales Consultant gearbeitet hat.

Bildquelle: Plusserver GmbH

(ID:49634971)